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12.5 Warum Kinder?

Der Trickfilmheld Homer Simpson, nicht unbedingt für seine Intelligenz bekannt, fand einmal $ 20 unter den Kissen seiner durchgesessenen Fernsehcouch. Er freute sich und hielt darauf kurz inne, um zu überlegen, was denn jetzt so toll sei. „Geld kann man gegen Waren und Dienstleistungen eintauschen“, war seine prompte Antwort. In der Banalität dieses Gedankengangs könnte man auch die Antwort auf die Frage „Kinder machen glücklich, oder?“ finden.

Ein Volkswirt könnte weitaus komplexer auf Homer Simpsons Frage antworten, und ein Psychologe auf die Titelfrage. Wenn dann noch ein Pädagoge, ein Philosoph und ein Soziologe ihre Antworten beisteuern, ist die Sachlage noch komplizierter.

Zuerst muss man sagen, dass Kinder das Leben nicht unbedingt stabilisieren und erleichtern. Hierzu gibt es verschiedene wissenschaftliche Studien. Unter anderem empfinden Eltern extremere Gefühle als Kinderlose; dies gilt allerdings sowohl für positive als auch negative Emotionen. Die Lebenserwartung ist nicht signifikant höher, aber auch nicht kürzer. Kinder zu bekommen, hat also keine medizinischen Vorteile. Auch psychologische Vorteile sind nicht unbedingt immanent. Auf das Kinderkriegen übertragen könnte man überspitzt sagen: Beide Partner sollten seelisch stabil sein und die Kinder nicht aus Frust über verfehlte andere Lebensplanungen bekommen.

12.5.1 Kinderkriegen: Bitte nur Glückliche!?

Sollte man nur denjenigen das Kinderkriegen erlauben, die mehrere psychologische Tests erfolgreich absolviert haben und die richtige Lebenseinstellung besitzen? (Ähnliche Überlegungen gab es vor einigen Jahren tatsächlich in Form eines Elternführerscheins – er wurde nie realisiert.) Da fehlt aber noch eine Kleinigkeit: der richtige Partner! Und zwar einer, der psychisch absolut klinisch unauffällig ist und eine optimalste Lebensplanung hat. Wie wahrscheinlich ist das? Zudem sollte er ja auch noch charakterlich zu einem passen. Eckart von Hirschhausen sagte dazu einmal: Wenn es für jeden genau einen richtigen Partner gibt, dann müsste nur einer den falschen haben, und die Rechnung geht für alle anderen nicht mehr auf.

Laut Schätzungen haben bis zu 90 % der Deutschen in ihrem Leben einmalig leichtere psychische Probleme. 50 % der Frauen und 30 % der Männer haben längerfristig Störungen, die auch behandlungsbedürftig sein können (auch wenn längst nicht alle von jenen in Behandlung gehen). Einen psychisch völlig normalen, gesunden Partner zu finden, ist also schwierig. Nichtsdestotrotz bleibt zu vermuten, dass Kinder unter einigen Voraussetzungen für psychisch angeknackste Menschen auch von Vorteil sein könnten:

• Kinder wirken motivierend, einer festen Arbeit nachzugehen (falls zeitlich möglich).

• Kinder helfen manchen, den Konsum von Rauschmitteln einzuschränken (Startschuss könnte die Schwangerschaft sein).

• Kinder erfordern eine geregelte Lebensführung.

• Kinder können Menschen, die aufgrund von Sinnkrisen depressiv wurden, eben jenen Lebenssinn zurückgeben.

Besonders gut erkennbar ist letztgenannter Punkt am Beispiel vieler Prominenter, die teils ganze Landstriche in Drittweltländern adoptiert haben.

 
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