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Zwischen- und Endauswertung des Trainings mit Jugendlichen

Um einen reibungslosen und an den Bedürfnissen der Teilnehmer ausgerichteten Trainingsablauf zu konzipieren, sollte nach Möglichkeit sowohl während als auch zum Abschluss eines Trainings eine Auswertung vorgenommen werden, um gegebenenfalls die Trainingsabschnitte oder -bausteine zu modifizieren. Die Zwischenauswertung kann gemeinsam in der Gruppe vorgenommen werden und kurz sein, die Endauswertung aber sollte einzeln stattfinden und ausführlicher sein. Bei diesen Auswertungsgesprächen sollen folgende Fragen im Auge behalten werden:

• Entspricht/entsprach das Training den Vorstellungen des Teilnehmers?

• Was findet/fand bei den Teilnehmern viel bzw. wenig Resonanz?

• Welche Teile des Trainings würden die Teilnehmer ändern bzw. weglassen?

• Hat das Training beim Teilnehmer bereits erste Auswirkungen gezeigt?

• Kann er dieses Training seinen Freunden/Bekannten empfehlen?

Workshop

Der Workshop des Anti-Aggressivitäts-Trainings dient dazu, das Training mit den Teilnehmern auszuwerten. Gleichzeitig soll es in einer etwas lockereren Atmosphäre ausklingen, z. B. bei einem gemeinsamen Abschlussessen, einer freizeitpädagogischen Maßnahme und mit der Verteilung der Teilnahmebestätigungen. Da für den umfangreichen Inhalt sechs bis acht Stunden benötigt werden, soll – aufgrund der Erwerbstätigkeit bzw. Schulpflicht der Teilnehmer – dieser Workshop am Wochenende stattfinden. Je nach Konzeption kann ein Workshop auch am Anfang eines Trainings angeboten werden, um das Verhalten im Team zu fördern und sich besser kennenzulernen, oder in der Mitte, um bestimmte Inhalte zu vertiefen oder Konflikte aufzuarbeiten.

Inhaltliche Angebote des Anti-Aggressivitäts-Trainings

In der Arbeit mit mehrfach straffälligen Jugendlichen empfiehlt es sich, schriftliche Übungen zu vermeiden. Denn die Klienten sind nicht nur schulmüde, viele sind auch Schulverweigerer, sodass Schreibarbeiten kontraproduktiv sein können. Deshalb sollten die unten angegebenen Inhalte mittels praktischer Übungen, Filmen oder heißem Stuhl angesprochen werden, um in einem weiteren Schritt die Verhaltensweisen zu analysieren bzw. zu optimieren oder alternative Konfliktlösungsstrategien einzuüben.

Methodisch ist ein Anti-Aggressivitäts-Training mit Migrantenjugendlichen so zu konzipieren wie die herkömmlichen Trainings, inhaltlich kommt das Thema

„Migration“ hinzu. Diskriminierung, Bikulturalität und Ethnisierung sind Themen, die in den Trainings besprochen werden müssen. Auch muss den traditionellen Männlichkeitsbildern, wie z. B. Ehre, Freundschaft etc., Raum gegeben werden, weil die straffälligen Jungen und jungen Männer damit operieren. Die Frage, welche Bedeutung diese Werte haben, können viele nicht beantworten, da die Begriffe unreflektiert und ohne eigene Auseinandersetzung übernommen werden. Auch bei vielen Lehrkräften und Sozialarbeitern ist diese Art folkloristischen Halbwissens weit verbreitet. Gemeinsam mit den Trainern sollen die Jugendlichen diese Werte reflektieren und hinterfragen lernen. Pädagogen und Jugendliche können hier voneinander lernen und ihre Vorurteile revidieren oder zumindest in Frage stellen.

Inhaltlich setzt sich das Training aus drei Themenblöcken zusammen:

Straffälligkeit und Gewalt

• Einstellung zur Gewalt

• Erlernen von gewaltfreien Verhaltensmustern

• Umgang mit eigenen Aggressionen

• Opferperspektive

Migration

• Diskriminierungserfahrungen

• Bikulturalität/Bilingualität als Ressource

• Lebensentwürfe zwischen „Tradition“ und „Moderne“

• Ethnisierung/Selbstethnisierung

• Umgang mit Männlichkeitskonzepten

Umgang bzw. Verhalten in Konfliktsituationen

• Konflikte in der Schule, am Ausbildungsoder Arbeitsplatz

• Flüchten und Standhalten in Konfliktsituationen

• Umgang mit Beschimpfungen und Beleidigungen

• Gruppendruck in Cliquen

Im Laufe eines Trainings werden diese Themenblöcke im Rahmen der Gruppengespräche, auf dem heißen Stuhl oder in Diskussionen nach Filmvorführungen behandelt. Wie man ein Thema angeht, ist abhängig vom Gruppenverlauf, je nach Interessenlage können Themen unterschiedlich gewichtet werden. Kleine Änderungen, wie z. B. die Themenreihenfolge, unterschiedlicher Einsatz der jeweiligen Übungen bzw. die Vorgehensweise mit dem heißen Stuhl, werden nach der Auswertung mit den Teilnehmern fast nach jedem Kurs vorgenommen.

 
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