Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Sozialwissenschaften arrow Kinderschutz in institutionellen Arrangements
< Zurück   INHALT   Weiter >

11.2.2 Die Untersuchung vor Ort

Nach der Meldung von Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, wird der verdächtige Fall an die zuständigen SozialarbeiterInnen für eine Untersuchung ordnungsmäßig übergeben. Die zuständigen SozialarbeiterInnen haben nach der Klassifikation des Falls mit einem Kollegen vor Ort zu erscheinen: bei einem schwerwiegenden verdächtigen Fall innerhalb von 12 Stunden und bei einem normal verdächtigen Fall innerhalb von 72 Stunden (§ 27 Abs.1 KWG). Setzen sich die SozialarbeiterInnen dabei einer Gefährdung durch den Täter aus, z.B. wenn der Täter eine psychische Erkrankung aufweist, alkoholsüchtig oder drogenabhängig ist, können die SozialarbeiterInnen, gemäß § 27 Abs. 1 KWG die Hilfe der Polizei anfordern. Bei der Untersuchung des Falles müssen die SozialarbeiterInnen des KSZ objektive Informationen über den Tatbestand sammeln und im betroffenen Umfeld, z.B. Familie, Nachbarn, LehrerInnen in der Schule oder im Kindergarten, ebenfalls Untersuchungen anstellen (§ 27 Abs. 6). Dabei haben die SozialarbeiterInnen das Recht, bei der obstruierenden Handlung und Durchführung der Aufgaben nicht behindert zu werden (§ 27 Abs. 5). Erweist sich bei der Untersuchung der Verdacht auf Gewalt gegen Kinder als berechtigt und ist der Schutz des Kindes und Jugendlichen nicht gewährleistet, haben die SozialarbeiterInnen eine angemessene Schutzmaßnahme zu ergreifen, wie z.B. eine vorläufige Inobhutnahme oder medizinische Behandlung[1]. Kinder bzw. der Jugendliche unter 18 Jahren können drei Tage ohne Zustimmung der Sorgeberechtigten in Obhut genommen werden. Zusätzlich kann diese Maßnahme um zwei Tage im Rahmen der Verordnung des Präsidenten[2] verlängert werden.

  • [1] Die erste Einschätzung wird den zuständigen SozialarbeiterInnen anvertraut, so dass eine schnelle Entscheidung getroffen werden kann. Deshalb können die SozialarbeiterInnen selbst entscheiden, welche Stufe der Kindeswohlgefährdung vorliegt und müssen erst später die kommunalen zuständigen Behörden benachrichtigen. Dabei beschränkt sich die Befugnis der SozialarbeiterInnen des KSZ nur auf die vorläufigen Maßnahmeentscheidungen für das Kind oder den Jugendlichen. Sie dürfen erst handeln, wenn die körperliche und seelische Unversehrtheit des Kindes und Jugendlichen nicht gewährleistet wird.
  • [2] Die Verordnung des Präsidenten § 25 Abs. 1-2, 23.03.2013: 1. wird an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag eine Inobhutnahme durchgeführt, so kann diese um zwei weitere Tage verlängert werden. Gesetzlich geregelt sind 3 Tage der Inobhutnahme, durch einen Antrag wegen Samstag, Sonntag oder Feiertag, ist diese auf 5 Tage verlängerbar. 2. der Bürgermeister kann die Inobhutnahme, durch angeben eines triftigen Grundes, z.B. mehr benötigte Zeit zum bearbeiten des Falles, verlängern.
 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften