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12 Sozialpädagogische Handlungen und deren Grenzen in Deutschland

12.1 Die Handlungskonzepte sozialpädagogischer Arbeit

In Deutschland sind im § 8a SGB VIII bereits konkrete eigenständige Verfahrensvorschriften bei einer Kindeswohlgefährdung geregelt. Das Jugendamt hat das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mit mehreren Fachkräften einzuschätzen, wenn gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vorliegen. Dabei finden die Erziehungsberechtigten, sowie das Kind oder der Jugendliche in der Gefährdungseinschätzung Berücksichtigung (§ 8a Abs. 1 SGB VIII). Sind die Erziehungs-berechtigten nicht bereit oder in der Lage, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken, so hat das Jugendamt das Familiengericht anzurufen (§ 8a Abs. 2 SGB VIII) oder andere zuständige Stellen, wie die Polizei oder Einrichtungen der Gesundheitshilfe außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe einzuschalten (§ 8a Abs. 3 SGB VIII). Werden einem örtlichen Träger gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder eines Jugendlichen bekannt, so müssen diese zunächst eine eigene Gefahren-einschätzung vornehmen, ggf. eine insoweit erfahrene Fachkraft hinzuziehen und wenn es der Fall erfordert, das Jugendamt informieren (§ 8a Abs. 5 SGB VIII). Das Jugendamt muss also dann tätig werden, wenn „gewichtige Anhaltspunkte“, die auf eine Gefährdung des Kindeswohls hindeuten, bekannt werden. [1] Im Folgenden sind gewichtige Anhaltspunkte aufgelistet[2]:

Ÿ Äußere Erscheinung des Kindes (z.B. massive Verletzungen ohne erklärbare Ursache, starke Unterernährung)

Ÿ Verhalten des Kindes (z.B. Übergriffe gegen andere Personen, apathisches, verängstigtes Handeln, Äußerungen des Kindes, Straftaten)

Ÿ Verhalten der Eltern oder anderer Erziehungspersonen (z.B. unzureichende Ernährung, Gewalt gegenüber dem Kind, Unterlassung von Krankenbehandlungen, Isolierung des Kindes)

Ÿ Familiäre Situation (z.B. Obdachlosigkeit, Einsatz des Kindes zum Betteln)

Ÿ Persönliche Situation der Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten (z.B. häufig unter Alkoholeinfluss, Drogen, verwirrtes Erscheinungsbild)

Ÿ Wohnsituation (z.B. „vermüllte“ oder verdreckte Wohnung)

  • [1] Vgl. Jordan, E. (Hrsg.), 2008. Kindeswohlgefährdung. 3. Auflage. Weinheim und München, S. 41-42
  • [2] Ebd., S. 29
 
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