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Dritter Aspekt der Konstellationsanalyse: Beschreibung der interseriellen Verdichtung kommunikativer Erfahrungen (bzw. Analyse einer personalen Konstellation)

• Wie organisieren Personen die Brüche zwischen unterschiedlichen sozialen Serien, an denen sie beteiligt sind?

• Welche Widersprüche in der Organisation kommunikativer Erfahrung (hinsichtlich Argumentationsstil, sprachlichen Bildern, Deutungsmustern, Haltung, usw.) lassen sich zwischen den unterschiedlichen sozialen Serien feststellen, an denen eine öffentliche Person teilhat?

• Wie organisiert diese Person den Zusammenhang ‚ihrer' unterschiedlichen (teils widersprüchlichen) sozialen Serien, d. h. die Einheit ihres Denkraums?

• Welches sind die Konstanten, welches die variablen Elemente in den Handlungssequenzen der Person, d. h. ihrer interseriellen Denkbewegung?

4.) Schließlich wollen wir ausdrücklich festhalten, dass der sinnhafte Gehalt, der einer Ereigniskonstellation, einer sozialen Serie oder auch einer personalen Konstellation eignet, adäquat nur in Form einer materialgesättigten Analyse kommunikativer Verdichtungen nachvollzogen werden kann – was den Anspruch beinhaltet, einmal formulierte Hypothesen kontinuierlich zu prüfen (um sie ergänzen, zu präzisieren oder gegebenenfalls zu verwerfen). So mag es zwar zum Zwecke einer ersten Indexierung sinnvoll sein, im Beispiel der Goethe-Konstellation die soziale Serie, die die Eltern bilden, wie wir es oben getan haben, als ‚Zeugungsgemeinschaft' zu kennzeichnen. Aber auf materialer Grundlage würde sich sicher zeigen, dass nur in einigen der Sequenzen dieser Serie die Zeugung den Hauptstrang ihres Handelns und Zusammenhandelns bildet, dagegen in anderen Sequenzen andere Aspekte (Romantizismen; Alltagsorganisation; usw.) im Zentrum stehen. Mit anderen Worten: Der erste und wichtigste Anhaltspunkt für den Nachvollzug des sinnhaften Gehalts einer sozialen Serie sind die kommunikativen Akte der handelnden Personen, d. h. sind die Begriffe, die sie selbst verwenden, ihr Argumentationsstil, ihr Gebrauch sprachlicher Bilder, usw. So hatten wir festgestellt, dass in unserem Beispiel Textor, indem er die bürgerschaftliche Verallgemeinerung eigener familienverbandlicher Nöte vollzog, bestimmte Konzeptualisierungen vornehmen musste, z. B. eine Verbindung von ‚privaten' und ‚öffentlichen' Belangen herstellen, einen Ausdruck für das, ‚was Menschen zukommt', finden musste, o. ä. Aus dieser Beobachtung lässt sich eine weitere Aufgabe ableiten, die auf dem Weg der Konstellationsanalyse angegangen werden kann. Dafür müssen wir uns verdeutlichen, dass die Begriffe, mittels deren man in dieser sozialen Serie die Verdichtung der gemeinsamen kommunikativen Erfahrung vollzieht, die gleichen Begriffe sein können, in denen dies in einer anderen sozialen Serie geschieht. Diese Möglichkeit gilt nun keineswegs allein für jene Fälle sozialer Serien (die uns bisher beschäftigt haben), an denen einige oder mindestens eines der Elemente dieser sozialen Serie beteiligt sind. Sondern sie gilt auch für soziale Serien, an denen keines dieser Elemente beteiligt ist, ja deren Elemente möglicherweise die Elemente dieser Serie und deren Kommunikationen nicht einmal kennen, z. B. nicht einmal in deren geographischer Nähe oder zur gleichen Zeit leben.

Daher können wir am Leitfaden bestimmter Begriffe (Argumentationsfiguren, sprachlicher Bilder), sofern sie identifiziert wurden als bedeutsam für serielle bzw. interserielle (personale) Verdichtungen kommunikativer Erfahrungen, unterschiedliche, nicht zwangsläufig raum-zeitlich, jedenfalls aber in semantischer Hinsicht verbundene soziale Serien einander zum Zwecke des Vergleichs ihres Sinngehalts kontrastieren, z. B. mit Blick auf die unterschiedliche Funktion, die diesen Begriffen (Argumentationsfiguren, sprachlichen Bildern) in der Organisation von Übergängen und Brüchen im Fall unterschiedlicher Denkräume bzw. Denkbewegungen zukommt. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von der Analyse einer transseriellen Konstellation.

Vierter Aspekt der Konstellationsanalyse: Vergleich serieller Verdichtungen kommunikativer Erfahrungen (bzw. Analyse einer transseriellen Konstellation)

• Welche Funktion hat ein Begriff (eine Argumentationsfigur, ein sprachliches Bild, o. ä.) in unterschiedlichen sozialen Serien?

• Welche Funktion hat ein Begriff (eine Argumentationsfigur, ein sprachliches Bild, o. ä.) in unterschiedlichen Denkräumen bzw. Denkbewegungen?

 
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