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6.1.1.4 Die Zahl der Gewalt gegen Kinder

Die Abbildung 14 zeigt die rapide Zunahme von Gewalt gegen Kinder in den letzten Jahren zahlenmäßig. Besonders hat sie sich (im Jahr 2001) von 2105 auf 6058 (im Jahr 2011) um 2,9 Mal erhöht. Gleichzeitig stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der KSZ von 17 auf 45 an. Diese ansteigende Tendenz lässt vermuten, dass je mehr KSZ vorhanden sind, desto höher die Zahl der Aufklärung von Gewalt gegen Kinder ist. Die zunehmende Anzahl örtlicher KSZ wirkt sich alos positiv auf die Meldebereitschaft in der Bevölkerung aus und führt so zu einer günstigeren Lage in Bezug auf die Fallfindung und -bearbeitung führt.

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea [1]

Abbildung 14: Die Zahl der Gewalt gegen Kinder und der Kinderschutzzentren in Südkorea 2001 -2011

Die Abbildungen 15, 16 und 17 stellen die Gewalt gegen Kinder im Jahr 2011 nach Geschlecht, Kindesalter und Häufigkeit dar. Dabei ergab sich kein großer Unterschied zwischen Männern und Frauen. Es wird besonders deutlich, dass die Frauen häufiger sexuellen Missbrauch erlebten haben als Männer. Zudem ist im Kindesalter zwischen 10-12 Jahren die Gewalterfahrung sehr hoch. Die Aussetzungsrate liegt bei 54,1%, von Kindern unter einem Jahr. Zusätzlich wurde bei 60% der Kinder jeden Tag Gewalt bzw. alle zwei bis drei Tage Gewalt angewendet.

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea[2]

Abbildung 15: Gewalt gegen Kinder nach Geschlecht 2011

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea [2]

Abbildung 16: Gewalt gegen Kinder nach Kindesalter 2011

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea[4]

Abbildung 17: Gewalt gegen Kinder nach Häufigkeit 2011

6.1.1.5 Die Formen der Gewalt gegen Kinder

Die nachfolgenden Abbildungen 18 und 19 zeigen, wie sich die Zahl der Formen der Gewalt gegen Kinder mit Duplizität bzw. ohne Duplizität im Zeitraum von 2001 bis 2011 veränderten. Bei Betrachtung der Gewalt gegen Kinder mit Duplizität (Abb. 18) zeigt sich, dass Vernachlässigungen (1783 stk.= 29,4%, im Jahr 2011) nur vereinzelt vorkommen, während sich die anderen beiden Formen doppelt überschneiden, wie die Duplizität (2621 stk.= 43,3%, im Jahr 2011).

Zudem ist die starke Zunahme der Duplizität von 2001 bis 2011 auffällig. Es wird deutlich darauf hingewiesen, dass zwei Formen der Gewalt gegen Kinder im Laufe der Zeit immer mehr zusammen auftreten. Prof. An zeigte in seiner Forschung, dass die Überschneidung bei körperlicher Gewalt mit anderen Arten bei mehr als 60%, liegt die psychische Gewalt mit anderen Arten bei mehr als 50% korreliert und die Vernachlässigung zu 20% gemeinsam mit anderen Arten auftrifft[5]. Die Vernachlässigung als Form der Gewalt gegen Kinder ohne Duplizität lieferte jedes Jahr die höchsten Zahlen (Abb. 19). Auffallend ist, dass sich die Zahl psychischer Gewalt von 2001 bis 2011 kontinuierlich erhöhte und sich die Aussetzung der Kinder von 2001 an allmählich verringerte, und im Jahr 2011 wieder anstieg. Die National Human Rights Commission of Korea kommt zu dem Ergebnis, dass bei südkoreanischen Kindern in der Regel die körperliche Vernachlässigungen vorkommen, die dabei häufig in Verbindung mit Kinderarmut stehen. Zugleich haben die Eltern als Täter und Sorgeberechtigte des Kindes, meist selbst soziale Isolation erlebt, verfügen dadurch über ungenügende Erziehungsfähigkeiten und leiden meist selbst an psychischen Erkrankungen [6]. Es ist deshalb notwendig, dass das koreanische Kinderschutzsystem nachhaltige Hilfeprozesse und multidimensionale Maßnahmen aufbaut.

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea[7]

Abbildung 18: Die Formen der Gewalt gegen Kinder mit Duplizität 2001-2011

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea[8]

Abbildung 19: Die Formen der Gewalt gegen Kinder ohne Duplizität 2001-2011

6.1.1.6 Die Beziehung zwischen Täter und Opfer

Die Abbildung 20 zeigt, in welchen Beziehungen Tätern und Opfern im Zeitraum von 2001 bis 2011 zu einander standen. Es ist auffällig, dass Gewalt an Kindern hauptsächlich, bei mehr als 80% jährlich, durch die Eltern ausgeübt wird. Davon gehen 2855 (47,1%) vom leiblichen Vater und 1963 (32,4%) von der leiblichen Mutter aus. Dies lässt den Schluss zu, dass die meiste Gewalt gegen Kinder zu Hause ausgeübt wird (5246 (86,6%), im Jahr 2011).

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea [9]

Abbildung 20: Die Beziehungen zwischen Tätern und Opfern 2001-2011

6.1.1.7 Der Einfluss der Familienstruktur bei Gewalt gegen Kinder

In diesem Abschnitt wird die Familienstruktur bei Gewalt gegen Kinder im Zeitraum von 2001 bis 2011 betrachtet. Die Zahl der alleinerziehenden Väter nimmt von 662 im Jahr 2001 auf 927 im Jahr 2011 durchschnittlich um 31% zu, die jährlichen Zahlen der alleinerziehenden Mütter steigen ebenfalls kontinuerlich. Es wird deutlich nachgewiesen, dass bei alleinerziehenden Eltern die Gewalt gegen Kinder höher ist, als bei anderen Familienstrukturen. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass geeignete Angebote für alleinerziehende Eltern geschaffen werden. Außerdem ist die Tendenz, dass Pflegefamilien, Adoptionsamilien und Fürsorgestellen sowie Kinderheime von Jahr zu Jahr mehr Kinder aufnehmen zu beobachten.

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea[10]

Abbildung 21: Die Familienstruktur und Gewalt gegen Kinder in Südkorea 2001-2011

6.1.1.8 Die Kindstötung

Die extremste Form von Gewalt gegen Kinder ist die Kindstötung. Die Studie des nationalen Berichtes von Südkorea konnte wies nach, dass von 2001 bis 2011 insgesamt 87 Kinder durch Kindstötung ums Leben kamen. Die meisten der Säuglinge unter zwei Jahren wurden zu Hause getötet, (z.B. im Jahr 2011, wurden 10 Säuglinge und neun Kinder zu Hause getötet) Jedoch rechnete dieser Bericht lediglich mit den Daten des KSZ. Tatsächlich ist die Dunkelziffer bei Kindstötung höher (Nimmt man z.B. Zahlen von Ermittlungsbehörden oder medizinischen Einrichtungen hinzu, die die Statistik von Kindstötung nicht veröffentlichen).

Quelle: National Child Abuse report von Südkorea[11]

Abbildung 22: Kindstötung in Südkorea 2001-2011

  • [1] Ebd., S. 301
  • [2] Ebd., S. 121
  • [3] Ebd., S. 121
  • [4] Ebd., S. 116
  • [5] Das Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt, 2011. Survey of Child Abuse. S. 75-76
  • [6] Vgl. National Human Rights Commission of Korea, 2006. Survey of Child Abuse „Neglect“
  • [7] National Child Protection Agency, 2011. National Child Abuse Report. S. 316
  • [8] Ebd., S. 318
  • [9] Ebd., S. 320
  • [10] Ebd., S. 322
  • [11] Ebd., S. 324
 
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