Vergleiche von Belastungs-, Ressourcen- und Verhaltensmustern der Beschäftigten

Vergleicht man das Ausmaß der psychischen Belastungen, Gesundheitsressourcen und das Ausmaß interessierter Selbstgefährdung in den beiden Unternehmen, so finden sich inferenzstatistisch gesicherte Unterschiede. Im Fallunternehmen A erleben die Beschäftigten mehr Zeitdruck und Zusatzaufwand, sie geben an, weniger Erholungsmöglichkeiten innerhalb und nach der Arbeit zu haben, und es ist ein deutlich höheres Niveau an interessierter Selbstgefährdung zu finden. Ein Überblick über die Mittelwertunterschiede gibt die folgende Tabelle 3.

Tabelle 3: Mittelwertunterschiede und Signifikanz in den Fallunternehmen (nur Mitarbeiter; Range: 1-5; hohe Werte = hohe Ausprägung)

Skala

Unternehmen A

Unternehmen B

Signifikanz

Stress

2,8287

2,6246

,089

Burnout

3,1269

2,7862

,004

Arbeitsmotivierung

2,6651

2,8586

,093

Arbeitsunterbrechungen

3,4121

3,2997

,276

Zusatzaufwand

3,4485

3,0943

,002

Zeitdruck

3,1818

2,8199

,004

Sozialklima

3,5136

3,4832

,824

Unterstützung durch Kollegen

3,9955

3,7677

,054

Gestaltungsspielraum

2,8303

2,6599

,130

Erholungsmöglichkeiten

3,2318

3,4728

,036

interessierte Selbstgefährdung

2,7857

2,4450

,007

Auch im Ausmaß der Beanspruchungsparameter können teilweise signifikante Unterschiede zwischen den beiden Fallunternehmen gefunden werden. Während das aktuelle Stressniveau und auch die arbeitsinduzierte Motivierung in beiden Unternehmen etwa gleich hoch sind, kann in Fallunternehmen A ein signifikant erhöhtes Erschöpfungsniveau (Burnout) vorgefunden werden.

Einflussfaktoren des Beanspruchungserlebens

Zur Beantwortung der Frage, ob psychische Belastungen, fehlende Gesundheitsressourcen in der Arbeit oder interessierte Selbstgefährdung als Entstehungsgründe für psychische Beanspruchung in Frage kommen, wurden für die beiden Fall Unternehmen getrennte Regressionsanalysen berechnet. Hierbei zeigte sich bei einem fallweisen Einschluss der verschiedenen Variablen, dass in den beiden Fallunternehmen offenbar unterschiedliche Einflussfaktoren für das Beanspruchungserleben der Beschäftigten wirksam werden.

Während in Fallunternehmen A das Ausmaß des Burnouts vor allem durch Zeitdruck, fehlende Erholungsmöglichkeiten und interessierte Selbstgefährdung verursacht wurde (s. Abbildung 2), ergibt sich in Fallunternehmen B ein gänzlich anderes Bild. Hier waren es vor allem Arbeitsunterbrechungen ( = 0,399 **), ungeplanter Zusatzaufwand ( = -0,320 *) wie auch fehlende Erholungsmöglichkeiten ( = -0,416 **), die in Zusammenhang mit der Ausprägung einer Erschöpfungssymptomatik standen. Interessierte Selbstgefährdung spielte in Fallunternehmen B als Einflussfaktor keine Rolle.

Abbildung 2: Einflussfaktoren auf die Output-Variable „Burnout“, Fallunternehmen A, *-signifikant, **-hoch signifikant

 
< Zurück   INHALT   Weiter >