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Start arrow Sozialwissenschaften arrow Einführung in die soziologische Konstellationsanalyse
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Dritte Verfahrensregel der Konstellationsanalyse Achte auf Kennzeichnungen von Kontinuitäten und Gegensätzen, um auf diese Weise Hinweise auf Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen sozialen Serien zu erfassen!

Wenn wir davon ausgehen, dass Strauss zufolge Personen und Institutionen sich nach ihrer reasonableness unterscheiden lassen (bzw. nach der reasonableness, die dem, der in ihnen agiert oder mit ihnen interagiert, zu praktizieren möglich ist), so können wir die Annahme formulieren, dass tendenziell alle die Personen und Institutionen, über die er sich äußert, nach der reasonableness, die er ihnen zuweist, unterschieden werden können.

Für einen Forscher, dessen Irritation Strauss' Gebrauch von reason bzw. reasonableness gilt, wird es demnach hilfreich sein, wenn er für sämtliche Personen bzw. Institutionen, die im Brief genannt werden, Hypothesen über die reasonableness, die Strauss ihnen zuweist (ihre Ausprägung, Gestalt, usw.), zu formulieren versucht. Dabei müssen wir allerdings berücksichtigen, dass gemäß unserer systematischen Überlegungen im vorangegangenen Kapitel gelten muss, dass dies lediglich reasonableness im Sinne der sozialen Serie, mit welcher der Forscher sich aktuell beschäftigt, ist: der Strauss-Kojève-Serie. Demnach müsste er idealerweise in der weitergehenden Analyse überprüfen, ob und inwieweit Strauss in anderen sozialen Serien, an denen er teilhat, anders über reason spricht und die reasonableness der genannten Personen und Institutionen anders beurteilt, als er es gegenüber Kojève tut – z. B. gegenüber den genannten Personen oder im Rahmen der genannten Institutionen selbst.

Diese Überprüfung bedarf der Hinzunahme weiterer Materialien. Um sie in zielführender Weise vornehmen zu können, empfiehlt es sich, auf der Grundlage des Ausgangsmaterials a) Hypothesen über Strauss' Einschätzung der reasonableness der genannten Personen und Institutionen zu formulieren; b) Fragen zu entwickeln, die verbleibende Forschungslücken markieren; c) Hypothesen zur Relevanz der Materialien, die potentiell hinzugezogen werden könnten, zu formulieren.

Für die konstellationsanalytische Verfahrenslogik können wir als weitere Regel feststellen, dass im Zuge der Identifikation der Ereigniskonstellation erste Hypothesen und weitergehende Forschungsfragen entwickelt werden sollten, die zur Auflösung der ursprünglichen Irritation beitragen können. Ebenso sollten Hypothesen über die Relevanz dieser inhaltlichen Hypothesen und Fragen entwickelt werden, um die Relevanz potentiell zu untersuchender sozialer Serien, d. h. potentiell hinzuzuziehender Materialien, einschätzen zu können. (Dass Hypothesen so heißen, wie sie heißen, um in der Folge überprüft zu werden, versteht sich dabei freilich von selbst.)

 
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