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5. Darstellung der Untersuchungsergebnisse

5.1 Die Fragebogenstudie

5.1.1 Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung

Um die in der Untersuchungsanlage zentrale Differenz der sozio-ökonomischen Lage der Schüler besser abbilden zu können, wurden vorab mithilfe der „Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2011“ (Landeshauptstadt Hannover, FB Steuerung, Personal und zentrale Dienste – Bereich Wahlen und Statistik) günstige Standorte für Hauptschulen und Gymnasien eruiert. Für die Hauptschulen wurden Indikationsmuster für sozio-ökonomisch besonders schwache Stadtteile gebildet, für die Gymnasien solche für sozioökonomisch besonders starke. Trotz zum Teil mangelnder Anzahl entsprechender Schultypen oder fehlender Teilnahmebereitschaft bzw. -möglichkeit mancher Schulen gelang es, die ohnehin vorhandene strukturelle Differenz zwischen Hauptschulen und Gymnasien durch diese informierte Standortauswahl zu verstärken. Insgesamt nahmen 101 Schüler der Hauptschule und 109 Schüler der Gymnasien an der Fragebogenuntersuchung teil. Auf der Grundlage der Aussagen der Schüler in den Fragebögen wurde ein subsumptionstaugliches Kategoriensystem erstellt. Zunächst wurden alle Aussagen erfasst und zu inhaltlichen Gruppen zusammengefasst.

Die Hauptkategorien

Jeder Schüler ist mit mindestens einer Aussage in den Hauptkategorien vertreten. Diese gliedern sich nach den Bereichen Klima-Umwelt, Ökonomie, Politik, Technik-Fortschritt-Modernisierung, Kultur, Kommunikation und Sonstiges (Abb. 5.1). Die meisten Schüler beider Schultypen verbinden mit dem Wort „Globalisierung“ Aspekte aus dem Bereich der Klimaund Umweltproblematik. (HS: 55,5 %;

Abb. 5.1 Differenzierung der Aussagen entlang der Hauptkategorien (absolute Zahlen)

Gym: 53,2 %) [1] Zwei weitere bedeutende Aussagenfelder können mit den Kategorien Ökonomie und Politik gefasst werden. 44 % der Gymnasiasten verbinden das Wort mit ökonomischen Aspekten. Bei den Hauptschülern bilden diese mit 15,8 % die drittstärkste Kategorie. Unwesentlich stärker ist die Kategorie Politik mit 16,8 % bei den Hauptschülern vertreten, während politische Aussagen bei den Gymnasiasten bei 31,2 % festzustellen sind. Einen weiteren Aussagenbereich, der vor allem bei den Gymnasiasten anzutreffen ist, bilden Vorstellungen über technische Entwicklung, Fortschritt oder Modernisierung. 16,5 % der Gymnasiasten antworteten in dieser Richtung, bei den Hauptschülern dagegen ist diese Kategorie nur marginal besetzt mit einer entsprechenden Aussage. Ein weiteres, lebensweltlich recht naheliegendes Vorstellungsfeld – insbesondere aufgrund der jeweiligen Erfahrungen mit dem Internet – bilden Aussagen zu Kommunikation und Informiertheit. Hier sind beide befragten Schultypen mit nahezu gleichen Anteilen vertreten (HS: 7,9 %; Gym: 9,1 %). Vorstellungen, die Bezug auf Veränderung kultureller Identitäten nehmen, sind insgesamt recht selten anzutreffen, in den Hauptschulen (dreimal) noch seltener als in den Gymnasien (achtmal). Leere Fragebögen und solche mit Aussagen deren Sachbezug intersubjektiv nicht nachvollziehbar ist, sowie Aussagen, die zwar Globalisierung andeutend mit Wörtern wie „Globus“, oder „weltweit“ oder „die Welt betreffend“ beschreiben, darüber hinaus aber keine weiteren inhaltlichen Aspekte transportieren, bilden die Kategorie Sonstiges. Hier sind die Hauptschulen mit 23,8 % deutlich stärker repräsentiert als die Gymnasien mit 8,3 %.

Einen differenzierten Überblick über die Verteilung der Vorstellungen gibt das Diagramm in Abb. 5.2.

Bei der Frage nach einer möglichen Geschlechtsspezifik der Vorstellungen zeigt sich folgendes Bild. Die Schülerinnen weisen einen auffällig höheren Anteil an Aussagen im Bereich der Kategorie Klima-Umwelt auf. Der Anteil der Schüler ist im Bereich Ökonomie und Politik größer, an den Hauptschulen ist dieser geschlechtsspezifische Unterschied im Bereich Ökonomie weniger deutlich als im Bereich Politik. Im Bereich Technik-Fortschritt-Modernisierung liegen die Gymnasiastinnen vor ihren männlichen Mitschülern, während der Kulturbereich fast ausschließlich von Gymnasiasten besetzt ist. Die Besetzung der Hauptkategorie Kommunikation zeigt keine nennenswerten Geschlechterdifferenzen, ebenso die Kategorie Sonstiges (Abb. 5.3).

  • [1] HS steht für Hauptschule und Gym für Gymnasium. Wenn im Folgenden diese Abkürzungen verbunden mit einer Nummer auftauchen (Beispiel: „Gym79“), bezeichnet die Abkürzung einen Schüler der jeweiligen Schulform.
 
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