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Start arrow Betriebswirtschaft & Management arrow Auswirkungen der GKB auf latente Steuern im handelsrechtlichen Jahresabschluss
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5. Auswertung

5.1. Zusammenfassung der Einzelergebnisse

Die in den Abschnitten 3 und 4 gewonnenen Einzelergebnisse sind nun zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen. Hierfür werden die Ergebnisse der bilanztheoretischen Gegenüberstellung den folgenden drei Gruppen zugeordnet: aktive latente Steuern (1), passive latente Steuern (2) und keine latenten Steuern wegen übereinstimmender Bilanzierung (3). Die Gegenüberstellung der summierten Einzelergebnisse soll zeigen, welche der Auswirkungen überwiegt. Zudem wird angegeben, ob die Wirkung auf Basis einer verpflichtenden Regelung (P), einer Wahlrechts(W) oder Ermessensausübung (E) im Einzelabschluss und/oder der GKB erfolgt.

Da die GKB für die in Tabelle 3 aufgeführten Sachverhalte eine frühere Erfassung von Erträgen bzw. eine spätere Aufwandserfassung annimmt, ergeben sich für diese Sachverhalte grundsätzlich aktive latente Steuern (1).

Tab. 3: Fälle aktiver latenter Steuern

Sachverhalt

HGB

GKB

breiterer Umfang der Verbesserungskosten

P

P

Sofortabschreibung der Subventionen im Einzelabschluss

E

P

früherer handelsrechtlicher Abschreibungsbeginn

E

P

Verbrauchsfolgeverfahren bei lifo-Methode (oder gewichtete Durchschnittsmethode) im Einzelabschluss und fifo-Methode (bzw.

Durchschnittsmethode) in GKB

W

W

einzelabschreibungsfähige Wirtschaftsgüter bei linearer und degressiver Abschreibung im Einzelabschluss über kürzere Nutzungsdauer

E

P

einzelabschreibungsfähige Wirtschaftsgüter bei degressiver Abschreibung (ab Vollabschreibung in GKB spätestens passive latente Steuern) im Einzelabschluss bei längerer Nutzungsdauer

E

P

Sammelpostenabschreibung bei degressiver Abschreibung im Einzelabschluss mit höherem Degressionssatz

E

P

Sachverhalt

HGB

GKB

außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung abschreibungsfähiger Wirtschaftsgüter

P

P

außerplanmäßige Abschreibung bei dauerhafter Wertminderung nichtabschreibungsfähiger Wirtschaftsgüter

P

W

außerplanmäßiges Abschreibungsverbot von Beteiligungen in GKB

P

P

außerplanmäßige Abschreibung bei voraussichtlich nur vorübergehender Wertminderung des Finanzanlagevermögens

W

P

„Uhr wieder auf null“-Ansatz der Verbesserungskosten

E

P

Einzelwertberichtigung zweifelhafter Forderungen in HGB

P

P

Pauschalwertberichtigung zu Forderungen in HGB

P

P

Bewertung zu Handelszwecken gehaltener Forderungen bzw. finanzieller Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

P

P

niedrigere handelsrechtliche Vergleichswerte für Umlaufvermögen

P

P

Wertaufholungsverbot des Geschäftsoder Firmenwerts in HGB

P

P

Passivierungsverbot in GKB für Darlehensverbindlichkeiten sowie Rückstellungen für Innenverpflichtungen und faktische (wirtschaftliche) Verpflichtungen

P

P

höherer Umfang der einzubeziehenden Aufwendungen bei Sachleistungsverpflichtungen im Handelsrecht

P

P

Geht die GKB von einer späteren Ertragserfassung bzw. einer früheren Aufwandsverrechnung aus als es im handelsrechtlichen Einzelabschluss der Fall ist, ergeben sich passive latente Steuern (2). Für die in Tabelle 4 abgebildeten Sachverhalte ist anzunehmen, dass diese mit der Entstehung passiver latenter Steuern verbunden sind.

Tab. 4: Fälle passiver latenter Steuern

Sachverhalt

HGB

GKB

Aktivierung immaterieller Wirtschaftsgüter im Einzelabschluss

W

P

Fremdkapitalzinsen als Anschaffungsoder Herstellungskosten im Einzelabschluss

E/W

P

kürzerer Anschaffungszeitraum in der GKB

P

P

Sachverhalt

HGB

GKB

breiterer handelsrechtlicher Herstellungskostenbegriff

P

P

Verbrauchsfolgeverfahren, wenn im Einzelabschluss das fifoVerfahren und in der GKB die gewichtete Durchschnittsmethode angewandt wird

W

W

Soforterfassung der Subventionen im Einzelabschluss

E

P

Aktivierung geringwertiger Wirtschaftsgüter im Einzelabschluss

E

P

einzelabschreibungsfähige Wirtschaftsgüter mit kürzerer handelsrechtlicher Nutzungsdauer bei progressiver Abschreibung (spätestens ab handelsrechtlicher Vollabschreibung aktive latente Steuern)

E

P

einzelabschreibungsfähige Wirtschaftsgüter bei linearer, progressiver und degressiver Abschreibung (geringer Degressionssatz) im Einzelabschluss mit höherer Nutzungsdauer

E

P

Sammelpostenabschreibung bei linearer, progressiver und degressiver Abschreibung (Degressionssatz kleiner 25 Prozent) im Einzelabschluss (spätestens ab handelsrechtlicher Vollabschreibung aktive latente Steuern)

E

P

Bewertung des Deckungsvermögens zum beizulegenden Zeitwert im Einzelabschluss

P

P

(un-)mittelbare Übertragung von Veräußerungsgewinnen in GKB

P

P

Abzinsung der (Pensions-)Rückstellungen

P

P

Nichtpassivierung von Altzusagen sowie mittelbarer Pensionsverpflichtungen und ähnlicher Verpflichtungen

W

P

Bei den in Tabelle 5 dargestellten Sachverhalten ist grundsätzlich von einer übereinstimmenden bilanziellen Behandlung in Einzelabschluss und GKB auszugehen (3), sodass Auswirkungen auf die latenten Steuern i.d.R. unterbleiben.

Tab. 5: Fälle ohne Auswirkungen auf die latenten Steuern

Sachverhalt

HGB

GKB

Umfang des Betriebsvermögens

P

P

Aktivierungspflicht des derivativen und Aktivierungsverbot des originären Geschäftsoder Firmenwerts

P

P

Sachverhalt

HGB

GKB

Nichtaktivierung der Fremdkapitalzinsen als Anschaffungsoder Herstellungskosten

E/W

P

Nichtaktivierung selbsterstellter immaterieller Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens

W

P

Minderung der Anschaffungsoder Herstellungskosten durch Subventionen

E

P

Verbrauchsfolgeverfahren bei Anwendung der gleichen Verfahren oder bei gleichbleibenden bzw. sinkenden Preisen (strenges Niederstwertprinzip)

W

W

außerplanmäßige Abschreibung nichtabschreibungsfähiger Wirtschaftsgüter

P

W

keine außerplanmäßige Abschreibung des Finanzanlagevermögens bei voraussichtlich nur vorübergehender Wertminderung

W

P

strenges Niederstwertprinzip

P

P

(einzelne und pauschale) Einzelwertberichtigung uneinbringlicher Forderungen

P

P

Wertaufholungsgebot

P

P

Passivierungspflicht für Verbindlichkeitsrückstellungen

P

P

Passivierungspflicht für Drohverlustrückstellungen

P

P

Wertmaßstab der Verbindlichkeiten

P

P

Ansammlungs- und Verteilungsrückstellungen

P

P

Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen sowie künftiger Vorteile bei Rückstellungsbewertung

P

P

Passivierung von Altzusagen und mittelbaren Pensionsverpflichtungen sowie ähnlichen Verpflichtungen

W

P

Höchstwertprinzip

P

P

Ansatzpflicht für Rechnungsabgrenzungsposten

P

P

Die Zusammenfassung der Einzelergebnisse zeigt, dass die Sachverhalte überwiegen, die mit einer übereinstimmenden Bilanzierung im Einzelabschluss und der GKB einhergehen. Latente Steuern bleiben in diesem Fall außen vor (3). Diese beruhen weniger auf identischen verpflichtenden Regelungen im Einzelabschluss und der GKB, wie z.B. beim Ansatz des erworbenen und selbsterstellten Geschäftsoder Firmenwerts. Vielmehr basiert die übereinstimmende Bilanzierung auf der einheitlichen Ausübung einoder beidseitiger Ansatz- und Bewertungswahlrechte bzw. Ermessensspielräume in der GKB und dem Einzelabschluss. Durch unterschiedliche Wahlrechtsbzw. Ermessensausübung und ungleichen verpflichtenden Regelungen weichen die Wertansätze der beiden Regelwerke voneinander ab, sodass latente Steuern entstehen. Dabei überwiegen die Fälle latenter Steuern, die aktive latente Steuern begründen (2).

 
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