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12.3 Kooperation und Netzwerkarbeit zur Abwendung von Gewalt gegen Kinder

[1]

Damit eine effektive Unterstützung von Kindern und ihren Familien gelingen kann, ist eine deckende Kooperation und Netzwerkarbeit entscheidend. Von dieser Kooperation und Vernetzung der Institutionen kann dann ausgegangen werden, wenn sowohl die Hilfsangebote und Maßnahmen, als auch das professionelle Handeln der verschiedenen beteiligten Disziplinen aufeinander abgestimmt sind[2]. Deswegen ist das Ziel der Kooperation, nicht nur das Wohl der Kinder zu sichern oder es wiederherzustellen, sondern auch die Hilfe aufeinander abzustimmen, sich zu ergänzen und zu verzahnen[3]. Je bewusster wir uns diesen Eigenheiten eines Kooperationssystems sind, desto besser können wir einander verstehen und zusammenarbeiten. [4]

Gelingende Zusammenarbeit erfordert ein gemeinsames Problembewusstsein, das heißt:

Ÿ ein Interesse an einer gemeinsamen Lösung und Wille zur Kooperation,

Ÿ einen absehbaren Gewinn für alle Beteiligten und mindestens mittelfristig eine Arbeitsentlastung,

Ÿ Bereitschaft, Kooperation als zeitaufwändigen und langfristigen Prozess zu sehen,

Ÿ Bereitschaft, die Aufgaben und den Handlungsrahmen der Kooperationspartner zu akzeptieren.

Für die Prozessgestaltung ist unabdingbar:

Ÿ Gegenseitige Information über Leistungen, Möglichkeiten und Grenzen,

Ÿ Kooperationskultur aktiv gestalten (Anerkennung von Leistungen, Fairness,

Ÿ jeweilige Interessen, Erwartungen, Zugänge der Partner zu kommunizieren,

Ÿ Verbindlichkeit der Kooperation (Zeiten, Orte, Beauftragungen),

Ÿ Ergebnis- und Lösungsorientierung,

Ÿ Aufbau verlässlicher Netze,

Ÿ Moderation,

Ÿ gemeinsam getragene Veranstaltungen. [5]

  • [1] Unter Kooperation verstehen wir eine zeitlich und sachlich abgegrenzte, arbeitsteilig organisierte Zusammenarbeit zu festgelegten Bedingungen mit einem von den Beteiligten abgestimmten Ziel. Vernetzung hingegen ist eine unverbindlichere Form der Zusammenarbeit, die in erster Linie das Ziel verfolgt, Informationen über ein gemeinsames Thema auszutauschen, sich fallunabhängig für den Kinderschutz einzusetzen, sich gegenseitig zu unterstützen und bei Bedarf schnell zu kooperativen Zusammenschlüssen für bestimmte Aufgaben zu kommen. Kooperation und Vernetzung sind also keine Gegensätze, sondern sie ergänzen sich. Für das Thema Kinderschutz ist allerdings entscheidend, dass in der gemeinsamen Bearbeitung von Einzelfällen die Grundsätze der Kooperation gelten müssen. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit, klare Aufgabenteilung und vereinbarte Ziele sind unabdingbare Voraussetzungen für die gemeinsame Arbeit mit Eltern und Kindern bzw. Jugendlichen bei Kindeswohlgefährdung. Dazu ist es notwendig, dass eine Fachkraft bzw. eine Institution die Fallverantwortung übernimmt. Schone, R., Tenhaken, W. (Hrsg.), 2012. Kinder-schutz in Einrichtungen und Diensten der Jugendhilfe. Weinheim, S. 254
  • [2] Schone, R., Gintzel, U. (Hrsg.), 1997. Kinder in Not. Münster, S. 193
  • [3] Alle, F., 2012. Kindeswohlgefährdung. 2. Auflage. Freiburg, S. 197
  • [4] Ebd., S. 196
  • [5] Bundesministerium für Bildung, Jugend und Sport, (Hrsg.), 2004. Empfehlungen zum Umgang und zur Zusammenarbeit bei Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung sowie bei entsprechenden Verdachtsfällen. S. 23-24
 
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