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2.4.5 Merkmal E: Dynamische Elemente

2.4.5.1 Motivation

Die Komplexität einer Szene hängt neben der Szenerie maßgeblich von den dynamischen Elementen ab. Die dynamischen Elemente, die sich zusätzlich zu dem autonom fahrenden Fahrzeug in der Szene befinden, erweitern die Anforderungen an die (Fahr-)Fähigkeiten des Fahrroboters. Somit beschreibt dieses Merkmal, inwieweit der Use-Case im aktuellen Straßenverkehr eingesetzt werden kann oder ob Einschränkungen bzw. der Ausschluss von dynamischen Elementen vorgesehen ist.

2.4.5.2 Merkmalsausprägungen

1. ohne Ausschluss

2. nur Kraftfahrzeuge

3. nur autonom fahrende Fahrzeuge

4. keine anderen dynamischen Elemente

Eine Beschreibung der einzelnen Ausprägungen findet sich in Tab. 2.6. Der Ausschluss anderer dynamischer Elemente bei den Ausprägungen 2 bis 4 ist nicht ohne Ausnahme gegeben, wie das folgende Beispiel illustriert: Die Szene auf einer heutigen Autobahn wird beispielsweise durch Ausprägung 2 Nur Kraftfahrzeuge beschrieben. Der Fall, dass eine Person oder ein Radfahrer die Autobahn betritt, ist trotzdem möglich, wird aber aufgrund seiner Eintrittswahrscheinlichkeit vernachlässigt. Gemäß der in Abschn. 2.2 (Getroffene Annahmen) genannten gemeinsamen Eigenschaften (Mischbetrieb) werden nur die Ausprägungen 1 und 2 für die Use-Case-Bildung verwendet.

Tab. 2.6 Ausprägungen des Merkmals E

Ausprägung

Beschreibung

ohne Ausschluss nur Kraftfahrzeuge

• komplexeste Szene

• beinhaltet z. B. Tiere, Fußgänger, Radfahrer, Fahrzeuge, Polizeibeamte

• Aufeinandertreffen von autonomen Fahrzeugen und menschgeführten Kraftfahrzeugen

• Tiere, Fußgänger usw. nur als extrem seltene Ausnahme behandelt

nur autonom fahrende Fahrzeuge

• exklusive Szenerie für sich autonom bewegende Fahrzeuge

keine anderen dynamischen Elemente

• exklusiv für ein (autonom fahrendes) Fahrzeug

2.4.6 Merkmal F: Informationsfluss zwischen Fahrroboter und anderen Instanzen

2.4.6.1 Motivation

Der Fahrroboter erfüllt die Aufgaben der Perzeption, Kognition, Verhaltensentscheidung und Verhaltensausführung: Dafür werden Informationen über den eigenen Zustand des vom Fahrroboter gesteuerten Fahrzeugs wie beispielsweise Position und Geschwindigkeit, aber auch Informationen über die Umwelt und die Insassen benötigt. Diese Informationen werden entweder durch Sensoren, durch Auslesen eines Speichers oder durch Kommunikation gewonnen. Wie und welche Informationen vom Fahrroboter mit welcher Instanz ausgetauscht werden, ist durch den Zweck des Informationsflusses definiert. Um den Informationsfluss für einen Use-Case zu beschreiben, werden den Use-Cases deshalb die Zwecke des Informationsaustausches zugeordnet.

Die Verfügbarkeit der Information muss der Übertragung sowie den Kommunikationspartnern und dem Einsatzzweck entsprechen. Wie bereits beschrieben, wird zusätzlich davon ausgegangen, dass die Technologie nur sukzessiv Einzug in den Markt hält; somit beherrschen nicht alle dynamischen Elemente in der Umgebung den Informationsaustausch. Der hier betrachtete Informationsfluss des Fahrroboters ist eine Untermenge des gesamten Informationsflusses des Fahrzeugs. Für die Betrachtung werden an dieser Stelle Zwecke, die zu Infotainment und Komfortsteigerung zu rechnen sind, vernachlässigt. Aktuelle Nachrichten, der Zugang zu einem sozialen Netzwerk oder Musikstreamingfunktionen können als Dienstleistungen den Zusatznutzen der autonomen Fahrt steigern, jedoch ist der Informationsfluss durch diese Dienste nicht primär für das autonome Fahren relevant. Deshalb werden nur Zwecke mit Einfluss auf die Verkehrssicherheit, Verkehrseffizienz sowie Zwecke, die eventuell für die autonome Fahrt vorausgesetzt werden, als Unterscheidungsmerkmal der Use-Cases beschrieben.

 
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