Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Betriebswirtschaft & Management arrow Auswirkungen der GKB auf latente Steuern im handelsrechtlichen Jahresabschluss
< Zurück   INHALT   Weiter >

4.3. Folgebewertung

Um einer Überbewertung entgegenzuwirken, ist der Rückstellungswert am Ende eines jeden Steuerjahres nach. Art. 25 Nr. 1 S. 3 RL-E neu zu bemessen. Ist die Belastung gestiegen, hat eine Erhöhung der Rückstellung zu erfolgen, unabhängig davon, ob diese voraussichtlich von dauerhafter oder nur vorübergehender Natur ist. Wie die Folgebewertung der „gewissen“ Verbindlichkeiten zu erfolgen hat, bleibt vom Richtlinienentwurf unbeantwortet. Denkbar ist die analoge Anwendung des für die Rückstellungsbewertung geltenden Höchstwertprinzips des Art. 25 Nr. 1 S. 3 RL-E. Zudem lässt sich eine nachträgliche Erhöhung aus der Definition der abziehbaren Aufwendungen des Art. 19 RL-E folgern. Es ist somit anzunehmen, dass die GKB auch für Verbindlichkeiten die Geltung des Höchstwertprinzips vorsieht. Der Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewirkt bei zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten, dass diese stets einer stichtagsaktuellen Bewertung unterliegen, Art. 22 Nr. 1 Buchst. e i.V.m. Art. 25 RL-E.

Die handelsrechtliche Schuldenbewertung wird insbesondere durch das Vorsichtsprinzip geprägt, welches auf der Passivseite in Form des Imparitätsbzw. Höchstwertprinzips in Erscheinung tritt. Danach sind Verbindlichkeiten und Rückstellungen mit ihrem am Abschlussstichtag geltenden Wert anzusetzen, sofern dieser den ursprünglichen Bilanzwert übersteigt. Eine Verminderung der Schuld ist allerdings nur bis zur Höhe des erstmalig angesetzten Erfüllungsbetrags zulässig. Ein darunterliegender Wertansatz steht im Widerspruch zum Realisationsprinzip, da ein solcher die Erfassung eines noch nicht realisierten Ertrags zur Folge hätte.

Das Höchstwertprinzip wird in beiden Regelwerken umgesetzt, sodass sich grundsätzlich keine Auswirkungen auf die latenten Steuern ergeben. Allerdings gestattet die Bewertung der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert einen unter dem ursprünglichen Zugangswert liegenden Wertansatz. Da das Handelsrecht die Verminderung auf den ursprünglichen Erfüllungsbetrag begrenzt, entstehen hier aktive latente Steuern.

4.4. Währungsumrechnung

Die Regelungen des HGB und der GKB zur Währungsumrechnung gelten für aktive und passive Wirtschaftsgüter gleichermaßen. Zu den Erläuterungen ist insoweit auf Abschnitt 3.5 zu verweisen. Wird die Umrechnung im Einzelabschluss mit einem höheren Umrechnungskurs vorgenommen als in der GKB, führt die niedrigere handelsrechtliche Bewertung der passiven Wirtschaftsgüter zu passiven latenten Steuern. Umgekehrt bedingt ein vergleichsweise niedrigerer Umrechnungskurs in der Handelsbilanz dort zugleich einen höheren Wertansatz des passiven Wirtschaftsguts, woraus sich aktive latente Steuern ergeben.

4.5. Passive antizipative und transitorische Rechnungsabgrenzungsposten

Für zeitraumbezogene Erträge ist dann im Einzelabschluss und der GKB eine Rechnungsabgrenzung in Form antizipativer und transitorischer Rechnungsabgrenzungsposten vorzunehmen, wenn Einzahlung und Erfolgswirkung in unterschiedlichen Perioden erfolgen. Die übereinstimmende bilanzielle Behandlung gewährleistet, dass Auswirkungen auf die latenten Steuern im Einzelabschluss grundsätzlich unterbleiben.

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften