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13.3 Das Übernehmen und -geben von Verantwortung

Neben dem Rollenverständnis sowie der Aufgabenteilung und der auf Partizipation ausgerichteten Projektstruktur ist das Verhältnis zwischen der NGO, den Gemeindegruppen wie auch den staatlichen Verwaltungsstrukturen wesentlich von der Zuweisung und Übernahme von Verantwortung innerhalb und für die Projekte von Bedeutung. Im folgenden Unterkapitel ist das Augenmerk insbesondere darauf gerichtet, in welcher Weise die Übernahme von Verantwortung für die Projekte thematisiert wird. Hierbei wird deutlich werden, dass mit einer Übergabe von Verantwortung das Ablegen des Führungsanspruchs der NGO für die Projekte verbunden ist, mit dem den Gemeindegruppen die Ausbildung eines Gefühls der Eigentümerschaft für ihre Projektaktivitäten ermöglicht werden soll. Verantwortung zu übernehmen bedeutet in diesem Sinne auch, dass die Gemeinden selbstständig die Kinder versorgen, ohne bei der NGO Hilfe dafür zu ersuchen. Es treffen somit verschiedene Hilfeverständnisse aufeinander, wobei die NGO seitens der Gemeinden als Hilfsorganisation im unmittelbaren Sinn verstanden wird, während die NGO die Logik ihrer Projekte in der Ermöglichung und Unterstützung von Selbsthilfe sieht. Eine Lösung dieses Auseinanderdriftens der Verständnisse wird in den Fähigkeiten der fieldworker der NGO in den Gemeinden gesehen.

Daneben wird mit der Übernahme von Verantwortung aber auch die Eingliederung der Projekte und Gemeindegruppen in die staatlichen Hilfestrukturen beschrieben. Durch eine solche Eingliederung erhofft sich die NGO ein nachhaltiges Fortbestehen der Gemeindegruppen zu befördern und zugleich durch eine Komplementierung der staatlichen Versorgungsleistungen die Hilfe für die Kinder zu sichern. Hinsichtlich der geringen Mittel und der mangelnden Bereitschaft der staatlichen Angestellten stößt dieses Vorhaben gleichfalls an seine Grenzen. Aus diesem Grund versucht die NGO über verschiedene Strategien, wie etwa der Anwaltschaftsarbeit oder der schriftlichen Festlegung von Aufgaben, das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern sowie im Hinblick auf die Eigentümerschaft der Projekte zu beeinflussen. Eine solche Festlegung kommt schließlich auch einer Übergabe von Verantwortung an die Gemeindegruppen und die staatlichen Stellen gleich, und stellt dadurch eine legitime ›Exit-Option‹ für die NGO dar. In einer solchen Konzeption von Nachhaltigkeit ist es der NGO möglich, sich erfolgreich aus der Projektarbeit zurückzuziehen.

 
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