Entwicklung und Umsetzung der gemeinsamen Strategie

Ein zentrales Kriterium zur Bewertung von Cluster- und Netzwerkinitiativen ist die Definition einer gemeinsamen Strategie (Vgl. Müller & Jungwirth, 2011; JappeHeinze et al. 2008, 13). „Die Frage der Strategie ist die Frage nach den verbindenden Interessen einer Gruppe regionaler Akteure, genauer gesagt, die Frage nach dem Interesse dieser Akteure an einer netzwerkförmigen Koordination ihres Handelns“ (JappeHeinze et al. 2008, 13.). Bei der Artikulation des gemeinsamen Interesses der Akteure kommt dem Clusterbzw. Netzwerkmanagement eine zentrale Rolle zu (Vgl. Bode 2011, 149 nach Raschke 2008, 207). Die zentrale Herausforderung besteht darin, einerseits die Partikularinteressen der beteiligten Akteure zu berücksichtigen und gleichzeitig einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Um eine Strategie beurteilen zu können, müssen jedoch zwei Aspekte berücksichtigt werden.

- Erstens muss überprüft werden, wie die Strategie zustande gekommen ist und wer an der Entwicklung beteiligt war. So ist durchaus vorstellbar, dass eine Clusterpolitik wünschenswerte Ziele vorgibt und diese in Form einer Strategie erreichen will, ohne dass die relevanten Akteure des Cluster oder Netzwerkes in die frühe Phase der Strategieformulierung einbezogen wurden.

- Zweitens sollte berücksichtigt werden, wie die Strategie tatsächlich umgesetzt wird und in welcher Form die Erreichung von Zielen überprüft wird. Die tatsächliche Umsetzung der Strategie ist also mindestens genauso wichtig.

Mit dieser Bewertung kann Dimension 4 „Strategie, Ziele und Dienstleistungen“ weitestgehend und auch die Dimension 2 „Typologie, Steuerung und Kooperation“ abgedeckt werden (siehe Anhang).

Heterogenität, Gesamtanzahl und Zusammensetzung der Akteure

Bei allen Definitionen ist auffällig, dass die beteiligten Akteure aus unterschiedlichen Bereichen (z.B. Privatwirtschaft, private oder öffentliche Bildungs- und Forschungseinrichtungen, staatliche Organisationen) kommen. So ist schon bei Porters Definition von einer Vielzahl von verschiedenen Akteuren die Rede (vgl. Kapitel 2.1). Dies trifft auch auf die Cluster- und Netzwerkbeschreibungen am Oberrhein zu (vgl. Kapitel 2.3). Gleichzeitig spielt die kritische Masse eine wichtige Rolle (Vgl. Jappe-Heinze et al. 2008, 20). Obwohl es bei der Festlegung eines Werts für die kritische Masse keinen Konsens gibt, ist dennoch davon auszugehen, dass ein Cluster mit weniger als 40

Akteuren nicht als solches bezeichnet werden kann. Dahingehend müssen drei Qualitätskriterien erfüllt sein:

- Erstens müssen die Mitglieder der Cluster und Netzwerke eine gewisse Heterogenität aufweisen.

- Zweitens muss die quantitative kritische Masse erreicht sein oder zumindest in absehbarer Zeit erreicht werden können.

- Drittens müssen private Unternehmen die überwiegende Mehrheit der beteiligten Akteure darstellen.

Mit dieser Bewertung kann die Dimension 1 „Struktur der Cluster“ weitestgehend abgedeckt werden (siehe Anhang IV).

Art und Regelmäßigkeit der Kooperation

Ein weiteres, zentrales Kriterium zur Beurteilung von Cluster- und Netzwerkinitiativen ist die Art und Form der Zusammenarbeit. Dem Management der Initiative kommt diesbezüglich eine besondere Rolle zu: „Aspects such as facilitation and coordination become vital to ensure successful clustering and progress along the entire cluster life cycle“ (Ingstrup & Damgaard 2013, 560). Die Netzwerkbildung innerhalb des Clusters wird durch “Informations-, Kommunikations-, und Veranstaltungsangebote für Netzwerkmitglieder“ (Jappe-Heinze et al. 2008, 25) stimuliert. Dabei sind wiederum zwei Aspekte relevant:

- Erstens sollten die Angebote des Cluster- und Netzwerkmanagements vielfältig sein, so dass sich die Mitglieder der Initiative aus den Angeboten entsprechend ihrer Bedürfnisse die passenden Kommunikationskanäle und Tools aussuchen können.

- Zweitens sollte es zu einem möglichst regen Austausch zwischen den beteiligten Akteuren kommen. Zwar ist auch hier schwierig einen Grenzwert festzulegen, dennoch sollte man davon ausgehen, dass ein aktives, funktionierendes Cluster über einen sporadischen Austausch von 2-3 Begegnungen pro Jahr hinausgeht.

Anhand dieser Bewertung kann die Dimension 2 „Typologie, Steuerung und Kooperation“ teilweise abgedeckt werden (siehe Anhang).

 
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