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7.1.2 Elterliche- und familiäre Risikofaktoren

Gewalt gegen Kinder ist in der Regel mit den elterlichen Eigenschaften sowie psychischen Erkrankungen der Eltern bzw. eigenen Gewalterfahrungen in ihrer Kindheit verknüpft. Zunächst steht die Gewalt in Abhängigkeit zum Alter der Frau bei der Geburt: je jünger die Mütter bei der Entbindung, desto höher das Misshandlungsrisiko. Zudem nimmt das Misshandlungsrisiko bei großer Kinderzahl und geringer Bildung der Eltern zu[1].

Quelle: Deegener und Körner. 2011[2]

Tabelle 11: Die elterlichen Risikofaktoren in Deutschland

Zusätzlich weisen diese Eltern als Täter häufig psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsmerkmale, wie z.B. niedriges Selbstbewusstsein, häufige Depressionen, erhöhte Ängstlichkeit oder dissoziales Verhalten auf. Außerdem können Eltern, die in ihrer Kindheit Gewalterfahrungen machten, das Risiko erhöhen und selbst später an die nächste Generation weitergeben. [3]Die nachfolgende Übersicht fasst verschiedene elterliche Risikofaktoren zusammen (Tab. 11).

Quelle: National Child Abuse report in Südkorea[4]

Tabelle 12: Die elterlichen Risikofaktoren in Südkorea 2011

Einige Forschungen[5] bewiesen, dass sich auch in Südkorea die Gewalt gegen Kinder in Abhängigkeit vom Alter der Eltern und dem Ehezustand befindet. Beispielsweise kam Gewalt bei Eltern über 50 Jahren zu 28,9%, bei Eltern über 40 Jahren zu 27%, bei Eltern über 30 Jahren zu 23,6% und bei Eltern über 60 Jahren zu 23,3% vor, wobei Mütter öfter als Väter Gewalt als erzieherische Maßnahmen ausgeübt haben. Zudem machten die Kinder alleinerziehender Eltern viel häufiger Gewalterfahrungen.

Das Kinderschutzzentrum kommt unter den registrierten Fällen des Jahres 2011 zu einem Ergebnis, dass elterliche Merkmale eine entscheidende Rolle bei der Gewalt gegenüber Kinder spielen. Dabei zeigen sich vor allem die erzieherischen Probleme (32,1%), finanziellen Probleme bzw. soziale Isolation (22,1%), Konflikte in Ehe und Familie (10,2%) und die Gewalterfahrung in der eigenen Kindheit 2,1% als ausschlaggebende Merkmale (Tab. 12).

  • [1] Bender, D., Lösel, F., 2005. Misshandlung von Kindern: Risikofaktoren und Schutzfaktoren. In: Deegener, G., Körner, W. (Hrsg.), Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. Göttingen, S. 320; BMFSFJ, BMJ, 2003. Gewaltfreie Erziehung. Eine Bilanz nach Einführung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung. Berlin, S. 7-8
  • [2] Deegener, G., Körner, W., 2011. Risiko- und Schutzfaktoren Grundlagen und Gegenstand psychologischer, medizinischer und sozialpädagogischer Diagnostik im Kinderschutz. In: Körner, W., Deegener, G. (Hrsg.), Erfassung von Kindeswohlgefährdung in Theorie und Praxis. Lengerich, S. 208-209
  • [3] Ebd., S. 321; Bender, D., Lösel, F., 2005. Risikofaktoren, Schutzfaktoren und Resilienz bei Misshandlung und Vernachlässigung. In: Egle, U., Hoffmann, S., Joraschky, P. (Hrsg.), Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung. 3. Auflage. Stuttgart, S. 93; Moon, S. (Hrsg.), 2010. Understanding Child Abuse and Neglect. Paju, S. 79; Deegener, G., Körner, W., 2011. Risiko- und Schutzfaktoren. In: Körner, W., Deegener, G. (Hrsg.), Erfassung von Kindeswohlgefährdung in Theorie und Praxis. Lengerich, S. 205; Park. K., 1999. The Effect of Social Support on Maladjustment of Adolescent's Behavior in Violent Family. Ewha Womans Uni. Seoul, S. 68-70
  • [4] National Child Protection Agency, 2011. National Child Abuse Report. S. 125
  • [5] Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt, 2011. Survey of Child Abuse. Seoul, S. 82-83; Hong, K. (Hrsg.), 2000. The national survey of child abuse. Journal of Korean Council for Children's Rights. Vol. 4(2). Seoul, S. 91-112
 
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