Untersuchungsdesign und -sample

Untersuchungsdesign

Die folgende Untersuchung basiert auf einem kontrastierenden Fallstudiendesign, bei dem ein börsennotiertes und ein eigentümergeführtes IT-Unternehmen mit ähnlichen Tätigkeitsfeldern der Beschäftigten im Hinblick auf die Nutzung finanzmarktorientierter Steuerungskonzepte und ihre Belastungs- und Stresswirkungen verglichen werden. Als erster Vergleichsfall wurde ein Standort eines ITDienstleisters ausgewählt, der überwiegend Dienstleistungen für die börsennotierte Konzernmutter erbringt. Bei Fall A handelt es sich um eine Niederlassung eines international agierenden börsennotierten IT-Dienstleistungskonzerns mit über 230.000 Mitarbeitenden, davon schätzungsweise 120.000 in Deutschland. Die 350 Angestellten in der untersuchten Standortniederlassung sind überwiegend im Bereich IT-Beratung, Anwendungsentwicklung und im Test beschäftigt. Das Fallunternehmen war ursprünglich ein eigenständiges IT-Beratungsunternehmen, wurde dann Mitte der 1990er Jahre von einem großen IT-Dienstleister gekauft und schließlich von dem jetzigen Mutterkonzern übernommen. Dies war von einer Serie von Umwälzungen am Standort begleitet.

Fallunternehmen B ist ein mittelständisches IT-Dienstleistungsunternehmen, dessen Geschäftsfeld im Wesentlichen im Erbringen von IT-Dienstleistungen für kommunale Unternehmen besteht. Da das Unternehmen in den letzten zehn Jahren mehrere größere IT-Abteilungen von Kommunalbetrieben übernommen hat, ist es von etwa 50 Angestellten Mitte der 1990er Jahre auf heute knapp 200 Mitarbeitende angewachsen. Hierbei handelt es sich zu einem großen Teil um ehemalige Beschäftigte der Kunden, die über eine Betriebsüberleitung zum Fallunternehmen kamen. Das Unternehmen wird von einer Gesellschafterversammlung kontrolliert; zwei Geschäftsführer sind für die Leitung des Unternehmens eingesetzt. Anteilseigner sind im Wesentlichen die Kommunalbetriebe, die ihre IT-Dienstleistungen vom Fallunternehmen beziehen.

Beide Unternehmen unterscheiden sich zwar im Hinblick auf die Eigentumsverhältnisse, sind aber im Hinblick auf das Geschäftsfeld, die Betriebsgröße der untersuchten Einheiten, die Tätigkeitsprofile der Beschäftigten und die soziodemografische Beschäftigtenstruktur in etwa vergleichbar (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Soziodemografische Struktur der Beschäftigten (basierend auf Beschäftigtenbefragungen in den beiden Fallunternehmen)

Unternehmen A

Unternehmen B

Alter

bis zu 30 Jahre

8%

16%

31 – 40 Jahre

31%

18%

41 – 50 Jahre

38%

42%

über 50 Jahre

22%

24%

Geschlecht (Stichprobe)

weiblich

22%

25 %

männlich

78%

75%

Familienstand

in einer festen Beziehung lebend

85%

77 %

 
< Zurück   INHALT   Weiter >