Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der Online-Befragung

Die Auswertung der Umfrageergebnisse erfolgt mit Hilfe von deskriptiven Statistiken. Es werden absolute und relative Häufigkeiten dargestellt und die wichtigsten Ergebnisse aus der Online-Befragung präsentiert. Im Anschluss werden die zentralen Erkenntnisse der Erhebung diskutiert (Kapitel 4) und – wo nötig – durch die Informationen aus den Experteninterviews ergänzt.

Eckdaten der Befragung

Bevor die Teilnehmer zu den eigentlichen Fragen der Erhebung gelangten, wurden sie gebeten zwischen der deutschen und französischen Umfragesprache zu wählen. Dabei zeichnet sich bereits ein Bild ab, dass deutlich mehr Teilnehmer die deutsche Sprache (72%) gewählt haben als die französische Sprache (28%).

Abbildung 6: Sprachauswahl der Befragten

Quelle: Eigene Erhebung – Fallzahl n=47

Angesichts der Grundgesamtheit nach Länderaufteilung ist dies nicht verwunderlich, da insgesamt mehr deutsche und schweizerische [1] als französische Cluster und Netzwerke befragt wurden.

Ein genaueres Bild über die Zusammensetzung der Umfrageergebnisse aus den einzelnen Teilgebieten des Oberrheins gibt Abbildung 7. Die Befragten wurden aufgefordert den Ort ihres Arbeitsplatzes anzugeben. Über die Hälfte (52%) haben demnach ihren Arbeitsplatz in Deutschland, d. h. im baden-württembergischen oder rheinlandpfälzischen Teil des Oberrheingebiets. Dieses Bild deutet sich auch in der Grundgesamtheit ab, da wesentlich mehr Deutsche als französische oder schweizerische Initiativen befragt wurden.

Abbildung 7: Arbeitsplatz der befragten Personen nach Ländern

Quelle: Eigene Erhebung – Fallzahl n=42

Die abschließende Einstiegsfrage erhob die Gründungsjahre der Cluster- und Netzwerkinitiativen. Auffällig ist dabei, dass einige Befragten keine Angaben machten. Mit Ausnahme eines Ausreißers Mitte der 1980er wurden die ersten Initiativen Mitte bis Ende der 1990er Jahre gegründet. Ab 2000 kam es erneut zu einem bemerkenswerten Zuwachs an Cluster- und Netzwerkgründungen.

Abbildung 8: Gründungsjahre der befragten Initiativen

Quelle: Eigene Erhebung Fallzahl n=25

Entwicklung und Umsetzung der gemeinsamen Strategie

Die erste inhaltliche Frage im Themengebiet Qualitätsmanagement war gleichzeitig eine Filterfrage. Die Tatsache, dass fast alle Befragten (93%) angaben, sie hätten die Ziele mit ihren Partnern in einem schriftlichen Dokument festgehalten ist bemerkenswert. Dennoch ist das Ergebnis (Abbildung 9) nicht wirklich überraschend, da viele Initiativen nach außen präsentiert werden und da gemeinsame, strategische Zielsetzungen elementar sind. Viel interessanter ist jedoch die Frage, wie diese gemeinsame Strategie ausgearbeitet wurde und wie sie tatsächlich umgesetzt wird. Hierzu diente die Folgefrage, mit der sowohl Erkenntnisse über die Entwicklung aber auch über die tatsächliche Umsetzung der Strategie gewonnen werden sollten.

Abbildung 9: Existenz einer Strategie mit Zieldefinition

Quelle: Eigene Erhebung Fallzahl n=28

Die große Mehrheit (86%) bezog die Mitglieder in die Strategieentwicklung mit ein. Insgesamt wurde seitens des Cluster- und Netzwerkmanagements also ein partizipativer Ansatz bei der Strategieentwicklung verfolgt. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben zudem an, dass sowohl Expertenmeinungen (68%) als auch Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien und Analysen (54%) hinzugezogen wurden. Fast zwei Drittel (64%) untermauerten ihre strategischen Ziele mit konkreten Aktionen und Aktivitäten, die in Form von messbaren Meilensteinen anvisiert wurden. Die internationale Ausrichtung der Strategie spielt insgesamt eher eine untergeordnete Rolle. Unter

sonstige Faktoren wurden nur wenige Angaben gemacht33.

Abbildung 10: Berücksichtigte Punkte bei der Strategieentwicklung

Quelle: Eigene Erhebung Fallzahl n=28

Insgesamt wurden bei der Strategieentwicklung wesentliche Punkte berücksichtigt, die den Qualitätsstandards entsprechen. Noch interessanter ist jedoch die Frage, ob und wie die gemeinsamen Strategien in der täglichen Arbeit umgesetzt werden. Um über diesen Zusammenhang Erkenntnisse zu erlangen, wurden weitere Antwortkategorien abgefragt.

Eine große Mehrheit (79%) der befragten Cluster- und Netzwerkinitiativen organisiert ihre Tätigkeiten und Aktionen in thematischen Arbeitsgruppen. Dies entspricht durchaus den Qualitätsstandards für Cluster- und Netzwerkinitiativen.

Mehr als die Hälfte (54%) der Befragten Ansprechpersonen gaben an, dass sie in ihrem Strategiedokument keine Möglichkeit der Ergebnismessung vorgesehen haben. Dies überrascht, da sich Cluster- und Netzwerkinitiativen vor allem daran messen lassen sollten, welcher Mehrwert für die Beteiligten besteht.

Mehr als zwei Drittel (68%) gaben zudem an, dass in der Strategie keinerlei Möglichkeit der Zufriedenheitsmessung der Mitglieder besteht. Die Bedeutung dieser Defizite für die Bereiche Monitoring und interne Evaluierung werden in der Diskussion aufgegriffen.

Abbildung 11: Berücksichtigte Punkte bei der Strategieumsetzung

Quelle: Eigene Erhebung Fallzahl n=28

  • [1] Zwar sind in der Schweiz u.a. Deutsch und Französisch offizielle Amtssprachen, im frankophonen Kanton Jura ist jedoch nur eines der befragten Cluster ansässig.
 
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