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7 Die praktische Anwendung

Das „Besiedlungsmanagement“ findet inzwischen bereits bei einer grossen Anzahl unterschiedlicher Projekte im geförderten Wiener Wohnbau Anwendung. Im Themengebiet „Junges und kostengünstiges Wohnen“ wurde ein Wohngemeinschafts-Haus mitentwickelt und begleitet; in einem der grössten Stadtentwicklungsgebiete Europas, der Seestadt Aspern, wird derzeit ein Baugruppenprojekt sozialorganisatorisch unterstützt. Anhand des von wohnbund:consult betreuten Projekts „SO.VIE.SO mitbestimmt“ werden im Folgenden wesentliche Punkte der Umsetzung des Besiedlungsmanagements und unterschiedliche Schritte im Projekt exemplarisch dargestellt.

SO.VIE.SO mitbestimmt

Mitbestimmung und Gemeinschaftsbildung in einem partizipativen Wohnbauprojekt

7.1 Aufgabenstellung

Im Sonnwendviertel, unmittelbar neben dem neuen Wiener Hauptbahnhof, entsteht auf dem Areal eines ehemaligen Frachtenbahnhofs ein neues Quartier. Eine der von der Stadt Wien geförderten Mietwohnhausanlagen mit 111 Wohnungen (Bauträger BWS mit s&s architekten) trägt den Namen „SO.VIE.SO mitbestimmt“. Der Name, abgeleitet von „Sonnwendviertel solidarisch“, weist bereits auf die Besonderheit des Projekts hin.

Es handelt sich nämlich um ein Projekt im geförderten Wohnbau und Sieger eines Bauträgerwettbewerbs, bei dem umfassende Mitbestimmung für die Bewohner und Bewohnerinnen ermöglicht wurde. Neben der Wohnungsplanung und der individuellen Grundrissgestaltung hatten die Bewohner und Bewohnerinnen die Möglichkeit, über die Lage, Grösse und Funktion der gemeinschaftlichen Flächen mitzuentscheiden. Dazu erfolgte ein zweijähriger moderierter Beteiligungsprozess durch wohnbund:consult im Vorfeld des Bezugs im Dezember 2013.

Abb. 4: Lage des Projekts innerhalb des neuen Stadtquartiers im Sonnwendviertel, nahe des neuen Wiener Hauptbahnhofes im 10. Bezirk (Quelle: s&s architekten)

Im Folgenden wird das Projekt anhand des vorgestellten Phasenmodells näher beschrieben.

7.2 Operationalisierung des Projekts

Ein Kick-Off Treffen aller Projektpartner und Projektpartnerinnen bildete den Startpunkt für die Operationalisierung des Projekts. Gemeinsam mit den Projektpartnern/-partnerinnen wurde ein Prozessdesign entwickelt, um ein koordiniertes Vorgehen von Wohnbaugenossenschaft, Architektur, Freiraumplanung und eine sozialorganisatorische Begleitung des Prozesses zu gewährleisten. In regelmässigen, etwa vierteljährlichen Planungstreffen der Projektpartner und Projektpartnerinnen erfolgte eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts.

 
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