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7.1.4 Kulturelle und gesellschaftliche Faktoren

Die kulturellen und gesellschaftlichen Faktoren hängen vom eigenen Werteverständnis, dem moralischen und ethischen Verhalten sowie der Erziehungseinstellung ab. Weiterhin ist von Bedeutung, was die staatlichen Normverdeutlichungen sowie die KinderJugend- und Familienhilfe im allgemeinen Gewaltkontext bedeuten. [1] Aus diesem Grund unterscheiden sich die kulturellen und gesellschaftlichen Faktoren in den jeweiligen Ländern. Eine südkoreanische Studie[2] wies nach, inwieweit die koreanischen Eltern, die in Südkorea und USA wohnen, für das Thema Vernachlässigung sensibilisiert sind. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die Eltern in Südkorea über weniger Kenntnisse verfügen, als die Eltern in den USA. Aus diesem Grund wird festgestellt, dass sich die unterschiedliche Kultur auf die Vernachlässigung auswirken kann. In Deutschland wurde im Jahr 1996 und 2002 ebenfalls eine repräsentative Eltern-Stichprobe über die Einstellung der Erziehung durchgeführt. Dabei ergab sich eine starke Abnahme von schweren körperlichen Bestrafungen. Im Jahr 2002 gaben noch 3% eine „Tracht Prügel“ an, während es im Jahr 1992 noch 30% waren[3]. Es wird ersichtlich, dass sich in der vergangenen Zeit die erzieherischen Einstellungen und Werte verändert haben. Die nachstehende Tabelle 14 zeigt eine Übersicht zu kulturellen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren.

Kulturelle und gesellschaftliche Faktoren werden nach der UN Konvention für Kinderrechte, durch die Gesetze, sowie die Kinder- und Jugendpolitik als Phänomen der Gewalt gegen Kinder, beeinflusst. Dabei spielte es eine wichtige Rolle, dass die Sozialpädagogik und Erziehungswissenschaft zu kritischen Diskursen bezüglich der Kindeswohlgefährdung und des Schutzes zunächst in Deutschland führten und dieser dann Disziplinen, z.B. Politikdiskurse oder Rechtsdiskurse, beeinflusste. In Südkorea prägt der Pädagogikdiskurs nicht die Kinder- und Jugendhilfe selbst, sondern die direkte schuliche Bildung. Es entwickelte sich zunächst der Rechtsdiskurs des Kinderschutzes, wobei zentriert und prägend andere Bereiche des Kinderschutzes im Mittelpunkt stehen.

Quelle: Deegener und Körner. 2011 [4]

Tabelle 14: Kulturelle und gesellschaftliche Faktoren

  • [1] Vgl. Bender, D., Lösel, F., 2005. Misshandlung von Kindern: Risikofaktoren und Schutzfaktoren. In: Deegener, G., Körner, W. (Hrsg.), Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. Göttingen, S. 332-336
  • [2] Choe. J., 2008. Die Wahrnehmung der Vernachlässigung für die koreanische Eltern. Dongkwang 104, S. 1-38
  • [3] BMFSFJ, BMJ, 2003. Gewaltfreie Erziehung. Eine Bilanz nach Einführung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung. Berlin, S. 9
  • [4] Deegener, G., Körner, W., 2011. Risiko- und Schutzfaktoren Grundlagen und Gegenstand psychologischer, medizinischer und sozialpädagogischer Diagnostik im Kinderschutz. In: Körner, W., Deegener, G. (Hrsg.), Erfassung von Kindeswohlgefährdung in Theorie und Praxis. Lengerich, S. 208-209
 
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