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II. Neoklassische Wirtschaftspolitik

Die neoklassische Ökonomik bildet den theoretischen Ausgangspunkt der Rechtsökonomik. Sie untersucht, unter welchen Bedingungen Märkte zu einer effizienten Ressourcenallokation führen, und leitet hieraus wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen für den Staat ab. Die Rechtsordnung ist zwar nicht Gegenstand ihrer Untersuchungen, dennoch sind neoklassische Konzepte weit verbreitet und finden nicht selten auch in der juristischen Literatur eine Beachtung. Dabei besteht allerdings das Risiko, dass die Konzepte der Rechtsökonomik, die auf erweiterten Annahmen beruhen, mit denen der Neoklassik vermischt werden. Im Folgenden soll daher zunächst die neoklassische Wirtschaftspolitik erläutert werden, um im Anschluss das rechtsökonomische Programm klar von dieser Sichtweise abzugrenzen.

1. Effizienz des Marktes

Möchte man den aggregierten Nutzen als Maß des Wohlstandes maximieren, so stellt sich das Problem, dass die individuellen Präferenzen der Akteure zunächst nur ihnen selbst bekannt sind und sich häufig verändern können. Es ist also normalerweise nicht sinnvoll, die nutzenmaximierende Ressourcenallokation von zentraler Stelle aus vorzunehmen. Stattdessen spielt der Markt eine zentrale Rolle bei der Allokation knapper Ressourcen. Wenn man davon ausgeht, dass die Teilnehmer eines Marktes auf freiwilliger Basis Güter austauschen können, so würde ein Austausch immer nur dann stattfinden, wenn sich der Nutzen beider Austauschparteien verbessert. Dann nämlich wäre jede Markttransaktion eine Pareto-Verbesserung, die ein Gleichgewicht anstrebt, in dem kein Austausch mehr stattfindet und alle Ressourcen ihrem besten Nutzen zugeführt worden wären (erstes Wohlfahrtstheorem). Diese Wirkungsweise des Marktmechanismus wurde bereits von Adam Smith, einem der Urväter der Wohlfahrtsökonomik, umfassend beschrieben. Populär ist seine Beschreibung des Marktes als „unsichtbare Hand“, die trotz eigennütziger Absichten der Marktteilnehmer letztlich die im Markt gehandelten Ressourcen einer Verwendung zuführt, die den gesellschaftlichen Wohlstand maximiert. Später konnte das erste Wohlfahrtstheorem auch analytisch bewiesen werden. In der modernen Mikroökonomik gelten Märkte immer noch als grundsätzlich effizient. In dem populären Lehrbuch von Mankiw stellt die Effizienz des Marktes sogar eines der zehn ökonomischen Grundprinzipien dar, an denen sich das Buch didaktisch orientiert: „Markets Are Usually a Good Way to Organize Economic Activity.“

 
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