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9.2.2 Welche Pflegestufen gibt es?

Bevor die Neudefinition von Pflegebedürftigkeit legitimiert ist, gelten die jetzigen Richtlinien, welche die Pflegebedürftigen in drei Stufen einordnen. Diese Pflegestufen entsprechen dem Umfang des Hilfebedarfs (Bundesministerium für Gesundheit 2014b). Die Höhe der Leistungen unterscheidet sich ebenfalls nach den Pflegestufen.

Neben den drei regulären Pflegestufen gibt es auch eine Pflegestufe 0. Diese Einordnung existiert seit dem 1. Juli 2008. Demnach können Personen, welche die Voraussetzungen für die Pflegestufe I nicht erfüllen, einen Betreuungsbetrag in Höhe von 100 oder 200 € im Monat erhalten (Bundesministerium für Gesundheit 2014b). Mit dem neuen, geplanten Pflegegesetz sollen zudem die Zahlungen für Pflegestufe 1 und 2 aufgestockt werden.

Im Folgenden werden die Pflegestufen kurz erläutert.

Pflegestufe I ist durch erhebliche Pflegebedürftigkeit gekennzeichnet:

Erhebliche Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens einmal täglich ein Hilfebedarf bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) erforderlich ist. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 min betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 min entfallen müssen. (Bundesministerium für Gesundheit 2014b)

Pflegestufe II liegt bei Schwerpflegebedürftigkeit vor:

Schwerpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten ein Hilfebedarf bei der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) erforderlich ist. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen. (Bundesministerium für Gesundheit 2014b)

Pflegestufe III bedeutet Schwerstpflegebedürftigkeit:

Schwerstpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Hilfebedarf bei der Grundpflege so groß ist, dass er jederzeit gegeben ist und Tag und Nacht (rund um die Uhr) anfällt. Zusätzlich muss die pflegebedürftige Person mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) mindestens vier Stunden entfallen müssen. (Bundesministerium für Gesundheit 2014b)

Wenn Pflegestufe III in Kraft tritt, besteht zusätzlich die Möglichkeit einer Härtefallregelung. In diesem Fall gibt es höhere Sachleistungen. Mithilfe der Zahlungen aus der Pflegestufe kann ein ambulanter Pflegedienst bezahlt werden.

Tab. 9.1 Zahlungen der Pflegeversicherung. (Eigene Darstellung nach der-ambulante-pflegedienst.de/preise.html, Zugriff am 13.9.2014)

Pflegestufen

Sachleistungen

Geldleistungen

Pflegestufe I:

erheblich pflegebedürftig

450 €

235 €

Pflegestufe II:

schwer pflegebedürftig

1100 €

440 €

Pflegestufe III: schwerstpflegebedürftig

1550 €

700 €

Härtefälle

1918 €

 
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