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2.1 Begriffliche Abklärung

Bevor der Begriff Interkulturelle Kompetenz erläutert wird, soll sehr kurz und oberflächlich die Interkulturelle Öffnung der Einrichtungen dargelegt werden.

Interkulturelle Öffnung der Institutionen

Die Öffnung der Institutionen, wie z. B. Schule oder Jugendhilfeeinrichtungen, ist in Anbetracht der oben beschriebenen Situation unausweichlich. Was Interkulturelle Öffnung genau heißt, ist weniger bekannt, obwohl dieser Terminus seit vielen Jahren verwendet wird. Hubertus Schröer definiert ihn wie folgt: „Interkulturelle Öffnung wird zusammenfassend verstanden als ein bewusst gestalteter Prozess, der (selbst-)reflexive Lern- und Veränderungsprozesse von und zwischen unterschiedlichen Menschen, Lebensweisen und Organisationsformen ermöglicht, wodurch Zugangsbarrieren und Abgrenzungsmechanismen in den zu öffnenden Organisationen abgebaut werden und Anerkennung ermöglicht wird.“ (Schröer 2009, S. 206) Konkret bedeutet es, dass die Institutionen und Organisationen ihre Angebote an die sich verändernden Bevölkerungsgruppen anpassen müssen. Dass eine Öffnung nötig ist impliziert, dass die Institutionen geschlossen sind. Das heißt, sowohl auf Seiten der Institutionen, aber auch seitens der Migrationsgruppen gibt es Hemmnisse, Hindernisse und Vorbehalte. Um diese abzubauen, muss auf vier Ebenen angesetzt werden, damit die Interkulturelle Öffnung erreicht werden kann.

Organisations- und Leitungsebene Die Leitung ist von der Interkulturellen Öffnung überzeugt und treibt sie voran. Die Interkulturelle Öffnung wird beispielsweise in das Leitbild der Institution oder Organisation aufgenommen.

Personalebene Hier werden nicht nur die Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen sensibilisiert und geschult, sondern es wird auch gezielt Personal mit Migrationshintergrund akquiriert. In Stellenausschreibungen wird Interesse an Menschen mit Migrationshintergrund signalisiert.

Die Angebotsstruktur Die Angebote sind niederschwellig und werden mehrsprachig beworben. Die Akzeptanz wird verbessert, indem die Milieus oder Stadtteile aufgesucht werden.

Kooperation mit Migrantenselbstorganisationen Die Partizipation und Expertise der Migrantenselbstorganisationen, wie Kulturoder Moscheevereine, sind zwingend nötig, um eine gezielte und ganzheitliche Öffnung voranzutreiben.

Bezogen auf diese vier Ebenen kann konstatiert werden, dass die Interkulturelle Öffnung in Deutschland noch „in den Kinderschuhen steckt“. Beispielsweise ist das Interesse an interkulturellen Schulungen relativ gering und der Anteil an Personal mit Migrationshintergrund in Institutionen marginal. Die Anzahl der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in Schulen liegt bei nur vier Prozent, obwohl der Migrantenanteil in Deutschland bei 20 % liegt (tu-dortmund.de/uni/ Einstieg/aktuelles/meldungen/2013-05/13-05-06_schuelercampus/index. html). Die Interkulturelle Öffnung müsste gezielter und strategischer umgesetzt werden.

 
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