Art und Regelmäßigkeit der Kooperation

Mit der Frage nach der Kooperationsform konnten Aussagen darüber gewonnen werden, wie häufig und auf welche Art und Weise zwischen den Ansprechpersonen und den Mitgliedern der Initiativen Kontakt besteht. Abbildung 15 bildet die Ergebnisse der Umfrage grafisch ab [1].

Über drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie täglich oder wöchentlich typische Geschäftskontakte (E-Mail, Telefon, Briefverkehr) mit den Partnern haben. Die Nutzung von virtuellen Arbeitsplattformen ist hingegen ein deutlich weniger genutztes Kommunikationsmittel. Nur etwa die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie diese Form der Zusammenarbeit regelmäßig (mindestens monatlich oder häufiger) nutzen. Persönliche bilaterale Treffen spielen hingegen eine sehr wichtige Rolle. Mehr als ein Drittel (35%) der Befragten treffen sich mindestens einmal pro Woche. Nichtsdestotrotz sind es fast ein Viertel, der Befragten die angaben, dass sie sich nur jährlich oder noch seltener mit einzelnen Vertretern der Mitglieder treffen. Umso mehr spielen größere Treffen und Sitzungen eine zentrale Rolle in den Initiativen. Eine große Mehrheit der Ansprechpartner organisiert mindestens einmal im Monat ein gemeinsames Arbeitstreffen (Sitzungen, Workshops etc.). Dies zeigt, dass die Zusammenkunft in größerer Runde und mit mehreren Partnern eine wichtige Rolle spielt. Bilaterale Treffen sind hingegen eher die Ausnahme.

Gemeinsame Fortbildungen zwischen den Ansprechpersonen und den Cluster- und Netzwerkmitgliedern spielen kaum eine Rolle. Gemeinsame Exkursionen und Messebesuche werden hingegen überwiegend jährlich organisiert. Insgesamt werden diese häufiger im Inland angeboten. Angesichts der grenznahen Lage der meisten Cluster und Netzwerke ist es durchaus überraschend, dass Exkursionen und Messebesuche nur selten im Ausland stattfinden.

Abbildung 15: Art und Regelmäßigkeit der Kooperation zwischen den Ansprechpersonen und den Partnern

Quelle: Eigene Erhebung Fallzahl n=33

Weitere Ergebnisse der Online-Befragung

Alle bisher präsentierten Ergebnisse waren ausschließlich aus dem Bereich Qualitätsmanagement [2]. Die Fragen der Projektpartner Universität Straßburg und Fachhochschule Nordwestschweiz wurden bisher außen vorgelassen, um die Arbeit des Verfassers und die Arbeit der Projektpartner zu trennen. Dennoch gab es einige interessante Antworten auf die Fragen der Partner, die auch für den Bereich des Qualitätsmanagement relevant sind. Diese sollen im Folgenden dargestellt werden. Zudem fließen die Erkenntnisse ebenfalls in die Diskussion in Kapitel 3.8 ein.

Mit Blick auf die Dimension 5 „Ergebnisse und Sichtbarkeit“ (Vgl. Kapitel 2.5) der Qualitätsstandards lassen sich ebenso interessante Erkenntnisse aus der Frage „Wie bzw. anhand welcher Indikatoren beurteilen Sie den Erfolg Ihres Clusters?“ ziehen. Die zentralen Ergebnisse sind:

- Die Mehrheit aller befragten Ansprechpersonen beurteilt den Erfolg anhand von eigenen Leistungsindikatoren (z. B. Entwicklung der Mitgliederzahlen, Bewertung von Veranstaltungen und Mitgliederbefragungen (z.B. persönliche Gespräche, Evaluierungen)

- Innovationsindikatoren (z. B. angemeldete Patente, Unternehmensgründungen) und Leistungsindikatoren (z. B. Anzahl von Beschäftigten) spielen dagegen eine deutlich weniger wichtige Rolle.

Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie der Erfolg von Cluster- und Netzwerkorganisationen gemessen wird. Dabei ist auffällig, dass die Erfolgsbewertung der befragten Initiativen am Oberrhein stark von der Perspektive der jeweiligen Ansprechperson ausgeht. Externe Evaluierungen oder Evaluierungen durch Mitglieder wurden auch nicht im Antwortfeld „Sonstiges“ angegeben.

  • [1] Zur Anschaulichkeit wurden die Antwortkategorien „Täglich“ und „Wöchentlich“, sowie „Jährlich“ und „Seltener“ zusammengefasst. Die leeren Balkenenden (z.B. bei Virtuelle Arbeitsplattform oder Gemeinsame Fortbildungen) bedeuten, dass einige Befragte die Antwortkategorie „Keine Angabe“ gewählt haben. Die Darstellung veranschaulicht, somit einerseits den prozentualen Anteil der Kooperationsform und die Gewohnheit der Kooperationsform.
  • [2] Die Einstiegsfragen (Sprache, Land und Gründungsjahr) waren zwar auch allgemeine Fragen, diese wurden allerdings auch vom Autor der vorliegenden Arbeit formuliert und in die Online-Befragung integriert
 
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