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11.3.2 Gesetzliches Zentrum sowie Polizei und Gericht

Erwarten die SozialarbeiterInnen des KSZ bei den Untersuchungen Gefährdungen vom Täter, können sie die Hilfe der Polizei anfordern. Dabei soll die Polizei unverzüglich vor Ort erscheinen und mit den SozialarbeiterInnen kooperieren (§ 27 Abs. 1 KWG). Grund für die Information der Polizei ist, dass die SozialarbeiterInnen nicht berechtigt sind, die Täter unter Zwang zu untersuchen. Einige Polizisten haben jedoch eine negative Einstellung gegenüber dem KSZ und sind der Meinung, dass passives Eingreifen bei Gewalt gegen Kinder ausreicht, weil dies eine Frage der Familien sei[1]. Des Weiteren ist es bei einem Eingriff durch die Polizei nicht geregelt, wer vorrangig die Entscheidung betreffend der Maßnahme für die Kinder und Jugendlichen zu treffen hat. Besonders kompliziert ist die Situation, wenn die Meinungen zwischen Polizei und KSZ auseinander gehen.

Ÿ Kooperation mit der Polizei einer Intervention im Falle von Gewalt gegen Kinder. z.B Hausbesuch und Inobhutnahme

Ÿ Weiterleitung an das KSZ im Fall von Gewalt gegen Kinder und Meldung unter der polizeilichen Notrufnummer 112

Ÿ Polizeiliche Ermittlung und familiengerichtiches Verfahren gegen die Täter

11.3.3 Medizinische Einrichtungen

In Fällen von Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche wird in der Regel mit einer medizinischen Einrichtung kooperiert, die eine Unterschung, Diagnose und Behandlung bei Gewalt gegen Kinder durchführt. Die ärztliche Diagnose oder das ärztliche Gutachten wird als wichtiger Beweis für eine Strafverfolgung oder Intervention benötigt. Jedoch gibt es selten bzw. kaum Kooperationen, die auf Präventionsmaßnahmen ausgerichtet sind, wie z.B. Mitteilungen eines Impftermins. Liegt bei Kindern und Jugendlichen durch eine akute Kindeswohlgefährung Lebengefahr vor, so dass eine Operation durchgeführt werden müsste, können Ärzte/Ärztinnen entsprechende Eingriffe ohne die Zustimmung der Erziehungsberechtigten, nicht ausführen.

Ÿ Meldungen an das KSZ oder Polizei bei Behandlung auffälliger Verletzungen, die auf Gewalt gegen Kinder hindeuten (§ 26 KWG)

Ÿ Medizinische Behandlungen bei Gewalt an Kindern

Ÿ Medizinische Diagnose ob Gewalt gegen das Kind vorliegt

11.3.4 Erzieherische und soziale Einrichtungen

Wollen die SozialarbeiterInnen des KSZ sich Informationen über einen Verdacht von Gewalt gegen das Kind oder den Jugendlichen in der Schule über LehrerInnen oder Freunde einholen, kann der/die SchulleiterIn die Aussage verweigern[2]. Die Schule ist gesetzlich nicht verpflichtet, zu kooperieren.

Ÿ Meldungen an das KSZ oder die Polizei bei Verdacht auf Gewalt gegen Kinder (§ 26 KWG)

Ÿ Präventions- und Erziehungsprogramme von Gewalt gegen Kinder (§ 31 KWG)

Ÿ Förderung von Therapien für Täter und Opfer

Die Analyse zeigt, dass die Gestaltung der Kooperation und Netzwerkarbeit zum Kinderschutz in Südkorea in Bezug auf Gewalt gegen Kinder durch das zuständige Ministerium und dem nationalen KSZ gut ausgebaut ist. Trotzdem ist die Kooperation und Netzwerkarbeit im praxisbezogenen Kontext teilweise umsetzbar, weil Gesetze bezüglich Vertraulichkeit von Ärzten, Anwälten bzw. der Schule usw. Vorrang gegenüber der Informationsweitergabe an das KSZ bzw die Polizei bei Kindeswohlgefährdung haben[3]. Es ist deshalb notwendig, dass in Südkorea entsprechende Gesetze im Hinblick auf Kooperation und Netzwerkarbeit bei Kindeswohlgefährdung spezifischer und deutlicher geregelt werden.

  • [1] Kim, H., 2008. Development plans for integrated support system for child abuse prevention. Korean Journal of Clinical Social Work Vol. 5-2, S. 21-40
  • [2] Ebd., S. 21-40
  • [3] Park, J., 2008. The Legal Protection for Abused Child. Diss. Korea Uni., S. 98
 
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