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6.5 Grenzen der Konfrontativen Gesprächsführung

Wie alle pädagogischen Methoden hat auch die Konfrontative Gesprächsführung Grenzen, die in drei Punkten zusammengefasst werden können:

Unterstützung durch flankierende Maßnahmen Wie oben mehrfach betont wurde, ist der Konfrontative Ansatz kein Allheilmittel, sondern nur ein Baustein in der pädagogischen Arbeit mit schwierigen und sozial auffälligen Kindern und Jugendlichen. Es ist wichtig, dass die Konfrontation von flankierenden Maßnahmen begleitet wird. Denn eine Konfrontation verpufft, wenn die Kinder und Jugendlichen nicht durch Einzelgespräche, Einbeziehung der Eltern und/oder durch die Stabilisierung der persönlichen Situation aufgefangen werden. Wenn die Konfrontation nicht auf der Beziehungsebene eingesetzt wird, kann sie den Kindern und Jugendlichen mehr Schaden zufügen als nutzen. Das soll anhand eines Beispiels dargestellt werden: Eine Lehrerin, die gerade in ihrer neuen Schule den Dienst aufnimmt, konfrontiert am ersten Tag den 13 Jahre alten Umut, der aus der Pause zu spät in den Unterricht kommt. Der Junge reagiert auf die Konfrontation nicht und setzt sich auf seinen Stuhl. Er weint die ganze Stunde über und ist nicht zu beruhigen. Wenn die Lehrerin Umut besser gekannt hätte, hätte sie auf die Konfrontation vermutlich verzichtet, da sie bei sensiblen und introvertierten Kindern und Jugendlichen kontraproduktiv ist.

Kommunikative Kompetenzen bzw. Gesprächsbereitschaft Die meisten pädagogischen Maßnahmen sind an gute und ausgewogene kommunikative Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen gekoppelt, wie beispielsweise Mediation, TäterOpfer-Ausgleich oder Konfliktschlichtungsprogramme. So werden auch bei der Methode der Konfrontativen Gesprächsführung gute sprachliche und argumentative Kompetenzen vorausgesetzt. Wenn diese oder die nötige Gesprächsbereitschaft fehlen, kommt die Methode an ihre Grenzen.

Kognitiven Kompetenzen und Fähigkeiten Neben kommunikativen Kompetenzen wird bei der Konfrontativen Gesprächsführung erwartet, dass die Kinder und Jugendlichen kognitiv und intellektuell in der Lage sind, die Konfrontation richtig einzuordnen bzw. einzuschätzen. Wenn diese Fähigkeiten vermindert sind oder eine geistige Behinderung vorliegt, kann die Konfrontative Gesprächsführung nicht erfolgreich sein.

 
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