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12. Organising Community: Die Herstellung organisatorischer Anschlussfähigkeit

Das vorliegende Kapitel dient der Beschreibung des methodischen Vorgehens der NGO bei der Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Es wird gezeigt werden, dass die NGO eine Lesart von communities zugrunde legt, nach der diese zwar motiviert sind zu helfen und sich zu engagieren, jedoch die vorhandene Energie nicht ksoordiniert ist und daher nicht durchgängig effizient in Hilfe umgesetzt wird. Das Vorgehen der NGO dagegen wird von den Mitarbeitenden als rational und methodisch reflektiert beschrieben. Durch diese gegensätzlichen Zuschreibungen wird das zugrunde gelegte Beziehungsverhältnis der Zusammenarbeit zwischen der NGO und den Gemeindegruppen definiert. Das Ziel der NGO ist es demnach, die Gemeinden durch den Aufbau von Organisationsstrukturen und die Vermittlung von praktischem Wissen zu effizienter Arbeit zu befähigen.

Die Bildung von Organisationsstrukturen und die Vermittlung von praktischem Wissen ist, wie gezeigt werden wird, zudem die strukturelle Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen. Durch die Formung von Organisationen und die Ausbildung ihrer Mitglieder werden die Gemeindegruppen erst adressierbar für und anschlussfähig an die NGO und andere Geberorganisationen sowie staatliche Institutionen gemacht. Letztlich ist mit einer solchen Herstellung von Anschlussfähigkeit auch das Ziel der NGO verbunden, das nachhaltige Fortbestehen der Gemeindegruppen durch die Einbindung in erweiterte Fördernetze zu unterstützen.

12.1 Die Mobilisierung und Formierung der Community

Ein wesentlicher Teil der Arbeit der NGO zur Umsetzung von Gemeindeprojekten besteht in der Mobilisierung der communities. Diese Mobilisierung beschreibt Williamson (2007) wie folgt: "Community mobilization is a process through which a community (on its own or with an outside catalyst) identifies and takes action on its shared concerns" (S. 262). Der folgende Abschnitt beschreibt und analysiert diesen Prozess und das zugrunde liegende Verständnis der Mobilisierung und Formierung von communities zur Unterstützung von vulnerablen Kindern. Dabei wird deutlich werden, dass sich insbesondere drei wesentliche Merkmale des Mobilisierungsprozesses festhalten lassen: Erstens wird die Mobilisierung aus Sicht der NGO als ein technischer Ablauf beschrieben, bei dessen Umsetzung verschiedene Methoden und Trainingsmodelle angewandt werden. Zweitens ist eine Unterscheidung zwischen einem Prozess der Mobilisierung und einer damit verfolgten ›Mobilmachung‹ oder ›Aktivierung‹ der Gemeindemitglieder zu erkennen, die darauf ausgerichtet ist, dass diese ein Arbeitsbündnis mit der NGO eingehen und Aktionen für die Unterstützung der Kinder ergreifen. Und drittens sind darüber hinaus die Beweggründe für eine Mobilisierung der Unterstützung von Waisen und vulnerablen Kindern für die Partnerschaften zwischen NGO und lokalen Gemeinden von Bedeutung. Als Abschluss der Mobilisierung sollen die Gemeinden zu Gemeindegruppen beziehungsweise Gemeindeallianzen formiert werden. Die hierbei zugrunde liegende Idee der Bildung der Gemeindeallianzen wird von der NGO einerseits als effizientere Koordination von Hilfe verstanden und stellt andererseits eine organisatorische Voraussetzung für Zusammenarbeit zwischen der NGO und den Gemeinden da.

 
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