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3. Miete und Leasing

Sowohl im direkten als auch im indirekten Vertrieb erwirbt ein Unternehmen regelmäßig eine dauerhafte Nutzungsmöglichkeit und einen selbstständig nutzbaren Datenbestand gegen ein einmaliges Entgelt. Der Softwarekauf bindet jedoch aus Sicht der Unternehmen viel Kapital und belastet die Liquidität, da die zukünftige Nutzung der erworbenen Software bereits vorab finanziert werden muss. Die steuerliche Behandlung kann diesen Effekt noch verstärken, wenn die gesetzlichen Abschreibungsmöglichkeiten nicht der tatsächlichen Nutzung im Unternehmen entsprechen. Dieser Nachteil soll durch mietähnliche Vertriebsmodelle, bei denen befristete Nutzungsrechte gegen fortlaufende Zahlungen eingeräumt werden, vermieden werden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kommt es zum sog. Pay-as-you-earn-Effekt, wenn die Erträge aus der Nutzung der Software die fortlaufenden Mietbzw. Leasingzahlungen decken. Zudem können die Zahlungen in der Regel sofort steuerlich geltend gemacht werden.

Eine solche Gebrauchsüberlassung auf Zeit kann entweder auf dem Weg der Softwaremiete oder des Softwareleasings erfolgen. Im Fall der Miete treffen den Vermieter umfassende Gewährleistungspflichten. Im Gegensatz zum Softwarekauf bestehen diese Gewährleistungspflichten zudem nicht nur befristet, sondern während der gesamten Mietdauer. Ist der Softwarehersteller nicht selbst Vermieter, wird in vielen Fällen das Softwareleasing bevorzugt. Dabei handelt es sich im Gegensatz zur Miete nicht um einen gesetzlich geregelten Vertragstypus. Wie bei der Miete entsteht ein Dauerschuldverhältnis zwischen Leasinggeber und -nehmer. Kennzeichnend für das Leasing ist jedoch, dass der Leasingnehmer auf seine Gewährleistungsrechte dem Leasinggeber gegenüber verzichtet, der im Gegenzug dafür die eigenen Rechte gegenüber dem Softwarehersteller an den Leasingnehmer abtritt.

4. Cloud Computing und Software-as-a-Service

Aufgrund der zunehmenden Vernetzung technischer Infrastruktur werden die klassischen Vertriebsmodelle bei Software und Hardware, also Kauf, Miete und Leasing, zunehmend durch neuartige vernetzte Vertriebsformen ergänzt, die unter dem Oberbegriff Cloud Computing zusammengefasst werden. Beim Cloud Computing werden Software oder Hardware dem Kundenunternehmen nicht vorübergehend oder dauerhaft überlassen, sondern in Form einer abstrahierten Nutzungsmöglichkeit über Netzwerke, vor allem das Internet, bereitgestellt. Wird Software auf diesem Weg angeboten, spricht man von Software-as-a-Service (SaaS ). Die Interaktion von Nutzer und Software erfolgt dabei überwiegend mit einem gewöhnlichen Internetbrowser. SaaSAnbieter betreiben und warten dabei selbst die dafür notwendige Soft- und Hardwareinfrastruktur, deren technische und räumliche Ausgestaltung für den Nutzer undurchsichtig ist. Eine Installation durch den Nutzer ist regelmäßig nicht erforderlich. Es entfällt daher die Notwendigkeit der bei der Miete erforderlichen Kontrolle der Nutzungsdauer, die durch Anbieter und Kunden schwierig zu realisieren ist. Je nach Geschäftsmodell zahlen die Nutzer entweder gleichbleibende Beträge im Sinne eines Abonnements oder nur für die tatsächlich in Anspruch genommene Nutzung bzw. Rechnerleistung. Im Sinne des zuletzt genannten Zahlungsmodells wird häufig bei SaaS-Angeboten auch von On-Demand-Software gesprochen, die der im Unternehmen selbst betriebenen On-Premise-Software begrifflich entgegengesetzt wird.

 
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