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7.2.1.2 Werte

Frage 29 zu den persönlichen Lebenszielen ist identisch zu Frage D33 aus dem Freiwilligensurvey 2004 (Gensicke et al. 2005, S. 481), bis auf die Formulierung

die ich Ihnen vorlese“, die aufgrund der Befragungsform wegfällt. Auch die

Einleitung „Zum Abschluss noch“ wird aufgrund des Fragebogenablaufs hier zu

Nun noch“. Ansonsten wurden die Antwortkategorien und die Antwortskala von „unwichtig“ = 1 bis „außerordentlich wichtig“ = 5 unverändert übernommen. Diese Frage (Nr. 5) wurde bereits von Klages und Gensicke (1999, S. 144) im Rahmen ihres Werte- und Engagementsurveys verwendet und ist im vorliegenden Fragebogen auf 12 Items reduziert worden, wie auch im Freiwilligensurvey.

Es wurde eine Hauptachsen-Faktorenanalyse (PAF) durchgeführt und eine drei-faktorielle Lösung ermittelt[1] (Tabelle A 3, Tabelle A 4 und Tabelle A 5). Der Kaiser-Meyer-Olkin und der Bartlett-Test zeigen, dass es sich um eine mittlere bis gute Lösung handelt. Die Erklärte Varianz beträgt insgesamt 50,7 % und die Eigenvalues der Faktoren liegen zwischen 1,52 für den dritten Faktor und 2,66 für den ersten Faktor. Damit lassen sich drei Dimensionen der Wertetypen nach Klages und Gensicke (1999, S. 144; Gensicke 1999, S. 33). Faktor 1 setzt sich aus den Werten Fleiß und Ehrgeiz, hoher Lebensstandard, Macht und Einfluss haben, sich durchsetzen, genießen und Sicherheit zusammen und beschreibt Pflicht- und Akzeptanzwerte der Konvention. Der zweite Faktor umfasst Werte wie Phantasie und Kreativität, Benachteiligten helfen, politisches Engagement und Umweltschutz zusammen und wird im Folgenden als Selbstentfaltungswerte beschrieben. Faktor drei besteht aus Fleiß und Ehrgeiz, Sicherheit, Gesetz und Ordnung sowie Toleranz und beschreibt die Pflicht- und Akzeptanzwerte der Disziplin. Damit können mit dieser verkürzten Version der Fragen des Speyerer Wertesurveys drei Werttypen ausgemacht werden, die auch Klages und Gensicke (1999, S. 144) in ihrer Untersuchung beschreiben (Gensicke 1999, S. 33).

7.2.1.3 Soziales Netzwerk

Abbildung 3: Anzahl der angegebenen Freunde

x-Achse: Anzahl der Freunde; y-Achse: Anteil der Befragten, N = 862.

Die Fragen 30 bis 34 behandeln die sozialen Netzwerke der Befragten. Da sie sich nur auf die Freunde und Bekannten außerhalb der Familie oder der Partner-schaft beziehen, wird am Anfang dieses Fragenblocks in einem Erläuterungstext darauf hingewiesen. Frage 30 ermittelt zunächst die Anzahl der Freunde insgesamt und gibt dafür ein zweistelliges Zahlenfeld vor. Abbildung 3 zeigt die Verteilung der Angabe, wie viele Freunde die Befragten haben. Der Mittelwert be- trägt x= 16 mit einer Standardabweichung von 18 Freunden. Es zeigt sich deut- lich, dass die Frage nur von einem Teil der Befragten wahrheitsgemäß beantwor- tet wurde. Es ist nicht davon auszugehen, dass bei einer Anzahl von über 20 Personen sinnvoll geantwortet wurde (vgl. Fischer 1982, S. 41; Kecskes und Wolf 1996, S. 39). Daher werden jene Befragten, die mehr als 20 Personen angegeben haben, im Folgenden zusammengefasst[2].

Frage 31 spezifiziert die Anzahl der Freunde, die im gleichen Verein ehrenamtlich oder freiwillig tätig sind oder alternativ dort angestellt sind. Für beide Angaben gibt es jeweils ein zweistelliges Zahlenfeld.

Nach dem gleichen Prinzip fragt Frage 32 danach, wie viele der Freunde Mitglied des gleichen Vereins sind und wie viele an Vereinsveranstaltungen teilnehmen. Auch hierfür gibt es zwei zweistellige Zahlenfelder.

Frage 33 und 34 dienen als Namensgeneratoren und fragen nach bestimmten Freunden, die anhand ihrer Anfangsbuchstaben identifiziert werden sollen (Burt 1984). Es handelt sich um die Erhebung des egozentrierten Netzwerkes der Befragten. „Unter einem egozentrierten Netzwerk versteht man das um eine fokale Person, das Ego, herum verankerte soziale Netzwerk“ (ebd., S. 74). Dazu gibt es wieder einen Erläuterungstext vor diesen Fragen, der erklärt, dass die Abkürzungen der Anonymität dienen, und ein Beispiel dazu gibt, wie sie verwendet werden sollen.

Frage 33 entspricht mit leichten Formulierungsänderungen (die Umkehrung von „Hin und wieder besprechen die meisten Leute“ zu „Die meisten Leute besprechen hin und wieder“ und „wichtig sind“ statt „wichtig waren bzw. sind“) dem ersten Teil der Frage 9 des Fragebogens von Kecskes und Wolf (1996). Sie fragt nach den Anfangsbuchstaben der Personen, an die sich die befragte Person in den letzten 14 Tagen gewandt hat, um wichtige Dinge zu besprechen. Es handelt sich um den abgewandelten Namensgenerator nach Burt (1984): „Hin und wieder besprechen die meisten Leute wichtige Angelegenheiten mit anderen: Wenn Sie an die letzten sechs Monate zurückdenken, mit wem haben Sie über Dinge gesprochen, die Ihnen wichtig waren?“. Hier sind 16 zweistellige Antwortfelder vorgegeben, in die die Initialen eingefügt werden sollen. Die Ant-wortmöglichkeit des Originals „Ich habe mich in dieser Zeit an niemanden gewendet“ entfällt. In der Regel werden Netzwerkerhebungen in mündlichen Befragungen durchgeführt.

Analog zu Frage 33 erfragt Frage 34 die Anfangsbuchstaben der Personen, die sich in den letzten 14 Tagen an die befragte Person gewandt haben, um wichtige Dinge zu besprechen. Diese Frage entspricht dem zweiten Teil der Frage 9 aus Kecskes und Wolfs (1996) Netzwerkfragebogen. Die Formulierung wurde hier ergänzt durch „in den letzten 14 Tagen“ und wieder gekürzt auf „wichtig waren“ statt „wichtig waren bzw. sind“. Auch hier gibt es 16 zweistellige Antwortfelder für die jeweiligen Initialen. Wie schon bei Frage 33 entfällt auch hier die entsprechende Antwortmöglichkeit „In dieser Zeit hat sich niemand an mich gewendet“.

Der folgende Frageblock ermittelt detailliert einzelne Angaben über die fünf wichtigsten Freunde der befragten Person. Da diese Fragen zu einem anderthalbseitigen Block zusammengefasst sind, erklärt ein Anleitungstext zunächst, dass die Fragen spaltenweise für jeden Freund der Person ausgefüllt werden sollen. Aufgrund der hier vorliegenden schriftlichen Befragung wurden die Fragen des Netzwerkteils mit auffälligen farbigen Markierungen unterstützt. Im Design ist dieser Fragebogenblock dem Netzwerkfragebogen von Dunkake, Wagner und Endler (2010) nachempfunden.

Auch hier wird noch einmal gesondert darauf hingewiesen, keine Verwandten oder (Ehe-) Partner einzutragen. Die Fragentabelle mit den fünf Spalten enthält Unterfragen zu den Themen: Alter (zweistelliges Zahlenfeld), Geschlecht („männlich“ = 1, „weiblich“ = 2), Geburtsland („Deutschland“ = 1, „Türkei“ = 2,

Anderes Land“ = 3), Staatsangehörigkeit („türkisch“ = 1, „deutsch“ = 2, „deutsche und türkische“ = 3, „eine andere“ = 4), Erwerbsstatus („Erwerbstätig“ = 1,„Arbeitslos“ = 2, „Student, Schüler o. in Ausbildung“ = 3, „Rentner/ Pensionär“ = 4, „Hausfrau/ Hausmann“ = 5, „Sonstiges“ = 6), Schulabschluss („keinen“ = 1, „Hauptschulabschluss“ = 2, „Realschulabschluss“ = 3, „Fachabitur“ = 4, „Abitur“ = 5, „Ilkokul“ = 6, „Ortaokul“ = 7, „Lise“ = 8), Transferleistungsempfang („Wohngeld“, „Kindergeld“, „Unterhaltszahlungen“, „Arbeitslosengeld I“, „Arbeitslosengeld II/ Hartz IV“, „Sonstiges“ und „Keine Leistungen“, intern verkodet mit „trifft zu“ = 1 und „trifft nicht zu“ = 0), Religionszugehörigkeit („keiner“ = 1, „evangelische/ lutherische/ reformierte Kirche“ = 2, „Heilsarmee“ = 3, „andere protestantische Kirchen (Frei-kirchen)“ = 4, „römischkatholische Kirche“ = 5, „andere christliche Religionsgemein-schaften“ = 6, „islamisch-sunnitische“ = 7, „islamisch-schiitische“ = 8, „alevitische“ = 9, „andere islamische Religionsgemeinschaften“ = 10, „jüdische“ = 11, „sonstige“ = 12, „weiß nicht“ = 13), Ehrenamt im gleichen Verein („ja“ = 1, „nein“ = 2), Mitglied und Inanspruchnahme des gleichen Vereins (jeweils „ja“ = 1, „nein“ = 2).

Für die weiteren Analysen wurden die Antworten für die engen Freunde gezählt und den Befragten zugeordnet. Anschließend wird dargestellt, wie viele der fünf engen Freunde mit für die Analyse relevanten Merkmalen ausgestattet sind. So wird der soziale Status der engen Freunde über die Anteile jener mit Abitur, deren Erwerbstätigkeit und den Bezug von Transferleistungen gemessen. Weiterhin werden die intraethnische Kontakte durch das Geburtsland der Alteri operationalisiert und zu dem Geburtsland der Befragten ins Verhältnis gesetzt. Da vor allem bei den Mitarbeitern der islamischen Vereine der Kontakt zu Deutschen von Interesse ist, werden im Folgenden die Kontakte zu türkischen und Personen anderer Herkunft als der deutschen zusammengefasst.

Für die weiteren Analysen wurden die Angaben zu den fünf engsten Freunden zu Anteilswerten umcodiert, in dem die Merkmalsausprägungen der einzelnen Freunde ins Verhältnis zur Gesamtzahl der engen Freunde gesetzt wurden.

  • [1] Mehr zur Methode der Faktorenanalyse in Kapitel 7.3.1
  • [2] Fischer (1982, S. 41) findet mit seinem Namensgenerator 19,4 Freunde. Kecskes und Wolf (1996, S. 39) finden mit demselben Namensgenerator 7,8 Freunde
 
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