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Technik-Fortschritt-Modernisierung

Der Kategorie „Technik-Fortschritt-Modernisierung“ wurden alle Aussagen zugeordnet, die Globalisierung mit Technik, Technologie und/oder deren Weiterentwicklung in Verbindung bringen. Inhaltlich legt das Material eine Differenzierung hinsichtlich der Wertungsebene nahe (Abb. 5.14).

Die stärkste Gruppe bilden dabei jene Schüler, die die beschriebene technische Entwicklung als etwas durchweg Positives darstellen. Auffällig ist in der Argumentation dieser Gruppe, wie auch in jener, die die technische Entwicklung als „bedingt positiv“ betrachteten, ein tautologisches Muster: Globalisierung = technischer Fortschritt = Positiv. So versteht Gym46 unter Globalisierung, „dass sich Technologien von verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt verbreiten“, die Ursache vermutet er in der „sich immer weiter entwickelnden Technik“ selbst:

„Die Globalisierung ist eine gute Sache, da die Weiterentwicklung der Technik eine wichtige Sache ist. Die Welt ist ja zur heutigen Zeit auf Technik angewiesen.“ Gym40 versteht unter Globalisierung allgemeiner „Veränderungen in unserer Welt“, welche ihre Ursache in der mangelnden Zufriedenheit der Menschen mit dem Status quo habe, den sie durch technischen Fortschritt zu überwinden trachteten. Sie bewertet: „Wenn es das ist, was ich denke, finde ich es gut, da was neues immer besser ist. Und hilft auch den Menschen weiter.“ Hier scheint eine ziemlich deutliche und unwidersprochen positive Haltung gegenüber dem Prinzip technischer Innovation durch. Die Darstellung von Gym79 führt noch zusätzlich das Moment des ökonomischen „Konkurrenzkampfes“ an und präsentiert im Vergleich zu anderen unilinearen Fortschrittsbzw. Modernisierungsvorstellungen eine Vorstellung der Wechselseitigkeit. Sie glaubt Globalisierung sei „gut, da es uns ermöglicht mit der ganzen Welt zu handeln und gegenseitig zum Fortschritt animiert.“ Gym99 sieht die technische Entwicklung als Motor der Globalisierung. Es sei „unaufhaltsam, dass sich alle möglichen Bereiche miteinander verknüpfen/verbinden, miteinander arbeiten, voneinander abhängig werden und dass es kaum noch/ keine Monopolgesellschaften mehr geben wird.“ Ebenfalls in einem eher ökonomischen Kontext ist die Aussage von Gym85 verortet. Er begreift Globalisierung als weltweiten Handel mit Waren und Technologien und wertet:

„Sie ist eigentlich profitabel für Wirtschaft und Kultur. Bringt sie doch viel Einfluss und Wohlstand anderer Länder. Beispiel: Amerikas Kulturbild wurde durch starken Handel und globale Unterhaltungsindustrie verbreitet.“ Eine Fortschrittsvorstellung, die sich mehr auf das allgemeine Menschheitswohl bezieht, äußert die Schülerin Gym56. Sie versteht unter „Globalisierung“ die Entwicklung eines größeren und kompetenteren Handlungsrepertoires in Bezug auf allgemeinere gesellschaftliche Belange wie die „Verbesserung des Trinkwassers“ und bewertet abschließend: „Wenn es sich um den Fortschritt handelt, hat die Globalisierung viele Vorteile, da dadurch die Lebensumstände verbessert werden.“ Der technische Fortschritt wird nicht als ambivalentes Phänomen wahrgenommen. Technik wird nicht als eine mögliche Ursache für problematische Entwicklungen betrachtet, sondern lediglich als Lösung gedacht.

In der Gruppe der bedingt positiven Aussagen im Bereich Technik-FortschrittModernisierung lässt sich konstatieren, dass von den meisten Schülern Schäden für Mensch und Natur einschränkend angeführt werden. So nennt Gym88 den Vorteil erleichterter „Kommunikation mit anderen Ländern auf der ganzen Welt“ und weist gleichzeitig auf „Naturzerstörung“ hin. Gym55 beschreibt ökologische Missstände, betont aber gleichzeitig, dass Globalisierung gut sei, „da die Menschen die Modernisierung brauchen.“

Eine weitere Kategorie bildeten die Aussagen der Schüler, welche die technologische Entwicklung/Modernisierung als durchweg kritisch betrachten. Ihre Anzahl ist mit 3 Schülern im Vergleich zur Gruppe der positiven und bedingt positiven Aussagen vergleichsweise gering. Gym65 versteht etwa unter „Globalisierung“ den Klimawandel und sieht diesen verursacht durch „Zu schnelle technische Entwicklung (vielleicht sollten wir uns in eine andere Richtung entwickeln.“ Gym50 versteht unter Globalisierung „ dass die Kulturen sich verändern und die Welt sich entwickelt“ und sieht die Ursachen in „Zuwanderung“ und „Technik“ und schließt in ihrer Bewertung, sie fände „es nicht gut, dass die Kulturen zurückbleiben und vergessen werden und dass die Technik sich entwickelt ist auch nicht gut, da die Radioaktivität Krankheiten verursacht.“

Abb. 5.15 Differenzierung der Aussagen im Bereich der Hauptkategorie Sonstiges (absolute Zahlen)

Sonstiges

Eine Gruppe innerhalb der Hauptkategorie „Sonstiges“ bilden jene, die eine lose, nicht näher explizierte Assoziation mit Begriffen wie „Erde“, „Welt“ oder „Internationalisierung“ vornehmen, welche nicht näher im Sinne einer der anderen Hauptkategorien ausgeführt wird. Sieben Hauptschüler und zwei Gymnasiasten waren hier einzuordnen. Von dieser Untergruppe unterscheiden sich jene, welche explizit ihre Unkenntnis des in Frage stehenden Gegenstandes kundtun. Dies ist bei sechs Gymnasiasten und bei acht Hauptschülern der Fall. Eine Restkategorie innerhalb der Gruppe Sonstiges bilden alle unlesbaren Aussagen, alle Aussagen die keine intersubjektiv erschließbare und nachvollziehbare Relevanz zum Themenfeld aufweisen, sowie alle nicht ausgefüllten Fragebögen. An den Gymnasien trifft dies auf einen Schüler zu, an den Hauptschulen ist dies neunmal der Fall (Abb. 5.15).

 
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