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Anhang

Vergütungsvereinbarung nach §89 SGB XI, gültig für die Zeit vom 01.04.2013-28.02.2014

Leistungspaket/ Bezeichnung

In Euro (Fachkraft)

1

Große Toilette (bis zu ca. 40 Min)

24,18

2

Kleine Toilette – Teilkörperpflege (insgesamt bis ca. 20 Min)

16,14

3

Transfer aus/ins Bett/ An-/Auskleiden

(bis ca. 10 Min. nicht zusammen mit Modul 1,2,4,5)

8,73

4

Hilfen bei Ausscheidungen (insgesamt bis ca. 15 Min)

10,73

5

Einfache Hilfen bei Ausscheidungen

(nur bei Leistungserbringung durch Hilfskraft oder Ziwi)

7,36

6

Spezielles Lagern (insgesamt bis 5 Min)

5,37

7

Mobilisation (bis 5 Min)

5,37

8

Einfache Hilfe bei der Nahrungsaufnahme (bis 5 Min)

5,37

9

Umfangreiche Hilfe bei der Nahrungsaufnahme (bis 40 Min)

18,83

10

Verabreichung von Sondennahrung mittels Spritze, Schwerkraft oder Pumpe (bis 25 Minuten)

16,52

11*

Hilfestellung beim Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung

8,05

12

Zubereitung einer einfachen Mahlzeit (bis 17 Minuten)

11,84

13

Essen auf Rädern/stationärer Mittagstisch

2,57

Leistungspaket/ Bezeichnung

In Euro (Fachkraft)

14

Zubereitung einer (i.d.R. warmen) Mahlzeit in der Häuslichkeit des Pflegebedürftigen (bis 40 Min)

23,69

15*

Einkauf/Besorgungen

7,10

16*

Waschen, Bügeln, Putzen

7,10

17

Vollständiges Ab- und Beziehen des Bettes

7,72

18

Beheizen

7,10

Fixkosten

Fahrtkosten je Hausbesuch

3,47

Sonn-/Feiertagszuschlag je Hausbesuch

2,26

Nachtzuschlag ab 20:00h

2,19

Investitionskostenanteil je Hausbesuch

1,59

Anteilige Ausbildungskostenumlage je Hausbesuch

0,45

* pro angefangene Viertelstunde

** aus Platzgründen können die Pflegeinhalte nur exemplarisch dargestellt werden Quelle: pflegedienst-habura.de/pflege/preisliste-pflege.html; Stand: 21.04.2015.

Psychische Gesundheit im Finanzmarktkapitalismus

1 Einleitung

Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen zum Finanzmarktkapitalismus beziehen sich in ihren Analysen auf den Einfluss von Finanzmarktakteuren auf das Management der Unternehmen. Inwieweit sich dies auch auf die Arbeit von Beschäftigten und insbesondere deren Gesundheit auswirkt, wurde bisher kaum thematisiert. Die Diskussion um die Gesundheit der Beschäftigten dreht sich in den letzten Jahren häufig um zunehmende psychische Belastung, steigenden Arbeitsdruck und eine Zunahme „indirekter Steuerung“, die ihren Teil zur Zunahme von psychischen Erkrankungen und Störungen beitragen (Pickshaus 2014). Es stellt sich die Frage, ob diese ungünstigen Entwicklungen bei der Gesundheit der Beschäftigten zumindest im Ansatz auf Auswirkungen des Finanzmarktkapitalismus zurückgeführt werden können.

Im Folgenden soll eine mögliche Verbindungslinie aufgezeigt werden, wobei die Zunahme der Arbeitsintensität im Mittelpunkt steht, deren negative Effekte sich vor allem auf die psychische Gesundheit der Beschäftigten auswirken. Diese negativen Auswirkungen können nach dem in den Arbeitswissenschaften gängigen Job Demand-Control Model (Karasek 1979) durch die Verlagerung von Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen auf Teams und Individuen im Sinne einer zunehmenden „indirekten Steuerung“ in den Unternehmen abgeschwächt werden. Das seit Jahren kontinuierliche Ansteigen von psychischen Erkrankungen und Störungen in den Arbeitsunfähigkeitsstatistiken der Krankenkassen lässt aber vermuten, dass eine solche Pufferwirkung von Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen nicht ausreichend wirkt.

Nach einem kurzen Überblick über neuere Entwicklungen im Gesundheitsbereich (Abschnitt 2) werden zunächst zwei mögliche arbeitsbedingte Ursachen diskutiert. Deren Ausmaß verstärkt sich unter dem Einfluss des Finanzmarktkapitalismus: Zum einen ist dies die steigende Arbeitsintensität durch Rationalisierungspraktiken in Unternehmen, bei denen die Arbeitsmenge bei unveränderten Personalressourcen erhöht und bislang übliche Pausen als Produktions- und Erholungspuffer verkürzt werden (Abschnitt 3). Zum anderen sind dies die Verlagerung von Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen für die Erfüllung von Anforderungen des Marktes auf die Beschäftigten und der Einsatz von Zielvorgaben zur Steuerung von Teams oder einzelnen Beschäftigten (Abschnitt 4). Hiermit kann bei Beschäftigten Druck zur Erfüllung zu hoher Ziele aufgebaut werden (vgl. dazu auch den Beitrag von Gerlmaier in diesem Band). Dies ist für die Gesundheit der Beschäftigten auf eine Weise relevant, die bislang vorherrschenden Auffassungen widerspricht: Während mögliche negative Folgen von hoher und steigender Arbeitsintensität bei ungenügenden Personalreserven für die Gesundheit der Beschäftigten bereits seit Jahrzehnten Thema der Arbeitsforschung sind (z. B. de Lange et al. 2003), wurde die Delegation von Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen häufig als positiv für die Gesundheit der Beschäftigten angesehen (Karasek 1979; Ulich 2011). Es stellt sich die Frage, inwieweit Verantwortungsdelegation unter den gegebenen Bedingungen die negativen Auswirkungen hoher Arbeitsintensität dauerhaft kompensieren kann. Anregungen zur kritischen Reflexion dieser Sichtweise bietet eine Studie zum Zusammenhang von Arbeitsintensität, Entscheidungsbefugnissen und sozialer Unterstützung durch Führungskräfte, über die im fünften Abschnitt berichtet wird. In Abschnitt 6 werden die Ergebnisse und daraus entstehenden Perspektiven diskutiert.

 
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