Bereicherung durch Globalisierung

Unter „Bereicherung durch Globalisierung“ fallen alle Aussagen, die eine Bereicherung durch wechselseitige kulturelle Einflüsse zum Ausdruck bringen. Gym69 sieht die Globalisierung zwar in erster Linie unter wirtschaftlichen Aspekten, findet die Globalisierung jedoch vor allem deswegen „gut“, da so die „Aufklärung über verschiedene Kulturen und Länder besser geworden ist“. Ebenfalls unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet Gym85 die Globalisierung. Er hält sie für „eigentlich profitabel für Wirtschaft und Kultur“. Sie bringe viel „Einfluss und Wohlstand anderer Länder“. Als Beispiel führt er an, dass „Amerikas Kulturbild […] durch starken Handel und Unterhaltungsindustrie verbreitet“ worden sei. HS79 versteht unter Globalisierung, dass „etwas weltweit verbreitet“ wird. Insbesondere meint sie damit „Kulturen aus anderen Ländern, Internet, Musik, Menschen oder Freunde aus anderen Ländern“. Sie „stört […] nichts“ daran, weil es ohne diese Verbreitung „nicht das geben“ würde, „was wir heute haben oder was ich will“. Insgesamt konstatiert sie: „Man lernt auch vieles dazu aus anderen Kulturen.“

Chancen und Gefahren durch Globalisierung

Unter „Chancen und Gefahren durch Globalisierung“ fallen alle Aussagen, die sowohl positive als auch negative kulturbezogene Aspekte zum Ausdruck bringen. Die beiden Gymnasiasten argumentieren dabei sehr unterschiedlich. Gym61 versteht unter Globalisierung, dass „bestimmte Entwicklungen auf der Welt von allen Ländern übernommen“ werden und findet die Globalisierung „gut“, weil sie den „Zusammenhalt zwischen den Menschen stärkt“. Seine positive Einschätzung schränkt er aber sofort wieder ein, denn die Globalisierung schade „auch sicherlich einzelnen Menschen […], da sie in ihrer kulturellen Entwicklung beschränkt werden“. Gym101 stellt eine Ausnahme im Bereich Kultur dar. Er versteht unter Globalisierung im Wesentlichen Kolonialismus. Bei der Globalisierung wanderten Menschen „aus ihrer Heimat aus, um die Welt zu ‚globalisieren'“. So hätten „Leute wie Christoph Columbus, der Amerika entdeckt hat, die Grundlage für die USA“ gelegt. Dadurch seien „viele verschiedene Kulturen und Völker“ zusammen gekommen und lebten „dort auch meist friedlich“. Durch diesen Prozess sei es auch zur „Verbreitung der Kultur/Religion“ und zum „Kennenlernen neuer Orte, Sitten, etc.“ gekommen. Seine positive Bewertung des Kolonialismus erfährt allerdings eine Einschränkung. So gestaltete „man […] als Kolonist“ die Umgebung insofern um, „dass sie dort so leben können wie in ihrer Heimat“. „Menschen, die vielleicht schon dort vorher gelebt haben“, würden dabei vertrieben. Vor dem Hintergrund dieser Argumentation kommt er zu dem abwägenden Fazit: „Zwar bin ich für die Globalisierung, um mit diesen Ländern zu leben und kennenzulernen, jedoch (meist) auf Kosten der Ureinwohner, und ihrer alten Sitten und Traditionen.“

Abb. 5.11 Differenzierung der Aussagen im Bereich der Hauptkategorie Kommunikation (absolute Zahlen)

Unter die „kategoriale Nennung“ fallen alle Aussagen, die über die bloße Nennung des Begriffes „Kultur“ oder eines kulturellen Aspektes nicht hinausgehen. Zwei Hauptschüler führen den Begriff „Kultur“ ohne weitere Kontextualisierung an.

 
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