Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Pädagogik arrow Jungen und Gewalt
< Zurück   INHALT   Weiter >

2 Interkulturelle Kompetenz in der Jugendhilfe

Seitdem es Realität ist, dass die Migrantinnen und Migranten nicht nur „Soziale Einrichtungen der Sonderdienste für Migranteninnen und Migranten“[1] aufsuchen, um Unterlagen ausfüllen zu lassen, sondern mit ihren facettenreichen Problemen, wie zum Beispiel Erziehungsberatung, Jugendgerichtshilfe, Familienhilfe, Heimerziehung oder Schuldnerberatung, verstärkt zu Klienten der Regeldienste werden, spricht man von Interkultureller Kompetenz. Denn die Sonderdienste für Migrantinnen und Migranten können all diese umfangreichen Aufgaben nicht mehr bewältigen. Darüber hinaus werden solche Sonderdienste aufgrund der knappen Kassen der Länder und Kommunen nicht mehr finanziert. Deshalb müssen die Fachkräfte der Sozialen Regeldienste, die mit Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, Kenntnisse der Interkulturellen Kompetenz besitzen. Kenntnisse der Interkulturellen Kompetenz sind seit geraumer Zeit Schlüsselkompetenzen. Während in den 70er, der 80er- und Anfang der 90er Jahre die Fachkräfte der Regeldienste die Migrantinnen und Migranten aufgrund der Sprachbarrieren an die Sonderdienste verwiesen, ist diese Begründung seit ca. Mitte der 90er-Jahre nicht mehr zu halten. Denn es hat sich herausgestellt, dass Missverständnisse nicht auf die geringen Sprachkenntnisse der Migranten zurückzuführen sind, sondern auf unterschiedliche Ansätze auf der Handlungsebene.

Die deutsch-türkischen Jungen sind in allen Bereichen der Jugendhilfe präsent, wie z. B. Heimerziehung, Anti-Aggressivitäts-Training, Offene Kinder- und Jugendarbeit etc. Alleine mit der Einstellung von türkeistämmigen Pädagoginnen und Pädagogen ist das Problem nicht gelöst. Deshalb müssen die Kenntnisse der Interkulturellen Kompetenz als eine wichtige Handlungskompetenz und als ein entscheidender Qualitätsstandard betrachtet werden. In den folgenden Abschnitten wird zunächst geklärt, was unter dem Begriff Interkulturelle Kompetenz und Interkultureller Öffnung zu verstehen ist. In einem weiteren Kapitel wird die Interkulturelle Kompetenz im Hinblick auf auffällige bzw. deviante türkeistämmige Jungen diskutiert.

  • [1] Soziale Einrichtungen der Sonderdienste für Migrantinnen und Migranten wurden Anfang der 70er-Jahre eingerichtet, um die damaligen Gastarbeiter in deren Muttersprache zu beraten. Die Aufgabe dieser Einrichtungen, wie z. B. die Arbeiterwohlfahrt für die Türken, bestand zunächst darin, Unterlagen auszufüllen bzw. als besser bezahlte Dolmetscher zu fungieren. Die meisten Angestellten besaßen auch keine sozialpädagogische Ausbildung
 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften