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12.4.8 Darf man niemals Fehler machen?

Natürlich klingt das so, als ob man sein Leben als eine Aneinanderreihung richtiger Entscheidungen führen könnte. Dem ist nicht so! Sepp Herberger sagte einmal, Tore entstehen aus Fehlern – aus Fehlern der Mannschaft, die das Tor kassierten. Doch Fehler sollten nicht zuletzt in der Psychologie und Pädagogik als Lerngrundlage erachtet werden. Vera F. Birkenbihl nannte dies in einem ihrer Vorträge den Ball-ins-Tor-Effekt. Wenn man lernt, einen Ball auf ein Tor zu schießen, macht man immer wieder kleine Fehler. Dies erkennt man daran, dass man nicht trifft oder der Torwart den Ball locker pariert. Also wird man seine Technik leicht modifizieren. So lernt man fast spielend, ein guter Schütze zu werden (ein bisschen Talent gehört natürlich auch dazu). Und so ist es auch im Leben. Es gibt keine Fehler, nur Resultate. Erziehung, Partnerschaft und Lebensführung sind keinen festen, idealen Regeln untergeordnet. Sie geschehen meist nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip, also dem Ball-ins-Tor-Effekt. Erforderlich aber sind Kritikfähigkeit und Veränderungsbereitschaft. Vor allem Letzteres ist der heutigen Generation der Alten so gut wie fremd. Man lässt sich nicht scheiden, man meckert nicht, Hauptsache, es gibt etwas Warmes zu essen. Von diesem Habitus des Nichtklagens leben quasi viele Heime in ihrer allenfalls erreichbaren Sicherstellung von Grundbedürfnissen. Aber auch viele Ehen – in ihrer teils emotionslosen Routine.

12.4.9 Woran erkennt man, ob man glücklich ist?

Glück ist ein Gemütszustand, der vom Gehirn kaum länger als wenige Stunden ausgehalten werden kann. Es ist ein gewisser Überschuss aus Serotonin, Dopamin und Adrenalin, der glücklich macht. Dieses Empfinden können wir spüren. Wichtiger ist aber die Zufriedenheit, also die grundsätzliche Stimmungslage als eine Folge einer einzig hohen Serotoninkonzentration. Dabei ist die Wahrnehmung auf die Welt verändert, man sieht vieles positiv, man hat weniger Angst, kann gut schlafen, hat einen angemessenen Appetit und ist weniger gereizt. Auch die sexuelle Lust ist vorhanden, und man zweifelt nicht ständig an sich selbst. Anhand dieser Zufriedenheitsindikatoren kann man ein wenig den eigenen Status quo einschätzen.

Eine depressive Störung als das krasse Gegenteil dieser Kriterien beginnt dabei erst nach mehreren Monaten dauerhafter Antriebslosigkeit und Traurigkeit. Auch wiederholte körperliche Beschwerden ohne eindeutige Ursache können auf krankhaftes Unglücklichsein hindeuten. Ob man nun den Zustand hoher Zufriedenheit als erstrebenswert erachtet oder den nicht radikaler Unzufriedenheit, bleibt jedem selbst überlassen. Entscheidend sind hier wieder die Erwartungen an das eigene Leben. Je höher die Erwartung, desto höher das Frustrationspotenzial. In jedem Fall kann man aber sagen, dass das Fehlen von Zufriedenheit oder sogar die Ausprägung einer Depression immer ein Anzeichen einer nichtadäquaten Lebensführung sind. Der oben erwähnte Carl Rogers nannte dies die Selbstbewertungstendenz: Ich schaue meinen Ist-Zustand an und frage, was ich verbessern kann. Dies erfordert in höchstem Maße Ehrlichkeit zu sich selbst und seinem Leben.

 
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