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12.3.1 Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern

Nach § 8a Abs. 2 Satz 1 SGB VIII muss seit dem 1. Oktober 2005 eine verbindliche Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Aufgaben und Kompetenzen zwischen den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe und den freien Trägern von Einrichtung und Diensten zum Schutz des Kindes und Jugendlichen aufgebaut werden, das bedeutet, z.B. dass bei der Gefährdungseinschätzung mehrere Fachkräfte zusammenwirken. Dabei sind die freien und öffentlichen Träger gleichberechtigte Partner, auch wenn sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen[1].

Ÿ Die Kita kann mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen, ihnen eigene Hilfen anbieten oder sie an andere Institutionen weitervermitteln.

Ÿ Das Jugendamt ist darüber hinaus in der Lage, den Eltern Hilfen zur Erziehung anzubieten und kann Inobhutnahme veranlassen.

Ÿ Dem Familiengericht allein obliegt es, in das Elternrecht einzugreifen und das Jugendamt rechtlich zu überprüfen.

Quelle: Schone, R., Tenhaken, W., 2012 [2]

Abbildung 38: Kooperation in Entscheidungshierarchien

12.3.2 Verbindliche Netzwerke

Weiterhin wurde am 01.01.2012 im Bundeskinderschutzgesetz (BkiSchG) § 3 das Gesetz[3] zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) und darin enthalten, die „Rahmenbedingungen für verbindliche Netzwerkstrukturen im Kinderschutz“ verabschiedet. Dadurch sind mehrere Stellen verbindlich verpflichtet, Netzwerkstrukturen zum Kinderschutz und zur frühen Hilfe zu schaffen. Werden dabei den verschiedenen Fachkräften in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, müssen sie dem zuständigen Jugendamt die Situation des Kindes und Jugendlichen gemäß § 4 BkiSchG (Beratung und Übermittlung von Information durch Geheimnisträger) mitteilen. Bathke stellte in seiner Forschung fest, dass nach § 3 Abs. 2 KKG insbesondere Einrichtungen und Dienste der öffentlichen und freien Jugendhilfe in das Netzwerk einbezogen werden sollen. [4]

Quelle: Bathke, S., 2011

Abbildung 39: Netzwerkpartner im KKG

  • [1] Schone, R., Tenhaken, W. (Hrsg.), 2012. Kinderschutz in Einrichtungen und Diensten der Jugendhilfe. Weinheim, S. 260
  • [2] Ebd., S. 261
  • [3] „Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG)“ § 3 Rahmenbedingungen für verbindliche Netzwerkstrukturen im Kinderschutz (1) In den Ländern werden insbesondere im Bereich früher Hilfen flächendeckend verbindliche Strukturen der Zusammenarbeit der zuständigen Leistungsträger und Institutionen im Kinderschutz mit dem Ziel aufgebaut und weiterentwickelt, sich gegenseitig über das jeweilige Angebots- und Aufgabenspektrum zu informieren, strukturelle Fragen der Angebotsgestaltung und -entwicklung zu klären sowie Verfahren im Kinderschutz aufeinander abzustimmen. (2) In das Netzwerk sollen insbesondere Einrichtungen und Dienste der öffentlichen und freien Jugendhilfe, Einrichtungen und Dienste, mit denen Verträge nach § 75 Absatz 3 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch bestehen, Gesundheitsämter, Sozialämter, gemeinsame Servicestellen, Schulen, Polizei- und Ordnungsbehörden, Agenturen für Arbeit, Krankenhäuser, Sozialpädiatrische Zentren, Frühförderstellen, Beratungsstellen für soziale Problemlagen, Beratungsstellen nach den §§ 3 und 8 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, Einrichtungen und Dienste zur Müttergenesung sowie zum Schutz gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, Familienbildungsstätten, Familiengerichte und Angehörige der Heilberufe einbezogen werden.
  • [4] Bathke, S., 2011. Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen Bundeskinderschutzgesetz (BkiSchG): Vortrag im Rahmen der Fachtagung „Kinderschutz in gemeinsamer Verantwortung von Schule und Jugendhilfe Zwischenbilanz und Perspektiven am 18.10.2011 in Münster, Institut für soziale Arbeit e.V. S. 2
 
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