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1. Homo oeconomicus als Verhaltensmodell

Um das Verhalten der Menschen zu prognostizieren, müssen möglichst realistische Annahmen über deren Verhalten getroffen werden. Die Ökonomik greift dafür auf ein Verhaltensmodell zurück, das auf dem Verhalten des homo oeconomicus basiert. Es handelt sich dabei um einen Menschen, der in exklusiven Entscheidungssituationen rational und nach eigenen Interessen handelt. Dabei kennt er stets alle Entscheidungsalternativen und bewertet sie hinsichtlich des Nutzens, d.h. der Befähigung, eigene Bedürfnisse zu befriedigen. So kann er stets angeben, ob er Alternative A oder Alternative B bevorzugt oder ob er indifferent zwischen beiden ist. Hieraus ergibt sich für jede Entscheidungssituation eine vollständige Präferenzordnung, eine nach seinen Präferenzen aufgestellte Rangfolge aller Alternativen. Ferner wird Transitivität angenommen: Wenn Alternative A gegenüber Alternative B und Alternative B gegenüber Alternative C präferiert wird, dann wird

Alternative A auch gegenüber Alternative C präferiert. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass es stets eine (oder mehrere) am höchsten eingeordnete Alternative und eine (oder mehrere) am niedrigsten eingeordnete Alternative gibt. Der homo oeconomicus ist befähigt und bestrebt, sich stets so zu verhalten, dass der eigene Nutzen unter gegebenen Restriktionen maximal wird. Hat er beispielsweise mehrere Kaufentscheidungen zu treffen, verfügt aber nur über ein begrenztes Budget, so wird er sich für dasjenige Güterbündel entscheiden, das im Rahmen seines Budgets den größten Nutzen stiftet.

Das ökonomische Verhaltensmodell soll prinzipiell nur Prognosen über das tatsächliche Verhalten der Menschen ermöglichen. Soziale Erwünschtheit und ethische Kriterien sind keine Entscheidungsdeterminanten des homo oeconomicus. Folglich berücksichtigt er gesetzliche Vorschriften nur dann, wenn sie das eigene Nutzenniveau beispielsweise durch Sanktion zu beeinträchtigen vermögen. Dabei würde er zudem stets im Sinne einer Kosten-NutzenRechnung zwischen dem Nutzenvorteil einer sanktionierten Handlung und dem Nutzenverlust der Sanktion abwägen. Ein Gesetz ist für ihn also nur dann eine effektive Handlungsrestriktion, wenn Verstöße hinreichend sanktioniert werden. In Fällen ungewisser Folgen einer Handlung orientiert sich der homo oeconomicus am stochastischen Erwartungswert. So spielt beispielsweise bei der Entscheidung, ob eine sanktionierte Handlung ausgeführt werden soll, auch eine etwaige Aufdeckungsrate eine Rolle. Werden nur 10 % der Verstöße aufgedeckt, so müsste die Sanktion den Nutzen des Verstoßes um mehr als den Faktor 10 übersteigen, damit ihm die sanktionierte Handlung nicht mehr als vorteilhaft erscheint und die Sanktion das eigene Handeln zu beeinflussen vermag.

 
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