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2.4.3 Merkmal C: Einsatzhöchstgeschwindigkeit

2.4.3.1 Motivation

Das Merkmal der Einsatzhöchstgeschwindigkeit (genau genommen das Quadrat der Geschwindigkeit) bestimmt zusammen mit der Masse die maximale kinetische Energie und ist daher ebenfalls zu unterscheiden. Ferner berechnet sich der Bremsweg in den Stand über das Geschwindigkeitsquadrat. Entsprechend steigen die Anforderungen an das vollautomatisierte System für das vorausgesetzte Herbeiführen eines risikominimalen Zustandes im Fehlerfall oder an Funktionsgrenzen mit dem Geschwindigkeitsquadrat.

Neben der Sicherheitsbetrachtung sind die Reisezeit und folglich die bezogen auf den zeitlichen Aufwand noch vertretbare Reichweite als Ergebnis der Einsatzgeschwindigkeit eine die individuelle Mobilität beeinflussende Größe. Zusätzlich beschränkt die Einsatzhöchstgeschwindigkeit gegebenenfalls das Einsatzgebiet des Fahrzeugs, falls bauartbedingte Mindestgeschwindigkeiten auf bestimmten Straßentypen vorgeschrieben sind.

2.4.3.2 Merkmalsausprägungen

1. bis 5 km/h

2. bis 30 km/h

3. bis 60 km/h

4. bis 120 km/h

5. bis 240 km/h

Die Einsatzgeschwindigkeit wird in fünf Stufen unterteilt, wobei die erste Stufe Schrittgeschwindigkeit charakterisiert und die nachfolgenden sich jeweils um den Faktor zwei voneinander unterscheiden (= Faktor vier in Bezug auf kinetische Energie und Bremsweg). Eine diskrete Aufteilung wird eingesetzt, um die fiktiven Use-Cases zu beschreiben und ihre Einsatzhöchstgeschwindigkeit einzuordnen. Für konkrete Use-Cases ist ein Wert für die Einsatzhöchstgeschwindigkeit unabhängig von den fünf Stufen anzugeben.

2.4.4 Merkmal D: Szenerie

2.4.4.1 Motivation

Welche räumlichen Gebiete, die dem Fahrzeugführer durch das „Driver-only“-Automobil zugänglich sind, werden auch mit dem beschriebenen Use-Case des autonomen Fahrens befahrbar? Das Merkmal Szenerie beschreibt den räumlichen Einsatzbereich, in dem das Fahrzeug autonom fährt: Existieren beispielsweise genormte Strukturen, wie viele Fahrstreifen sind vorhanden und existieren sonstige Kennzeichnungen?

Bereits die statische Szenerie kann vielseitig sein und eine Herausforderung für den Fahrroboter darstellen. Ein Beispiel dafür sind die oft erwähnten, von Schnee bedeckten Fahrstreifen oder die von Büschen oder Bäumen verdeckten Verkehrszeichen. Diese bei Fahrtbeginn eventuell unbekannten und nicht beeinflussbaren Szenerie-Setups werden nicht bei diesem Merkmal beachtet. Inwiefern der Fahrroboter diese Szenerie-Setups bewältigen kann, ist durch die Annahme beschrieben, dass die Qualität und Erfolgsquote des Fahrroboters bei der Bewältigung der Fahraufgabe denen des menschlichen Fahrers entspricht. Dieses Merkmal beschreibt folglich auf hoher Abstraktionsebene (Lage, Umfeld und Funktion der Straße) die vorhersehbaren und Regeln folgenden Szenerien.

 
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