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2.4 Ausgewählte Merkmale zur Beschreibung der Use-Cases

In diesem Abschnitt werden Merkmale und deren mögliche Ausprägungen vorgestellt, mit denen die ausgewählten Use-Cases klassifiziert werden können. Neben den im Folgenden beschriebenen technisch orientierten Merkmalen können noch viele weitere Unterscheidungsmerkmale festgelegt werden, z. B. hinsichtlich Geschäftsmodell oder Marktplatzierung. Dieses soll auch aufgrund des bisher geringen Kenntnisstands über die konkreten Produkte zunächst hintangestellt werden.

Die Merkmale, in der alphabetischen Ordnung A bis I, wurden aus dem Drei-EbenenModell der Fahraufgabe nach Donges [3] abgeleitet und für die Beschreibung ausgewählt. Hierbei wird die Fahraufgabe in die Ebenen Navigation, Bahnführung und Stabilisierung aufgeteilt.

2.4.1 Merkmal A: Art des Beförderten

2.4.1.1 Motivation

Für die individuelle Mobilität mit einem Fahrzeug ist heutzutage immer ein Mensch notwendig, der sich in dem Fahrzeug befindet und es dauernd bzw. unter allen Umständen beherrschen muss [6]. Diese Bedingung könnte sich durch die Automatisierung der Fahraufgabe ändern. Die Art des Beförderten stellt außerdem grundlegende Anforderungen an das Fahrzeugkonzept und an das Sicherheitskonzept eines Fahrzeugs.

2.4.1.2 Merkmalsausprägungen

1. kein Fördergut und keine Person (dadurch keine spezifischen Insassenoder Transportschutzinteressen)

2. für Transport aufgegebenes Fördergut

3. Person/-en mit abgestimmten Zielen (Individualverkehr)

4. Personen mit nicht abgestimmten Zielen (öffentlicher Verkehr)

Ein Use-Case kann durch mehrere Ausprägungen dieses Merkmals abgedeckt werden. Die Aufteilung in Ausprägung 3 und 4 wird getroffen, um Individualverkehr und öffentlichen Verkehr zu unterscheiden. Ein Fahrzeug des Individualverkehrs befördert Personen mit abgestimmten Zielen. Im Gegensatz dazu befördert ein Fahrzeug des öffentlichen Verkehrs zusätzlich Personen, die nicht zuvor ihre Ziele abgestimmt haben. Mit dem öffentlichen Verkehr erreichen die unterschiedlichen Personen dennoch ihre Ziele, da ein Fahrplan mit Zielen und Zwischenzielen feststeht.

2.4.2 Merkmal B: Maximal zulässige Gesamtmasse

2.4.2.1 Motivation

Die maximal zulässige Gesamtmasse geht über die kinetische Energie in die Sicherheitsbetrachtung ein. Neben der Sicherheitsbetrachtung erweitert die Betrachtung der Gesamtmasse die Diskussion über den Individualverkehr bis hin zum öffentlichen Verkehr, den Gütertransport und die straßenbauliche Infrastruktur. Zusätzlich adressiert dieses Merkmal auf einer hohen Abstraktionsebene die Frage nach den Fahrzeugtypen, die möglicherweise durch die autonome Fahrfunktion und die sich ändernden Anforderungen nicht mit den aktuellen Fahrzeugtypen übereinstimmen werden. Statt auf die Grenzen der oft länderspezifischen Fahrzeugklassen einzugehen, werden vier Massenangaben gewählt, die von ultraleichten Fahrzeugen bis zu Schwerlastkraftwagen repräsentierenden Werten reichen und jeweils einen Faktor vier voneinander entfernt sind.

2.4.2.2 Merkmalsausprägungen

1. ultraleichte Pkw um 500 kg

2. Pkw um 2 t

3. leichte Lkw und Transporter um 8 t

4. schwere Lkw um 32 t

Eine diskrete Aufteilung wird eingesetzt, um die fiktiven Use-Cases zu beschreiben und ihre Masse ungefähr einzuordnen. Bei existierenden Use-Cases und definierten Einsatzbereichen ist die exakte Angabe einer Masse möglich.

 
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