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Start arrow Betriebswirtschaft & Management arrow Auswirkungen der GKB auf latente Steuern im handelsrechtlichen Jahresabschluss
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3.3.2.4. Wertaufholung

Steigt der Wert eines Wirtschaftsguts, welches in früheren Steuerjahren einer Sonderabschreibung nach Art. 41 Abs. 1 RL-E unterlag, ist nach Art. 41 Nr. 2 RL-E eine erfolgswirksame Wertaufholung vorzunehmen; maximal jedoch in Höhe der ursprünglichen Anschaffungsoder Herstellungskosten bzw. Verbesserungskosten. Auch handelsrechtlich besteht bis zur Höhe der (fortgeführten) Anschaffungsoder Herstellungskosten gem. § 253 Abs. 5 S. 1 HGB eine Zuschreibungspflicht, sodass der niedrigere Wertansatz nicht beibehalten werden darf, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Im Vergleich offenbaren sich semantische Unterschiede zwischen den beiden Regelungen: während die Frage der Wertaufholung von der GKB mit dem entsprechenden Wert am Bilanzstichtag (quantitativer Maßstab) beantwortet wird, bezieht sich das Handelsrecht auf den Wegfall der Gründe, die für einen niedrigeren Wertansatz ursächlich waren (qualitativer Maßstab). Die handelsrechtliche Literatur ist sich indes uneinig, ob das Wertaufholungsgebot dem Wortlaut oder dem Sinn und Zweck der Regelung nach, die Vermögenslage des Unternehmens besser darzustellen, auszulegen ist. Mit Blick auf die gewollte Aussagekraft des handelsrechtlichen Einzelabschlusses kann nur von einer quantitativen Auslegung des handelsrechtlichen Zuschreibungsgebots ausgegangen werden. Insoweit wird das Wertaufholungsgebot in Übereinstimmung mit der GKB angewandt, sodass keine latenten Steuern entstehen.

Allerdings bleibt der Geschäftsoder Firmenwert nach § 253 Abs. 5 S. 2 HGB von der Zuschreibungspflicht ausgeschlossen. Das strenge Zuschreibungsverbot ist damit zu begründen, dass der erworbene und zu aktivierende Geschäftsoder Firmenwert im Zeitablauf durch einen selbstgeschaffenen Geschäftsoder Firmenwert substituiert wird. Die Wertaufholung beruht demnach nicht auf dem Wegfall der Gründe einer vorherigen außerplanmäßigen Abschreibung, sondern stellt vielmehr eine nach § 248 Abs. 2 S. 2 HGB verbotene Aktivierung eines selbstgeschaffenen Geschäftsoder Firmenwerts dar. Als abschreibungsfähiges Wirtschaftsgut finden die Regelungen der Sonderabschreibung nach Art. 41 RL-E auf den Geschäftsoder Firmenwert keine Anwendung. Eine Zuschreibung nach Art. 41 Nr. 2 RL-E bleibt in der GKB ausgeschlossen, da es an einer vorherigen außerplanmäßigen Abschreibung fehlt. In Tendenz führt das handelsrechtliche Zuschreibungsverbot zusammen mit der kürzeren handelsrechtlichen Nutzungsdauer zu aktiven latenten Steuern.

 
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