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5. Die Community aus gouvernementalistischer Perspektive

Es gibt mehrere Arbeiten, die sich dem community-Begriff aus gouvernementalistischer Perspektive angenähert haben. Hervorzuheben sind hier Arbeiten, die in der politischen Fokussierung auf communities eine neue Form der Regierungstechnik erkennen, die insbesondere individuelle und kollektive Loyalitäts- und Gemeinschaftsbeziehungen zur Bearbeitung sozialer Probleme zu instrumentalisieren versucht. Der sozialarbeiterische Ansatz des Empowerments wird dabei ambivalent in seiner Wirkung, indem er versucht, Menschen zur Durchsetzung ihrer Interessen und Rechte gegenüber bestehenden Machstrukturen zu befähigen, aber zugleich auch als Instrument der Herrschaftsausübung dienen kann. Das gouvernementalistische Konzept der community wurde auch in die Forschung zu Entwicklungszusammenarbeit aufgenommen. Hier wird insbesondere eine Übertragung von Arbeit und Verantwortung für Entwicklungsprojekte auf die Zielgruppen, so wie eine hierfür notwendige Funktion der Distinktion zwischen Staat und Gesellschaft diagnostiziert. Die Arbeit mit communities kann abschließend aus Sicht einer Ordnungs- und Organisierungsmacht als eine Sozialtechnologie verstanden werden. Im Folgenden werden diese Punkte ausführlicher besprochen.

5.1 Die Arbeit mit Communities als Regierungstechnik

Aus gouvernementalistischer Perspektive stellt die vermehrte Arbeit mit communities eine neue Technik des Regierens dar. Nach Rose (2000) verliert das Soziale hinsichtlich der Formen des Regierens zugunsten der community an Bedeutung. Dieser Wandel in der Bedeutungszumessung ist an den veränderten Gebrauch des Begriffs der Gemeinschaft gekoppelt, der sie als technisch fassbaren und beeinflussbaren Gegenstand von Regierungspraktiken greifbar mache. Dadurch würde die community oder Gemeinschaft zu einem "professionellen Aufgabenfeld" und Ziel verschiedener "Gemeinschafts-Entwicklungsprogramme" (ebd., S. 81) zur Intervention gegen soziale Problemlagen. Gemäß Rose:

Was freilich auf diese Weise Gestalt annahm, war eine neue Art und Weise, einen Bereich des Regierens abzugrenzen, dessen Kräfteverhältnisse mobilisiert, integriert und in neuen Programmen und Techniken genutzt werden konnten. Diese beruhen auf einer Instrumentalisierung persönlicher Loyalitätsbeziehungen und der Bereitschaft, aktiv Verantwortung zu übernehmen: Regieren durch Community (ebd., Herv. i. O.).

Die Gemeinschaft oder vielmehr die ihren Mitgliedern zugeschriebenen Beziehungen werden damit zum Ziel der Regierungspraktiken, die durch sie ihre Wirkung entfalten. Die community an sich muss dabei von Fall zu Fall unterschiedlich gedeutet werden, gibt es doch eine Vielzahl von Gemeinschaften, die sich über die "geografischen Koordinaten" oder als "›virtuelle Gemeinschaften‹" (ebd., S. 82) wie Betroffenengruppen, Überzeugungsgemeinschaften, die sexuelle Orientierung oder andere Zugehörigkeiten ausdrücken. Mit dem Begriff der community wird somit eine Identifikation des Einzelnen mit einer Gruppe zum Ausdruck gebracht, die einem ›natürlicheren‹, direkteren und weniger abstrakten Beziehungsverhältnis entspricht, als dies im Fall abstrakterer Konstellationen wie der Gesellschaft erscheint:

Die Gemeinschaften, denen man angehört, sind nicht mehr ‒ und auch nicht weniger ‒ als ebensolche Netze der Loyalität, mit denen man sich existentiell, traditionell, emotional und spontan und allem Anschein nach jenseits und vor aller kalkulierten Abschätzung des Eigeninteresses identifiziert (ebd., S. 84).

Der Begriff der community bezeichnet somit soziale Gruppen, die auf real existierenden Gemeinsamkeiten und Bindung basieren. Den einzelnen Mitgliedern dieser Gemeinschaften muss ihre Zugehörigkeit jedoch zuerst bewusst sein oder bewusst gemacht werden.

Das wiederum erfordert die Arbeit von Erziehern, erfordert Kampagnen, erfordert Leute, die mit Symbolen umgehen können, bedarf der Erzählungen und Identifikationen. Nach dieser Auffassung existiert Gemeinschaft und muss doch zunächst zustande gebracht werden, allerdings bedeutet dieses Zustandebringen nichts anderes, als sichtbar zu machen, was bereits zuvor existiert (ebd., S. 85).

Die Regierung durch Gemeinschaften erfordert verschiedenste Formen, Praktiken und Strategien, um "die verschiedenen Dimensionen solidarischer Einbindung von Individuen in Gemeinschaften sowohl zu ›erfinden‹ als auch zu instrumentalisieren, um sie regeln, verändern und mobilisieren zu können" (ebd.).[1] Durch eine solche Bearbeitung von Gemeinschaften werden diese Impulsen ausgesetzt, die ihre internen Relationen und Werte beeinflussen können. Rose resümiert:

Wir können also über unsere Zugehörigkeit zu besonderen Überzeugungs-, Werte- und Identitätsgemeinschaften regiert werden. Neuerdings beruhen viele Programme zur Verhaltenssteuerung auf der Prämisse derartiger ›Communities‹, auch wenn die unterstellten Solidarbeziehungen offensichtlich nicht von vornherein existieren. […]. Die Programme sollen die Bewohner bestimmter innerstädtischer Bezirke im Engagement für ihren ›Kiez‹ dadurch bestärken, dass man sie als ›Community‹ konstruiert und ›Community‹Gruppen auswählt, die im Namen der ›Community‹ als Sprecher auftreten können und dann in den politischen Apparat eingebunden werden, um so Reformvorhaben durchzusetzen. Diese sollen die wirtschaftlichen und soziale Strukturen eines Viertels wiederbeleben, indem sie ebenjene ›natürlichen‹ Bürgertugenden in der ›Community‹ reaktivieren, die ihr zeitweise verloren gegangen waren (Rose 2000, S. 88, Herv. i. O.).

Neben einer instrumentellen Einbindung in die politischen Strukturen können die communities aber im Gegenzug zum Ausgangspunkt für Protestbewegungen werden, die sich politisch für oder gegen eine Sache engagieren, die nicht unmittelbar im Fokus oder Interesse der Regierenden steht oder gar gegen sie gerichtet ist. Die "›Community‹ gilt inzwischen als der Raum, in den die Machtbefugnisse und Verantwortlichkeiten womöglich zu verlagern wären, die zuvor Politikern übertragen waren" (ebd., S. 104). Dieser Ansicht zufolge würden und müssten Gemeinschaften für sich sprechen und auch Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.

Letztlich ist der Fokus auf Gemeinschaften nicht neu, jedoch wird die

community‹ im Zusammenhang mit der aktuellen wissenschaftlichen Erfor-schung und Bearbeitung berechenbar und dadurch zum Ziel von Regierungstechniken. Die ›community‹ wird sozusagen "gouvernementalisiert" (ebd., S. 105). Es gilt daher auch zu untersuchen, in welchen Zusammenhängen bestimmte Problematisierungen auftreten und wie diese sich zur ›community‹ sowie den dazugehörenden Konzepten, Techniken, Machtinstitutionen und Wertebeziehungen positionieren (vgl. ebd.). Die Politik hat demnach erkannt, dass die Form der Regierung der Heterogenität der Lebenswelten angepasst werden muss, was zum Teil auf den wachsenden Wunsch nach Selbstartikulation der community selbst zurückzuführen ist. Auf die Vergegenständlichung von communities folgt ein gezieltes Einwirken, wie etwa in Form von gemeinwesenorientierten Projekten. Der Übergang der Regierungstechnik geht nach Rose (2000) mit dem von ihm so bezeichneten "Tod des Sozialen" einher, der allmählichen aber nicht linearen Ablösung des Sozialen durch einen verstärkten Bezug auf communities.

Nach Kreissl (2004) ist es nur schwer möglich das zu fassen, was mit dem Begriff der community gemeint ist. Allerdings ist auffallend, dass der Begriff trotz seiner Unschärfe wieder vermehrt gebraucht wird. "Als Modell einer vormodernen Vergemeinschaftungsform gewinnt die Idee der Community heute wieder an Bedeutung", sei es als "Lösung sozialphilosophischer Problemstellungen" der Organisation und Form des Zusammenlebens oder als "alternative Sozialtechnologie" (ebd., S. 37).[2] "Doch handelt es sich hier weniger um Vorbilder als um Abziehbilder einer vergangenen Gesellschaftsform. Die community des Kommunitarismus existiert nur mehr im Modus der Beschwörung einer versunkenen Idylle", in Form einer demokratischen Idealisierung hin zum "Aktivbürgertum" (Kreissl 2004, S. 37). "Die Community der Heutigen hat nicht mehr den Gründungsprozess eines egalitären politischen Gemeinwesens im Blick […]. Ihr fehlt das Bewusstsein des Experiments, stattdessen beruft sie sich auf die mythischen Vergangenheiten immer schon eingelebter [erfundener] Traditionen" (ebd., S. 37 f.). Die community soll psychologisch Halt geben und zugleich die im verschlankten Wohlfahrtsstaat eingesparten Kosten kompensieren. So Kreissl:

[…] politisch bietet sich die Wiederbelebung der autonomen, selbstverantwortlichen Community als neue Form des Regierens durch extern überwachte Selbstkontrolle an. Die ironischerweise auch von linken Kritikern des panoptischen Wohlfahrtsstaates vor nicht allzu langer Zeit noch gefeierte Subsidiarität und Autonomisierung lokaler sozialer Einheiten entpuppen sich heute als ökonomische Strategie des Outsourcing ebendieses Staates unter Bedingungen der fiskalischen Krise. Kostenträchtige Aufgaben verlagern sich in kaskadenförmig von oben nach unten, vom Staat an die Länder, von dort an die Kommunen und schließlich an die zur individuellen oder kollektiven Selbstsorge auf eigene Kosten angehaltenen Bürger (ebd., 38).

Es handelt sich um einen gesellschaftlichen Wandel hin zu Individuen, deren verbliebene Kollektive ihre communities sind. Dabei treffen gesellschaftliche Probleme "jedoch nicht mehr auf eine Projektionsfläche, die sie öffentlich und politisch bearbeitbar machen. Was bleibt, sind der Appell an den Einzelnen und eine kommunitäre Politisierung im Westentaschenformat durch Betroffenengruppen" (ebd., S. 39). Allerdings sind gesellschaftliche Probleme gänzlich ohne "kollektiv bindende politische Strukturen jenseits kleiner lokaler Einheiten" (ebd.) nicht lösbar. Diese können lediglich versuchen, die negativen Effekte auf sich zu reduzieren. Das Individuum wird somit zum Betroffenen und die "nahräumig gedachte Community das höchste Aggregationsniveau, das erreicht werden kann" (ebd.). Dieser Logik folgend bilden sich unterschiedlichste Gruppen, die miteinander um knappe Ressourcen konkurrieren, zugleich aber nicht in der Lage sind, gemeinsam ihre Interessen zu vertreten. Gelder, die für eine Gruppe ausgegeben werden, fehlen entsprechend bei der anderen. Schließlich folgert Kreissl: Die "Community als Not- und Trostunternehmen, als Selbsthilfegruppe und Arena des Auslebens individueller Betroffenheit ‒ das ist die eine Seite. Die andere zeigt das Herrschafts- und Kontrollpotenzial dieses Formats" (ebd., S. 40): Das Regime der Kontrolle bleibt, aber es erfasst nicht mehr den Einzelnen, sondern die Gruppe, welche in die Verantwortung genommen wird. Der kollektive Druck auf den Einzelnen durch die Gruppe ist dabei effektiver, kostengünstiger und scheinbar humaner als die an der Spitze konzentrierte Sanktionsmacht gegenüber individuellen Akteuren (vgl. ebd.). Die gesellschaftliche Entwicklung geht demnach dahin, dass sie einen Zusammenschuss zu begrenzt autonomen, sozialen Akteuren fördert, die dann mit anderen Gruppen um begrenzte staatliche Mittel konkurrieren. Zugleich ist nicht mehr das Indivi-duum alleinig in der Verantwortung gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern und den Gruppen an sich. Türk et al. (2002) betonen in diesem Kontext allerdings, dass es sich bei diesem Prozess keinesfalls um eine Machtabgabe des Staates handele, sondern vielmehr um eine Informalisierung der Regierungsformen im Sinne eines "Organisationalen Neoliberalismus" (S. 291).

Das Verhältnis von Michel Foucaults Machtanalytik[3] und der Sozialen Arbeit wurde mittels einer Analyse der Gemeinwesenarbeit von Stövesand (2007) unter der Perspektive der Gouvernementalität untersucht. Grundsätzlich geht die Autorin davon aus, dass die Soziale Arbeit und im Speziellen die Gemeinwesenarbeit als Beitrag zur Verbesserung der materiellen und immateriellen Lebensbedingungen durch eine Stärkung der individuellen und kollektiven Handlungsfähigkeit, dem Aufbau von nachbarschaftlichen Beziehungen und lokalen Netzwerken zu verstehen ist. Sie ist damit nicht als fürsorgliche Haltung zu verstehen, die Defizite betont, sondern will ein Empowerment der Zielgruppen und des Gemeinwesens erreichen (vgl. ebd., S. 277).

Mit dem Bedeutungszuwachs der Gemeinwesenarbeit gehen Konzepte von Verantwortung, Aktivierung, Empowerment, Sozialraum und Selbstregulierung mit einer Neuausrichtung des Sozialstaats entlang von Rechten und Pflichten einher. Es ist eine Subjektherstellung zu beobachten, die sowohl die Eigenverantwortung der Individuen für sich selbst und für ihr Gemeinwesen einfordert, genauso wie auf damit einhergehende "normative Erwartungen" (ebd., S. 280). Diese sind an die Verantwortungsübernahme des Einzelnen und der Gemeinschaft gerichtet, welche sich nicht nur einbringen können, sondern dies auch sollen. "So wird das bürgerliche Konzept von Selbstbeherrschung und Selbstständigkeit hegemonial, das veränderte Leitvorstellungen sozialpolitischer Steuerung mit normativen Erwartungen an die AdressatInnen und mit Repressionen gegen sie verbindet" (ebd., S. 279). Gemeinwesen und Gemeinwohl werden dabei als emanzipatorische Konzepte gedacht, jedoch scheinen "Partizipation und Repression […] Hand in Hand zu gehen und angesichts der aktuellen Entga-rantierung von Sozialrechten sowie der sich verschärfenden materiellen und sozialen Exklusion großer Bevölkerungsteile" (ebd., S. 280) kann der Emanzipationsgedanke nicht direkt als Kritik an den sozialen Verhältnissen und der Arbeit des Staates gedeutet werden. Er ist ganz im Gegenteil problemlos mit den bereits bestehenden Regierungspraktiken vereinbar. Die Gemeinwesenarbeit ist demnach bereits im sozialstaatlichen Steuerungsinventar verankert.

Ähnlich wie Rose (2000) diagnostiziert Stövesand (2007) einen Rückbau des Sozialstaats, der begleitet wird von einer "Verlagerung der Verantwortung für die Absicherung kollektiver Risiken von einem übergreifenden sozialstaatlichen Gemeinwesen auf die Subjekte und ihr engeres sozial-räumliches Umfeld" (S. 280). Kosten und Verantwortung werden an die Betroffenen und ihr Umfeld mittels Herrschaftstechnologien und der Regierung durch Selbsttechnologien, die an Regierungsziele gekoppelt sind, übertragen. Diese Tendenzen werden von Stövesand als Wandel der Ausrichtung von Regierungspraktiken hin zur Gemeinschaft gedeutet. "Community bezeichnet in diesem Kontext eine Methode des Regierens, die den Einzelnen von der Ordnung gesellschaftlicher Determinanten löst und existierende soziale Beziehungen sowie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, instrumentalisiert" (ebd., S. 282). Damit einher geht eine Aufwertung nichtstaatlicher individueller und kollektiver sozialer Akteure, während der Staat zunehmend "aus der Distanz" regiert (vgl. ebd.).

Der Staat tritt hierbei seine Macht aber nicht an andere Akteure ab. Vielmehr verändern sich die Herrschaftsstrukturen und Regierungspraktiken, die sich in einer Verlagerung von Fremdzur Selbstführung zeigt. Die Regierungstechniken umfassen dabei die Instrumente des Empowerment gleichermaßen wie eine vermehrte Förderung von Partizipation sowie "mittels der Operationalisierung der Fähigkeiten und Ressourcen von Individuen, Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen". Zugleich werden kritische Forderungen dieser Gruppen aber weitgehend nicht berücksichtigt (vgl. ebd.). Stövesand folgert demnach:

In der Perspektive der Gouvernementalität scheint also einiges dafür zu sprechen, dass ein gemeinwesenbezogenes, beteiligungsorientiertes, aktivierende Handlungskonzept eine Katalysatorenfunktion in Bezug auf die Responsibilisierung von Einzelnen und Ge- meinwesen haben könnte, und dass es sich als neoliberale Herrschaftstechnik lesen lässt (ebd.).

Nach Stövesand gilt es somit die expliziten Praktiken und Programme zu untersuchen. Zudem müsse hinterfragt werden, welche Perspektiven von Kritik und Überschreitung von Herrschaftsverhältnissen die Gouvernementalitätsstudien eröffnen. Kritik kann sich genauso gegen die Herrschaft an sich richten, ohne außerhalb von ihr zu stehen. Der ambivalente Charakter der Gemeinwesenarbeit besteht darin, dass sie einerseits eine neoliberale Regierungspraktik darstellt, die Verantwortung an Betroffene abgibt. Andererseits ist sie aber auch Mittel, um Rechte einzufordern und Machtstrukturen zu hinterfragen. So kann sie zu Widerstand führen und dadurch zu einer "Dynamisierung von Herrschaftsstrukturen" beitragen (vgl. ebd., S. 289). Gleichfalls ist zu überdenken, dass eine ›Verantwortlichmachung‹ der Betroffenen in ihrer Wirkung eingeschränkt sein kann, da eventuell zuvor keine externe Verantwortlichkeit bestand. Regierungstechnologien, sofern sie nicht mit direkter Gewalt arbeiten, enthalten demzufolge gleichfalls die Möglichkeit der Subversion und des Widerstands. Stövesand folgert nach diesen Überlegungen, dass ein Modell der Gemeinwesenarbeit, "das auf Aktivierung und Selbstorganisation zielt, in der konkreten Praxis nicht nur Fremdherrschaft im Gewand der Selbstführung intensiviert" (ebd., S. 291). So soll die Soziale Arbeit zu Empowerment im Sinne einer Teilhabe sowie zu einer kritischen Hinterfragung bestehender Herrschaftsstrukturen beitragen.

  • [1] Anderson (2006) spricht im Hinblick auf Nationen von "imagined communities", basieren diese doch auf einer unpersönlichen und damit konstruierten Gemeinschaftsidee
  • [2] Zum Begriff der Sozialtechnologie siehe Knoblauch (2006) und Etzemüller (2009)
  • [3] Vgl. hierzu insbesondere Foucault (2000)
 
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