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15.3.2 Modellprojekt „STEEP™“ (2007-2009)

Wie das Projekt „Pro Kind“ ist auch das Modellprojekt „STEEP™“ ein frühes Präventionsprogramm zur Stärkung der Bindung und der Beziehungsfähigkeit der Mütter bzw. Eltern zu ihren Kindern im Zeitraum der Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr. STEEP™ bedeutet „Steps Towards Effective and Enjoyable Parenting“, d.h. „Schritte in eine gelingende und Freude bereitende Elternschaft“.[1]

Es wurde 1986 in den USA von Martha Erickson und Byron Egeland entwickelt und ist seit Jahren sehr erfolgreich. Das Programm unterstützt Mütter in belastenden, risikoreichen Lebenssituationen bei einer gelingenden Bindung/ Beziehung zum Kind. Das praktische Vorgehen und die methodische Umsetzung basiert auf bindungstheoretischen Erkenntnissen. Damit sollen die Gefahren von Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen zu Hause verringert und ein angemessener Umgang der Eltern mit ihren Kindern gefördert werden. [2]

Zielgruppe sind Schwangere in den letzten Monaten oder Mütter kurz nach der Entbindung, deren Lebensbedingungen, durch eine Kumulation von Risikofaktoren gekennzeichnet sind. Die Kriterien sind wie folgt: [3]

Ÿ Alter der Mütter bis 25 Jahre,

Ÿ kein höherer Schulabschluss als Hauptschulabschluss,

Ÿ aktueller Bezug von staatlichen Transferleistungen,

Ÿ Erfüllen der Leistungsvoraussetzungen zur Hilfe von Erziehung.

STEEP zielt darauf ab, die Risikofaktoren die Gewalt in der Familie zu verringern, stark belastete Familien mit ihren Kleinkindern, früh zu unterstützen und zu fördern. Der Fokus liegt dabei auf der Eltern-Kind-Beziehung: [3]

Ÿ die Entwicklung von Eltern und Kind begleiten,

Ÿ die Eltern-Kind-Bindung stärken,

Ÿ eine entwicklungspsychologisch gesunde Entwicklung des Kindes ermöglichen

Ÿ und Fehlentwicklungen präventiv verhindern,

Ÿ Resilienz fördern und

Ÿ Kindesmisshandlung und -vernachlässigung verhindern.

Die Hausbesuche finden 14-tägig durch STEEP-BeraterInnen statt. Dabei kommt eine wichtige Methode, die Videointervention, „Seeing is believing“, zum Einsatz. Während der Hausbesuche wird eine Videoaufnahme (ca. 19 Min.) der Mutter im Umgang mit ihren Kind erstellt sowie Interaktionen zwischen Mutter und Kind z.B. die Alltagssituationen wie Essen geben, Wickeln oder Spielen gefördert, um so eine Sensibilisierung für entsprechende Signale des Kindes zu fördern und um die Mutter-Kind-Interaktion zu analysieren. [5]Dann leitet der/die BeraterIn die gemeinsame Beobachtung des Videomaterials mit der Mutter bzw. den Eltern ein. Die Fragen des/der BeraterIn ermöglichen den Eltern durch offene Fragen, ihre Sensibilität für die Bedürfnisse des Kindes zu schärfen, ihre Fähigkeiten und Stärken zu erkennen und ihre eigenen Kompetenzen im Umgang mit dem Kind wahrzunehmen. [6]

Neben den Hausbesuchen und der Videoarbeit finden Gruppenangebote statt, die 14-tägig, ca. 3 Treffen in einer Eltern-Kind-Gruppe, umfassen. Sie bestehen aus drei Elementen: der Interaktionsteil, gemeinsame Unternehmungen, freies Spiel oder Singen, gemeinsame Mahlzeiten, der Austausche über persönliche Erfahrungen, Probleme und Aktivitäten mit dem Kind in der Mutterrunde. Weiterhin finden in der Gruppenkostellation, regelmäßige Treffen, sprich Familienunternehmungen für die ganze Familie statt. [7]

  • [1] Nationales Zentrum Frühe Hilfe. 2008. Frühe Hilfen Modellprojekte in den Ländern. Köln, S. 18-21
  • [2] Vgl. Sterzing, D., 2011. Präventive Programme für sozial benachteiligte Familien mit Kindern von 0-6 Jahren: Deutsches Jugendinstitut. München, S. 120
  • [3] Ebd., S. 120
  • [4] Ebd., S. 120
  • [5] Vgl. Suess, G., 2010. Schritte zu einer effektiven, Freunde bereitenden Elternschaft. Das STEEP Programm. In: Kißgen, R., Heinen, N. (Hrsg.), Frühe Risiken und Frühe Hilfen. Stuttgart, S. 197
  • [6] Vgl. Sterzing, D., 2011. Präventive Programme für sozial benachteiligte Familien mit Kindern von 0-6 Jahren: Deutsches Jugendinstitut. München, S. 121
  • [7] Vgl. Suess, G., Hammer, W. (Hrsg.), 2010. Kinderschutz. Stuttgart, S. 205
 
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