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Einzelgespräche

Das Hauptziel des Einzelgesprächs besteht darin, zunächst den Kontakt zum Teilnehmer herzustellen und ihn über den Kurs zu informieren. „Diese Informationen sollen vorhandene Ängste, Befürchtungen und falsche Vorstellungen vom Kurs reduzieren und korrigieren helfen.“ (Frey et al. 1997, S. 77) Wenn die Jugendlichen konkrete Informationen bereits im Vorfeld des Trainings erhalten, erhöht sich die Chance, dass sie ihre Energie nicht auf ein Abwehrverhalten konzentrieren, sondern eine eher neugierige und aufnahmebereite Grundhaltung entwickeln (Frey et al. 1997, S. 77).

Darüber hinaus soll nach Möglichkeit überprüft werden, ob der Jugendliche für die Teilnahme geeignet ist, ob er stark drogenabhängig ist oder große psychische Probleme hat. Wenn die Trainer bei einem Jugendlichen Bedenken haben, soll dieser zu einem zweiten Vorgespräch, ggf. im Beisein eines Psychologen, eingeladen und intensiv interviewt werden.

Das Verfassen eines Opferbriefes

Bevor ein solcher Brief verfasst werden kann, soll die Opferperspektive anhand eines Films oder einer Tonbandaufzeichnung, die das Leiden des Opfers in den Mittelpunkt stellen, thematisiert werden. Es sollen Betroffenheit, Mitgefühl und Einfühlungsvermögen geweckt werden.

Das Verfassen eines Opferbriefes soll der Auseinandersetzung mit der Tat dienen. Darüber hinaus soll sich der Täter, nachdem er sich in die Situation des Opfers hineinversetzt hat, bei ihm entschuldigen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob es die Klienten tatsächlich ehrlich meinen, sondern es geht darum, wie gut sie sich in die Rolle des Opfers hineinversetzen können. Bevor die Teilnehmer als Hausaufgabe einen Opferbrief schreiben, soll darüber in der Gruppe gesprochen werden und die Trainer sollen eine Struktur vorgeben, damit die Jugendlichen nicht überfordert werden. Der Brief darf nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein und folgende Punkte sollen beachtet werden:

• Hineinversetzen des Jugendlichen in seine eigene Situation zur Zeit der Tat (Reflexion der eigenen Tat)

• Ich-nahen Bezug zum Opfer herstellen

• versuchen, die Gefühle des Opfers vor, während und nach der Tat zu thematisieren

• Einfühlungsvermögen in das Erleben des Opfers entwickeln und fördern

• auf keinen Fall die Tat rechtfertigen und begründen

• kein Selbstmitleid

Nachdem die Jugendlichen ihre Hausaufgaben im Hinblick auf die oben genannten Standards erledigt haben, werden die Briefe vor der Gruppe vorgelesen. Alle Gruppenmitglieder sollen eine Rückmeldung zu ihrem Brief erhalten. Wenn eine Rechtfertigung für die eigene Tat herauszulesen ist oder eine Entschuldigung fehlt, muss der Brief neu verfasst werden. Die Briefe sollen auf keinen Fall an die Opfer versendet werden, um diese nicht zu verunsichern. Diese Vorgehensweise muss offen kommuniziert werden.

 
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