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9. Erhebung und Auswertung

9.1 Feldzugang

Der Feldzugang wurde durch eine Kooperation mit der Forschungsabteilung der in Deutschland befindlichen Niederlassung eines großen international tätigen Kinderhilfswerks ermöglicht. Einer der Arbeitsschwerpunkte dieses Kinderhilfswerkes ist eine auf Patenschaften basierende Zusammenarbeit mit Gemeindegruppen. Weiterhin ist die NGO seit mehreren Jahren in zahlreichen Kooperationen mit Gemeindegruppen aktiv, insbesondere in Subsahara-Afrika. Die Arbeit dieser NGO erschien somit als geeignetes Fallbeispiel für die Untersuchung der Fragestellung.

Nach einer Kontaktaufnahme mit dem deutschen Organisationszweig des Kinderhilfswerkes wurden bei einem ersten Treffen Modalitäten des möglichen Feldzugangs besprochen. Hierzu gehörten insbesondere die Klärung des Forschungsfokus, des Forschungsdesigns und die Finanzierung des Aufenthalts durch die Universität Hildesheim. Daneben wurde die Wahl des Ziellandes diskutiert. Das Zielland sollte ein Land mit hoher HIV-Prävalenz und damit verbunden hohen Raten an AIDS-bedingten Waisenkindern sein. Gleichzeitig sollte das Zielland auch durch ein positives politisches Klima charakterisiert sein, um sicherzustellen, dass die Forschung in einer offenen und kooperationsbereiten Rahmung stattfinden konnte und darüber hinaus nicht die Arbeit der NGO und ihrer Partner vor Ort belastet oder gar gefährdet wäre. Als Grundvoraussetzung für einen Feldaufenthalt wurde außerdem ein kulturell sensibles Studiendesign vereinbart sowie die Vereinbarung getroffen, dass die Forschung die Arbeit der Organisation nicht beeinträchtigen oder Kosten verursachen wird.

Der Zugang zum Feld gestaltete sich aufgrund der Offenheit und Bereitschaft der angesprochenen Organisationsstelle im Sinne einer "Forschungszugangs-Steuerungsagentur" (Wolff 2013a, S. 339) als relativ einfach. Die zuständigen Mitarbeitenden der NGO waren in diesem Fall also keinesfalls "Forschungsverhinderer" (ebd.). Das Entgegenkommen der NGO wurde von den Mitarbeitenden mit dem Interesse, die Ergebnisse selbst nutzen und Transparenz schaffen zu wollen begründet. Die NGO nahm im Hinblick auf den Feldzugang lediglich Einfluss auf die Auswahl des Ziellandes sowie hinsichtlich der möglichen Besuche von Gemeindegruppen vor Ort. Erste Einblicke in die Organisationsstruktur der NGO und ihrer Arbeitsweise konnten bereits durch einführende Gespräche mit Mitarbeitenden in Deutschland erlangt werden. Unmittelbar im Anschluss an diese Erhebung im Rahmen des Dissertationsprojektes habe ich einen kurzen Bericht über den Ablauf des Feldaufenthaltes und die Eindrücke zu den besuchten Projekten als Rückmeldung für die NGO verfasst.

Infolge dieses ersten Forschungsaufenthaltes ergab sich die Gelegenheit, als Gutachter für die NGO einen Review des Projektmodells der NGO anzufertigen. Es eröffnete sich somit die Möglichkeit, in einem zweiten Feldaufenthalt als Berater der NGO einen anderen Zugang zum Forschungsfeld zu erhalten. Dieser weitere Forschungsaufenthalt hat zugleich als zweite Feldphase zum Erkenntnisgewinn beigetragen. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung durch die Beratertätigkeit und des anders gelagerten Erkenntnisinteresses konnten der Feldaufenthalt sowie die Ergebnisse jedoch nur mit Einschränkungen für das Forschungsprojekt genutzt werden. Die NGO übernahm hierfür die Kosten und die Organisation für Flüge, Transport und Unterkunft. Abgesehen von Spesenzuschüssen wurde auf ein Honorar verzichtet. Im Anschluss an diesen Feldaufenthalt habe ich einen umfassenden Bericht über das Gemeindeprojektmodell der NGO verfasst und der NGO zum internen Gebrauch zur Verfügung gestellt.

 
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