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II. Herstellung, Nutzung und Wartung

Die Herstellung von Software wird als Softwareentwicklung (Software Engineering) bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen komplexen, arbeitsteiligen Prozess, der grundsätzlich mit der ingenieursmäßigen Entwicklung anderer technischer Produkte vergleichbar ist. Der Entwicklungsprozess gliedert sich traditionell in mehrere inhaltlich und zeitlich abgrenzbare Phasen, insbesondere Planung, Entwurf, Programmierung und Test, deren strikte Trennung in den letzten Jahren aber zunehmend zugunsten flexibler Verfahrensweisen aufgegeben wird, die unter dem Oberbegriff agile Softwareentwicklung zusammengefasst werden. Kerntätigkeit der beteiligten Softwareentwickler ist die Erstellung, Erweiterung und Anpassung des Quellcodes, dem von Menschen lesbaren Text eines Computerprogramms. Dieser Code kann aber erst dann auf einem Computer ausgeführt werden, wenn er in einen binären Maschinencode übersetzt worden ist. Dazu wird der Quellcode durch einen Compiler übersetzt und in ausführbarer Form gespeichert. Eine umgekehrte Übersetzung des Maschinencodes in einen Quellcode ist nur eingeschränkt möglich und in der Regel mit prohibitivem Aufwand verbunden. Das vermarktete Softwareprodukt wird regelmäßig nur in Form der durch den Menschen nicht lesbaren Maschinensprache vertrieben. Für den Käufer präsentiert sich die erworbene Software als reiner Datenbestand, dessen ausführbare Programmelemente zwar anhand ihres Erscheinungsbildes identifizierbar, aber nicht verständlich sind. Die zugrunde liegenden Funktionsweisen und die Qualität der enthaltenen Programme sind nicht erkennoder bewertbar. Eine im Binärcode vorliegende Software kann regelmäßig weder angepasst noch erweitert werden.

Um die Software nutzen zu können, muss sie gewöhnlicherweise auf dem Computer des Nutzers mithilfe eines beigefügten Installationsprogramms installiert werden. Dies ist häufig schon deshalb erforderlich, da die Software vor der Auslieferung komprimiert wird und das Installationsprogramm die Dekomprimierung vornimmt. Ferner kann der Nutzer im Zuge der Installation die zu installierende Software üblicherweise noch konfigurieren und die zu installierenden Softwaremodule auswählen. Auch wenn die Software aus dem Internet heruntergeladen wurde, ist regelmäßig eine Installation erforderlich. Im Anschluss an die Installation befindet sich die Software in ausführbarem Zustand auf dem Computer. Das Ausgangsmedium, also z.B. die DVD oder die aus dem Internet heruntergeladene Installationsdatei, wird für die Nutzung der Software dann üblicherweise nicht mehr benötigt. Die nun auf der Festplatte des Computers befindliche installierte Form der Software wurde aber im Zuge der Installation auf die Umgebungseigenschaften des Computers zugeschnitten und eignet sich nicht für die Verwendung auf einem anderen Computer. Möchte ein Zweiterwerber die Software auf dem eigenen Computer nutzen, so benötigt er zwingend den vom Hersteller übermittelten installierbaren Ausgangsdatenbestand.

Aufgrund der Distribution im Binärformat ist der Anwender hinsichtlich der Wartung der Software auf den Hersteller angewiesen, der dem Anwender Verbesserungen seiner Software im Form sog. Updates liefert, mit denen der Nutzer den installierten Softwaredatenbestand aktualisieren kann. Zwar unterliegt Software als immaterielles Gut keinerlei Abnutzung oder Verschleiß, erfordert aufgrund der sog. Softwarealterung aber regelmäßige Wartungsanpassungen und hat letztlich eine begrenzte Lebensdauer. Aufgrund der hohen Komplexität des ihr zugrunde liegenden Quellcodes treten im Laufe des Nutzungszeitraums stets Fehler auf, die korrigiert werden müssen. Besondere Bedeutung kommt dabei Sicherheitslücken zu, die dazu führen können, dass ein vernetzter Rechner verwundbar für Angriffe über das Internet wird. Zudem verändert sich im Laufe der Zeit die technische Umgebung, in der die Software eingesetzt wird. Vor dem Aufkommen des Internets wurden mehrere Updates gebündelt und den Nutzern als sog. Service Packs auf Datenträgern zur Verfügung gestellt. Mit zunehmender Verbreitung des Internets wurde es jedoch erforderlich, dass wichtige Sicherheitsupdates einzeln und kurzfristig über das Internet verfügbar gemacht oder sogar automatisch installiert werden. Stellt der Hersteller die Versorgung mit Updates für ein Softwareprodukt ein, so kann es binnen kurzer Zeit für den produktiven Einsatz im Unternehmen unbrauchbar werden. Die Software muss ersetzt werden. Man spricht dann vom End-of-life dieses Softwareprodukts. Der Zeitablauf von Markteinführung einer Software bis zum End-of-life wird daher auch als Softwarelebenszyklus bezeichnet.

 
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