< Zurück   INHALT   Weiter >

10.1 Wohnen in der eigenen Wohnung?

Wie bereits erwähnt, ist die bevorzugte Wohnform im Alter das Wohnen in der eigenen Wohnung. Dieses Wohnumfeld ist vertraut und stellt ein Stück Heimat dar. Häufig muss die Wohnung der nachlassenden Mobilität im Alter angepasst werden. Aufgrund des demografischen Wandels müssen zahlreiche Wohnungen adäquat umgestaltet werden. Nur dann können viele betagte Menschen ihre selbstgestaltete Lebensführung aufrechterhalten, sodass Pflegebedürftigkeit vermieden bzw. aufgeschoben und dadurch Kosten gespart werden:

Mögliche Ansatzpunkte für eine seniorenorientierte Gestaltung bieten nicht nur Geräte, Einrichtungsgegenstände und Installationen selbst, sondern auch deren Anordnung im Innenbereich über die Gesamtarchitektur der Wohnung bis hin zur Wohnumfeldgestaltung. (Naegele et al. 2006, S. 11)

Barrieren müssen beseitigt werden, indem Stolperfallen sowie Ausrutschmöglichkeiten entfernt werden. Wichtig sind auch die Bäder. Ältere Menschen können häufig nicht mehr ohne Hilfe in die Badewanne steigen bzw. die Badewanne verlassen. Vorübergehend können Griffe und Sitzvorrichtungen Abhilfe schaffen. Häufig bevorzugen ältere Menschen eine Duschkabine mit eingebautem Sitz. Entsprechende Fußmatten gewährleisten die Rutschfestigkeit.

Auch mit Fernbedienungen lässt sich das Leben im eigenen Haushalt erleichtern. So können Rollläden, Duschkabinen und Schränke automatisch geöffnet werden. Die Risiken, die von elektrischen Geräten ausgehen, werden minimiert, indem beispielsweise akustische Signale integriert werden.

Trotz dieser zahlreichen Möglichkeiten und der Offenheit älterer Menschen gegenüber diesen Innovationen, tut sich die Wirtschaft schwer mit der Umsetzung. An dieser Stelle bestehen Wissensdefizite. Besonders das deutsche Handwerk tut sich schwer, dem gesellschaftlichen Wandel mit Flexibilität zu begegnen. Dazu kommt, dass nicht alle Rentner über Wohneigentum verfügen. Eventuelle Umbauarbeiten müssen daher mit dem Vermieter verhandelt werden.

Das Wohnen in der eigenen Wohnung ist für ältere Menschen geeignet, die sich ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich bewahren wollen. Optimal ist das Wohnen in der eigenen (barrierefreien) Wohnung für Ehepartner, da sie sich gegenseitig unterstützen können. Bei Alleinstehenden ist es von Vorteil, wenn es Angehörige gibt, die ab und zu vorbeischauen und ihre Hilfe anbieten. Auch wenn der Betroffene eine Pflegeeinstufung hat, kann die Selbstständigkeit in der eigenen Wohnung bestehen bleiben. Hier hilft der ambulante Pflegedienst bei der medizinischen Versorgung. Das beliebte „Essen auf Rädern“ liefert die Mahlzeit direkt in die Wohnung.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >