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4 Besiedlungsmanagement – eine Begriffsklärung

Der Begriff Besiedlungsmanagement bezieht sich in diesem Zusammenhang auf einen kleinräumigen Aspekt, nämlich der sozialorganisatorischen Planung und Begleitung von Besiedlungsprozessen in einer Wohnanlage oder einem Quartier. Das Tätigkeitsfeld reicht dabei von Projektentwicklung, Zielgruppenmarketing, über verstärkte Informationsarbeit, Moderation der Partizipation, eine „Anschubhilfe“ bei Wohnungsbezug bis hin zur langfristigen Begleitung der Umsetzung partizipativer Wohnprojekte.

Um einen Überblick über den Ablauf des Besiedlungsmanagements zu geben, wurde von wohnbund:consult bereits im Zuge der Teilnahme bei Bauträgerwettbewerben ein nun näher zu erläuterndes Phasenmodell entwickelt, in dem die Ziele aber auch die eingesetzten Methoden angeführt werden (Gutmann 2009).

5 Ein Phasenmodell

Das „Besiedlungsmanagement“ – wie es von wohnbund:consult praktiziert wird

– orientiert sich am Ablauf der planerisch-baulichen Projektentwicklung und ermöglicht so eine sozial-organisatorische Begleitung von der Planungsphase über die Umsetzungsphase bis zur Nutzungsphase. In der Darstellung des Besiedlungsmanagements in Abbildung 2 werden die einzelnen Phasen dargestellt und exemplarisch ihre Ziele angeführt.

Abb. 2: Das Besiedlungsmanagement orientiert sich entlang der Phasen der planerischbaulichen Projektentwicklung, in denen unterschiedliche Zielsetzungen bestehen (Quelle: wohnbund:consult 2014)

Die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen sind zum Teil fliessend, projektspezifisch und nicht eindeutig voneinander abgrenzbar. Die Übersicht dient der Planung des Prozesses, der Fokussierung auf unterschiedliche Ziele und damit verbundene Arbeitsschritte im Projekt. Zudem wird dadurch die Kommunikation über die Vorgehensweise mit den beteiligten Projektpartnern/-partnerinnen unterstützt.

6 Methoden und Formate

Innerhalb der jeweiligen Projektphasen kommt ein zielorientierter Methodenmix zum Einsatz, der unter anderem Informations-Veranstaltungen, Workshops, Vernetzungstreffen, Begehungen, World-Café, Get-Together, Exkursionen, Ausstellungen und den Einsatz von Social-Media umfasst.

Abb. 3: Die unterschiedlichen Ziele und Rahmenbedingungen führen zum Einsatz vielfältiger Methoden (Quelle: wohnbund:consult 2014)

Durch die frühe Einbindung aller relevanten Akteure und Akteurinnen in die Projektentwicklung können klare Fragestellungen für die jeweiligen Phasen formuliert werden, wie beispielsweise „Was sind die Ziele in dieser Phase? Wer ist die Zielgruppe? Welche Akteure/Akteurinnen sind beteiligt? Welchen zeitlichen Rahmen gibt es?“. Darauf aufbauend werden die angewandten Partizipations-Formate für und mit den betroffenen Akteuren/Akteurinnen und/oder Stakeholdern entwickelt und adaptiert. Die damit gewährleistete Flexibilität ermöglicht kurzfristige Reaktionen auf spezifische Projekterfordernisse oder sich ändernde Rahmenbedingungen (z.B. Zeitraum, Partizipationsumfang oder Gruppengrösse).

Ziel des Besiedlungsmanagements ist es, die beteiligten Akteure und Akteurinnen dabei zu unterstützen, nachhaltige Organisationsstrukturen und

-abläufe gemeinsam zu erarbeiten und umzusetzen. Damit werden Kommunikationsprozesse gefördert und ein wichtiger Schritt in Richtung Gemeinschaftsbildung gesetzt.

 
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