Fazit

Insgesamt zeigte sich, dass die Vorstellungen über den Zusammenhang von „Globalisierung“ und „Kultur“ nicht sonderlich stark ausgeprägt waren. Im Hinblick auf verwertbare Aussagen zu dem Themenkomplex „Kultur“ waren eher die Interviewstellen ergiebig, die nicht abstrakt nach einer Verbindung zwischen diesen beiden Begriffen fragten, sondern jene, an denen die Auswirkung der Globalisierung fassbarer wurde: An der Anwesenheit von Menschen verschiedenster Kulturen vor Ort. Auch wenn hier aufgrund der vorliegenden Daten in Form von teilstandardisierten Interviews auf exakte zahlenmäßige Vergleiche verzichtet wird, können in der Tendenz doch gewisse schulformspezifische Differenzen identifiziert werden. Die oben beschriebenen Muster sind nicht als klar voneinander abgrenzbare Typen zu verstehen. Vielmehr lassen sich viele Überschneidungen feststellen, etwa wenn ein Schüler zwar in erster Linie einer vermeintlichen Vermischung der Kulturen positiv gegenübersteht, jedoch auch Anpassungen im Sinne des Musters des toleranten Nebeneinanders von verschiedenen Kulturen unter Vorbehalt fordert. Oder wenn jemand, der im Sinne von Muster 1 die eigene Kultur bedrängt sieht, jedoch auch Elemente der Duldsamkeit des als vermeintlich klar Anderen zum Ausdruck bringt. Die Muster verweisen dabei jedoch auf ein Kontinuum. Der eine Pol des Kontinuums der Vorstellungen kultureller Identität ist charakterisiert durch Verschlossenheit, Bedrohung, Abwehr und Dominanz. Am anderen Pol wird die Vorstellung durch das Bild einer multikulturellen Bereicherung geprägt, wobei hier Offenheit und die Erhöhung der interkulturellen Kompetenz in den Fokus gerückt werden. Die Ausführungen der Hauptschüler sind stärker dem ersten Pol zuzuordnen, während die geäußerten Vorstellungen der Gymnasiasten eher dem zweiten Pol zugehörig sind.

 
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