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Start arrow Betriebswirtschaft & Management arrow Auswirkungen der GKB auf latente Steuern im handelsrechtlichen Jahresabschluss
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3.3. Folgebewertung der aktiven Wirtschaftsgüter

3.3.1. Planmäßige Abschreibung des Anlagevermögens

3.3.1.1. Grundsätze

Die mit der GKB bezweckte Vereinfachung der steuerlichen Gewinnermittlung kommt v.a. bei der Folgebewertung des Anlagevermögens zur Geltung. Zu Abschreibungszwecken wird eine Kategorisierung der abschreibungsfähigen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens vorgenommen: während für Gebäude und andere langlebige Sachanlagen sowie immaterielle Wirtschaftsgüter weiterhin der Grundsatz der Einzelbewertung gilt (Art. 36 RL-E), sind alle anderen abschreibungsfähigen Wirtschaftsgüter in einen Sammelposten einzustellen und gemeinsam abzuschreiben (Art. 39 RL-E).

Das Handelsrecht nimmt keine nutzungsdauerdifferenzierte Folgebewertung vor. Dem Grundsatz der Einzelerfassung und -bewertung des § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB entsprechend sind die Anschaffungsoder Herstellungskosten bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern dem Grundsatz der Abgrenzung von Aufwendungen der Sache nach aufwandswirksam auf die Zeit der voraussichtlichen Nutzung zu verteilen.

Art. 37 Nr. 1 RL-E definiert als Abschreibungsbeginn den späteren der beiden Zeitpunkte Erwerb bzw. Inanspruchnahme. Da keine besonderen Vorteile aus einer anteiligen Abschreibung beim unterjährigen Erwerb resultieren, ist nach Art. 37 Nr. 1 RL-E stets der volle Abschreibungsbetrag zu verrechnen. In der deutschen Bilanzierungspraxis richtet sich der Abschreibungsbeginn bei Lieferungen nach dem Zeitpunkt der Abnahme bzw. des Versetzens in einen betriebsbereiten Zustand, bei der Herstellung nach dem Fertigstellungszeitpunkt. Beim unterjährigen Erwerb werden die planmäßigen Abschreibungsbeträge aus Vereinfachungsgründen nicht tagesgenau ermittelt, sondern pro rata temporis auf Monatsbasis.

Die abweichenden Regelungen zum Abschreibungsbeginn führen tendenziell zu aktiven latenten Steuern. Während die Wirtschaftsgüter in der Handelsbilanz bereits mit Fertigstellung der Abschreibung unterliegen, beginnt die Abschreibung in der GKB erst mit ihrer tatsächlichen Ingebrauchnahme. Die Praxis zeigt, dass zwischen den beiden genannten Zeitpunkten viel Zeit vergehen kann. Ein Beispiel hierfür besteht in der Errichtung großer Anlagen, die durch hohe Bausummen und lange Bauzeiten gekennzeichnet sind, sodass oftmals ein langer Zeitraum zwischen Fertigstellung eines Teils der Neuanlagen und ihrer endgültigen Ingebrauchnahme besteht.

 
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