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3.3.6 Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (DPWV)

Mehr als eine Million Menschen engagieren sich für den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. 2009, S. 51). Im Jahr 2001[1] hatte der DPWV mehr als 6.500 Jugendeinrichtungen, über 5.000 Einrichtungen für Menschen mit Handicap, 2.700 Einrichtungen für Senioren und mehr als 8.500 Selbsthilfe-gruppen. 141.922 Angestellten arbeiteten in 28.891 Einrichtungen (Boeßenecker 2005, S. 208). Diese sind aktuell in 15 Landesverbänden mit 280 Kreisgeschäftsstellen und über 10.000 selbstständigen Mitgliederorganisationen organisiert (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. 2012, S. 49). Die beteiligten Organisationen bearbeiten ein weites Feld, das von Altenpflege, Pflegedienste für Menschen mit Handicap, Kinder- und Jugendfürsorge, Familienfürsorge, Frauenarbeit, Flüchtlingsbetreuung, humanitärer Hilfe und Diensten für psychisch Kranke bis hin zu Migrationsberatung und Entwicklungshilfe reicht (ebd.). Im Vergleich zu anderen Verbänden ist die Vereinslandschaft des DPWV besonders vielfältig. Trotz seiner nicht religiösen Orientierung integriert der Verein z.B. religiöse Gruppen wie die Quäker sowie Einrichtungen bestimmter Migrantengruppen, z.B. das Fortbildungs- und Begegnungszentrum muslimischer Frauen (Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. 2009; Friedrichs und Klöckner 10.12.08). Der Paritätische arbeitet nach den „Prinzipien der Toleranz, Offenheit und Vielfalt“ und sieht sich als Vermittler zwischen verschiedenen Ideologien und Einstellungen, Jung und Alt sowie unterschiedlichen Kulturen (Der Paritätische Gesamtverband 1989). Auch die politische Arbeit ist von großer Bedeutung für den Verband, vor allem um sich für arme und hilfebedürftige Personen einzusetzen, jedoch ist er überparteilich (ebd.). Ein Vertreter des Gesamtverbandes des Paritätischen formuliert

„(…) die Vermeidung und Überwindung von Armut und sozialer Ausgrenzung und (…) die Förderung von chronisch Kranken und Menschen mit Behinderung und (…) die Stärkung der Selbsthilfe und des Ehrenamtes“ als wichtigste Ziele der Organisation (Friedrichs und Klöckner 10.10.08).

3.3.7 Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist eine Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation, die aus 16 nationalen und 223 regionalen Niederlassungen sowie 118 GmbHs in ganz Deutschland besteht. Der ASB ist kein politischer oder religiös geprägter Verein und erhält finanzielle Unterstützung von 1.100.000 Mitgliedern (Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. 2013, S. 13). Er beschäftigte 2009[2] 23.059 hauptamtliche und 10.661 freiwillige Mitarbeiter sowie 1.043 Freiwillige im Sozialen Jahr und 1.736 Zivildienstleistende (ASB 2009). Nach Ablösung des Zivildiensts durch den Bundesfreiwilligendienst konnten 2013 fast alle zur Verfügung stehenden 748 Stellen besetzt werden (ASB 2013, S. 26). Der ASB ist kooperatives Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und der Arbeiterwohlfahrt.

Sanitäter- und Erste-Hilfe-Ausbildung, Rettungsdienst sowie die Katastrophenhilfe und Entwicklungshilfe gehören zu den klassischen Arbeitsfeldern des ASB (ASB 2008). Auch psychologische Unterstützung wird von Kriseninterventionsteams angeboten sowie Hilfe für Personen mit Handicap (Friedrichs und Klöckner 07.11.08, 17.12.08, 10.02.09). Die Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) besteht aus 138 Gruppen, legt ihr Augenmerk auf die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen und organisiert kulturelle Veranstaltungen sowie Freizeitaktivitäten (ASB 2009). Auch das Leitbild des ASB betont, sich für Hilfebedürftige einzusetzen, ungeachtet „ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit“ (ebd.). Als Ziele der Organisation nennen die Leiter des Bundesverbands und der Regionalverbände

Menschen in Not und Krisen [zu] helfen (…) auch, zu verhindern, dass Menschen in Not und Krise landen“ (Friedrichs und Klöckner 10.02.09) und „den Menschen eine Heimat geben, damit sie sich engagieren können, damit sie auch ihr Gewissen befriedigen können“ und weiterhin „ein hohes Maß an Mitarbeiterzufriedenheit erreichen (…) um diese hochqualifizierten Menschen am Arbeitsplatz zu binden“ (Friedrichs und Klöckner 07.11.08).

Auch der ASB wird im Folgenden, obschon er kein eigenständiger Wohlfahrtsverband mehr ist, gesondert berücksichtigt, da er im Gegensatz zu seinem Träger – dem Paritätischen Wohlfahrtsverband – eine deutliche arbeiter-nahe Haltung einnimmt und nicht als wertneutral zu betrachten ist.

  • [1] Keine aktuelleren Angaben erhältlich
  • [2] Keine aktuelleren Zahlen verfügbar
 
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