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5.3.2 Sexualisierte Gewalt

[1]

Unter sexualisierter Gewalt gegen Kinder wird jede Handlung verstanden, die an oder vor einem Kind, entweder gegen den Willen des Kindes vorgenommen wird, oder das Kind auf Grund seiner körperlichen, emotionalen, geistigen oder sprachlichen Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann bzw. bei der es deswegen auch nicht in der Lage ist, sich hinreichend wehren und verweigern zu können. [2] Die Straftat wird unter Ausnutzung der Macht- und Autoritätsposition, durch überschreitende sexuelle Aktivität eines Erwachsenen an Minderjährigen in Form der Belästigung, der Masturbation, des oralen, analen oder genitalen Verkehrs oder der sexuellen Nötigung bzw. der Vergewaltigung sowie der sexuellen Ausbeutung durch Nötigen von Minderjährigen zu pornographischen Aktivitäten und Prostitution ausgeübt [3] . Daraus werden die Gefährdungen und Beeinträchtigungen von physischer- und psychischer Entwicklung, der Unversehrtheit und Autonomie, der sexuellen Selbstbestimmung der Minderjährigen durch sexuellen Missbrauch verstanden[4]. Bei sexueller Gewalt gegen Kinder in Familien wird häufig der zärtliche Körperkontakt mit einem Kind zunehmend sexualisiert, verbunden mit der Verpflichtung zur Verschwiegenheit, bei gleichzeitiger Erziehungsinkompetenz und Nichtbeachtung normativer Orientierungen seitens der Bezugspersonen[5].

  • [1] Mit „sexueller Gewalt“ bzw. „sexualisierter Gewalt“ wird meist jeder Zusammenhang von Sexualität, Macht und Gewalt bezeichnet, der die Integrität von Menschen verletzt oder beeinträchtigt. Mit dem im Folgenden zumeist verwendeten Begriff „sexualisierte Gewalt“ wird betont, dass nicht die Sexualität an sich das Problem ist, sondern gewaltvolle Machtausübung, die sich des Mediums der Sexualität in unterschiedlichen Formen bedient. Thole, W. (Hrsg.), 2013. Sexualisierte Gewalt. Macht und Pädagogik. Berlin, S. 15
  • [2] Deegener, G., 2005. Formen und Häufigkeiten der Kindesmisshandlung. In: Deegener, G., Körner, W. (Hrsg.), Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. Göttingen, S. 38
  • [3] Vgl. Kinderschutzzentrum Berlin e. V. (Hrsg.), 2000. Kindesmisshandlung. Erkennen und Helfen. Berlin, S. 29
  • [4] Vgl. Mertens, B., Pankofer, S., 2011. Kindesmisshandlung. Körperliche Gewalt in der Familie. Paderborn, S. 34
  • [5] Kinderschutzzentrum Berlin e. V. (Hrsg.), 2009. Kindeswohlgefährdung. Erkennen und Helfen.Berlin, S. 41
 
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